LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Hunnegsak bis husch (Bd. 2, Sp. 191b bis 192b)
 
-sak M.: 1) «Honigsieb» (in Form eines nach unten spitz zulaufenden Sackes) — en hat de Schnapp esou staark, d'Nues as em gelaf wéi en H.; 2) «weiße Taubnessel, Lamium album» (auch für andere Arten Taubnessel); 3) «Hummel» (cf. -kueder); 4) «Honigblase der Hummel»; -schleider F.: «Honigschleuder»; -schmier F.: «Brotschnitte mit Honigaufstrich» — bisw. adjektivisch verstanden: eng hunneche Schmier (analogisch zu Gebäässeschmier — s. d.); -schwamp M.: «echter Wiesenschwamm, Champignon»; -séiss Adj.: «sehr süß»; -sift M.: «Honigsieb»; -waasser N.: «heißes Wasser mit aufgelöstem Honig» (gegen Erkältung); -wäin M.: «Honigwein» — der Honig wird mit Wasser verdünnt, zum Gären gebracht, evtl. Zusatz von Gewürzen. [Bd. 2, S. 192]
 
Hunneg- = Unneg «Ahn», in den Komp.: -éimchen, -häerchen M.: «Ahnherr» — eis Här(en) an Hunnichhären hoan och schu gesot (unsere Vorfahren haben auch schon gesagt) — besonders bei sehr weit zurückliegenden Vorfahren: méngem Urgrousspapp säin H.; -frächen F.: «Ahnfrau, Urgroßmutter» (bezeichnend ist bei diesen Komp. die bes. Bed. des Diminutivsuffixes; cf. etwa auch Häärchen, Häerchesbauer II/S. 126).
 
Hunnen- häufiges Bestimmungswort in Flurnamen, volkstümlich mit dem Volksnamen der Hunnen in Verbindung gebracht; etwa: Hunnebuer ON.: Quellenbezeichnung (Eischtal, Arloner Gegend u. sonst).
 
hupp(ela) Interj.: cf. hopp, hopp(e)la — etwa: 't soll een nët h. soën, dees 't wier ('t as) een iwwert de Gruef — 't mengt een, ech bräicht nëmmen h. ze soën, da wier ech schon iwwert de Gruef, sou huerteg geet et nët.
 
Hupp I M.: «Uhu» (s. Hubbo).
 
Hupp II F.: 1) «Autohupe»; 2) = Fip und Happ III (s. d.).
 
Hupp III F.: = Haup (s. d.) — meist im Pl. gebr., häufig Dim.: si souzen do op den Huppen (Hippercher) am Sand ze spillen — statt op den Huppen auch adverbial: huppches.
 
Hupp IV F.: «Haarbüschel, gekräuseltes Haar» — 't huet eng H. op der Stir (dafür auch Kroll).
 
Huppegääss F.: «Libelle» (lok. Ösling) — auch: Hippe- (lok. Héipe-), Hoppegääss/-bän (cf. Joffer).
 
huppen I intr. Ver.: «zurufen» (um das gegenseitige Auffinden über größere Entfernungen, bei Dunkelheit, im Walde . . . zu erleichtern) — cf. die Interj. hu.
 
huppen II Verb.: A. refl.: 1) «sich hinhocken»; 2) euphemistisch: «austreten»; B. intr.: 1) «da hocken» (mit gebeugten Knien) = op den Huppen, Hippercher sëtzen; 2) «hüpfen» — cf. etwa: Hippches II.
 
huppen III intr. Verb.: 1) «hupen» (zu Hupp II, sub 1); 2) «auf der Hupp (II, sub 2) spielen».
 
Hupphupp (lok.) M.: «Wiedehopf» (onomatopöetisch, den Ruf des männlichen Wiedehopfes nachahmend — daher auch: Buttbutt, Bëschbuppert I/ S. 134) — gängig dafür: Mitock.
 
hurelen I intr. Verb.: «heulen» — d'Honn hun esou elle gehurelt; Abl.: wat war dat e Gehurels (N.) am Bësch.
 
hurelen II trans. Verb.: «verwirren» (Wb. 06).
 
Hurléiburléi M.: 1) «Aufruhr, Durcheinander»; 2) «Wildfang, unbedachtsamer Mensch» (ähnliche Bez. im Engl. und Franz.).
 
Hurlu M.: «Maikäfer» (veraltet Westen, in Ibingen/Aubange belegt) s. Äächebëseler, Akeschësser I/SS. 16,50.
 
hurmelen (Osten) trans. Verb.: «quälen» (bes. durch andauerndes Nörgeln); Abl.: Gehurmels N.
 
Hurpel, Huerpel (Osten — gelegtl. auch: Häerpel) M. u. F.: «schlottriger Alter, schlottrige Alte».
 
hurpelen (Osten) intr. Ver.: «schlottrig gehen».
 
hurra (Ton: 2) Interj.: Ausruf der Begeisterung (bes. nach einem Sieg, im Sport); auch substantivisch: Hurra (Ton: meist 1) M.: 1) «übermütiges, ausgelassenes Mädchen» — 't as esou en H.; 2) Eigenname: Gottlieb Hurra, volkstümlich gewordene Gestalt des hessischen Kanoniers aus dem Dicksschen Singspiel Mumm Séis — Abl.: Gehurras N. — rouig mat dem G.!
 
Hurrapreiss M.: «deutscher Chauvinist».
 
hur(r)li Interj.: lok. Zuruf an die Kühe auf der Weide, wenn sie das ihnen angewiesene Feld verlassen wollen, auch erëm do! — gäs d'erëm do! — hurri op! lok. allg. zum Ausdruck der Eile, Hast; auch substantivisch: Hur(r)i M.: «Eile» — Echt.: an äm Huri — ähnlich auch: an äm Hurrimurri (Knurremurri) = sonst: iwwer Kopp an Hals.
 
Hurwari (Osten) M.: «Gezeter, Durcheinander, Aufruhr» (cf. etwa Hällebulli).
 
Husar (Ton: 1 oder 2) M.: 1) «Husar» — Schusterspr.: engem ale Schong den H. unhänken (zum letztenmal flicken, weil er aus den Fugen geht); 2) «stark und groß gebautes Weib» (in dieser Bed. meist Ton: 1) — mäin H.; 3) Nordösl.: «am oberen Ende (unterhalb der Ähren oder Rispen) gebundene, einzeln aufgerichtete Garbe (Hafer, Klee, Raygras)» — cf. auch Häicher I.
 
Husch, Hu(u)schel, Huesch (Vianden) F.: = Hujhel (s. d.).
 
husch Interj.: 1) Scheuchruf an die Hühner (cf. auch hesch, hësch); 2) Ausruf beim schnellen Verschwinden, Aufflattern (oft verdoppelt) — an h., (du) war e fort — in dieser Bed. häufig auch prädikativ und adverbial gebraucht: a. «schnell» — elo geet et husch husch an d'Bett; b. «verschwunden» [Bd. 2, S. 193] — wéi d'Preise koumen, du war en h. — en as h. gaangen; dazu die ostlux. Aufforderung: husch dich! «beeile dich!»

 

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