LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Hopsassa bis Houfest (Bd. 2, Sp. 175b bis 176b)
 
Hopsassa M.: 1) «leichtlebiger Mensch»; 2) «ausgelassener Tanz, ausgelassenes Treiben» — huet deen H. da bal en Enn?
 
hopsen intr. Verb.: «hüpfen» — 't as gehopst wéi gesprong(en) (es ist dasselbe).
 
Hopserei F.: «unformales Tanzvergnügen».
 
Hopsert M.: 1) «kurzer Sprung»; 2) «lustiger Tanz» (cf. Hopsassa, Hopserei);
 
Horaire (wie frz., auch mit anl. h- und Ton: 1) M.: «Fahrplan (bes. der Eisenbahn), Stundenplan» — dafür gängig, aus dem Hd. Faarplan(g) (cf. dazu BRUCH, Chemins de Fer et Patois, Cahiers lux. 1953).
 
Hora(a)ss I F.: «Hornisse, Wespe» — cf. Haraspel.
 
Hora(a)ss II F.: «schwere Arbeit, Krisis, Höhepunkt einer Anstrengung» — 't as eng H. fir dat ze maen — wann déi H. (bis) eriwwer as, da geet et besser (cf. frz. harasser). [Bd. 2, S. 176]
 
Hora(a)ss III ON.: Häusergruppe der Gem. Bettborn, Kant. Redingen — op der H.
 
Horizont M.: 1) «Gesichtskreis»; 2) übtr.: «intellektuelles Fassungsvermögen» — dat geet nët a säin H., iwwert säin H. (cf. auch: Huttschnouer).
 
Horrbock M.: «wildes ausgelassenes Mädchen».
 
Horri (lok. Esch-Alz.) M.: «wilder, ausgelassener Bursche».
 
Hors d'œuvre (hor/də:vər — Pl. Hors d'œuveren) F.: «kalte Vorspeise, Schwedenplatte».
 
Hoquet (Ga.) M.: «Rollwagen» (frz. haquet).
 
Hortense (/hortÃs) F.: 1) weibl. Vorn.: «Hortensie» — erscheint als: Ortass, Ottass, Otti; 2) «Gartenhortensie» — in dieser Bed. auch: Hortensia (mit frz. u. deutscher Aussprache).
 
Hossegässel F.: «alte Straße in Luxemburg» — soss rabbelt et an der H. (Strafandrohung).
 
Hos(s)el F.: «Eile, Hast».
 
hos(s)eleg Adj.: «eilig, überstürzt» — engem hoselege Mann as keen Iesel bedéngt (cf. die ähnl. Raa. sub hoosseg) — dazu die Abl.: Hoselegkät, -keet F.; cf. auch haseleg.
 
Hotel M. (daneben F. und N. — meist /o:tεl gespr., auch /ho:tεl und o:/tεl): «Hotel» — nu géi mat esou eppes an (d)en H. (wenn jem. sich daneben benimmt) — drohend: an da geet et an d'H. am Gronn (ins Gefängnis — cf. Grond, Gronn II, S. 84).
 
Hotellier (-je·, auch Hotelljen — meist Ton: 2) M.: «Hotelier».
 
Hotelskascht M., -kichen F.: «Gasthauskost» — dës H. gët ee séier midd.
 
hott(s) lok. auch hëtt(s) Adv.: 1) «rechts» (bes. als Zuruf an die Zugtiere gerichtet) — meist in Raa. in Verb. mit har (s. d.); das einsilbige h. fordert in der Regel zu einer kürzeren Wendung, längere Formeln dagegen, etwa (jü) hott ëmi (jurr), zu einer größeren Umkehr — en as h. an har gelaf, e wosst séngen (sénger) Hänne kee Roots méi; 2) «ganz und gar» in der Ra.: d'Haus war hotts verbrannt (= zu Botz op, zu Staf an Äschen) — hëtt an har trëllen; 3) entwertete Floskel in der Ra.: en huet weder hotts nach kouns gesot (er hatte gar nichts einzuwenden, war vollständig verlegen; erklärend: esouvill wéi dir, an der wart nët derbäi); bisw. nur steigendes Präfix: hottsfatz, hotts a fatz «ganz zerfetzt», hottsgeckeg «ganz verrückt» — ähnlich wie fatz- (s. d.).
 
Hotter- (zur Bed. cf. verhotteren, Gehotter) -buedem M.: «aufgeschütteter Boden»; -maus F.: «Wühlmaus».
 
hottereg Adj.: 1) «leicht, locker, angeschüttet» (vom Boden — neg. Eigenschaft, mit der Nebenbed. der Unfruchtbarkeit); 2) «hoch aufgeschossenes Gras» (von geringem Nährwert) — an den naasse Wise wiisst nëmmen esou laangt hotteregt Geschir (ähnlich: laang Hä).
 
hotzeleg (lok. Osten — Waldbillig) Adj.: «unordentlich» — dazu die Abl.: Hotzel F.: «sorgloses, unordentliches Frauenzimmer», und die Verbadj.: ge-, verhotzelt (cf. auch das üblichere hatzeleg).
 
Hou, Hu M:: «Nu» — in der Ra.: 't war am H., an engem H. geschitt «im Nu» (ähnlich: an engem Ha «auf einen Hieb, auf Anhieb») — lok. dafür auch die Spielform: am Houder(h)ou (im Syrtal belegt).
 
hou hou Interj., das Hundegebell nachahmend (Ammenspr.) — auch subst.: Houhou M.: «Hund» (cf. etwa Wauwau); die Interj. hou wird gelegtl. auch gebr., um Ahnungslose (meist bei Dunkelheit, aus einem Versteck heraus) zu erschrecken.
 
hou-/Hou- (Ostrand hu-/Hu-) «Hoch-» als Präfix in der Wortbildung, wofür im Norden und Osten um Echt. héi-/hivorgezogen (zum Adj. héich). -älter M.: «Hochaltar»; -bësch M.: «Hochwald» — cf. auch -wald; -bescht Adj.: «allerbest» — am houbeschte Fuedem (in seinen besten Kleidern); -däitsch Adj.: «hochdeutsch»; -fest N.: 1) «hohes Fest» — déi véier Houfester si Krëschtdag, Ouschteren, Päischten an Allerhelegen; 2) nur M.: «Festtagskleidung» — en hat den H. un — e war an den (Aller-) H. geklät;

 

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