LWB Luxemburger Wörterbuch
 
kaarten bis Kabel (Bd. 2, Sp. 259b bis 261a)
 
kaarten intr. Verb.: 1) «Karten spielen» — si hun de ganze Mëtteg gekaart; 2) «planen» — en huet ewell Méint laang (un där Saach) gekaart.
 
Kaarte(n)- [Bd. 2, S. 260] -blat N.: «Teilstück einer Landkarte großen Maßstabs»; -briet N.: «Kartenspielbrett»; -dësch M.: «Kartenspieltisch»; -fra F.: seltener für -schléiesch (s. d.); -gank M.: «Spielfolge»; -club M.: «regelmäßig beim Kartenspiel zusammentreffende Gesellschaft» — meist präziser mit dem Namen des Spiels bezeichnet: Bridge-, Skat-, Whistclub — Himmelfaartsdaag gi mer mam K. op d'Musel; -mudder F.: «leidenschaftlicher Kartenspieler» (auch: -raasseler); -owend M., -partie F.: 1) «regelmäßig beim Kartenspiel zusammenkommende (Abend)Gesellschaft»; 2) «der festgesetzte Zeitpunkt (Abend), an dem sich die Gesellschaft beim Kartenspiel trifft»; -pëtz F.: «Fahrkartenlocher» (Gerät, Vorrichtung); -pëtzert M.: «Eisenbahnschaffner, der die Fahrkarten locht»; -raasseler M., -raasselesch F.: «leidenschaftliche(r) Kartenspieler(in)»; -schléier M., -schléiesch F.: «Mann/ Frau, der/die aus den Spielkarten die Zukunft deutet» (auch allg. — abgesehen von der Prozedur: «Wahrsager(in)»); -spill N.: «Kartenspiel» (das Spielen u. die Gesamtheit der Kartenblätter) — d'K. as dem Deiwel säi Gebietbuch; -spiller M., -spillesch F.: «Kartenspieler(in)»; -tapis, -teppech M.: «Teppich, auf dem Karten gespielt wird» (meist wird nur das Simplex gebr.), auf Gasthaustischen vielfach mit eingewirkten Reklameschriften.
 
Kaascht (Nordosthälfte: Kaast, lok. Kaasch, Kasch, Pl. Käscht, lok. Ostrand Kääscht, Keescht, -st) I M.: zunächst allg. «geschichteter Haufen» —etwa e K. Holz, im bes.: 1) «zu einem Haufen zusammengestellte (7 bis 11, höchstens 15) Garben gemähten Getreides (früher auch von Flachsgarben)» — und zwar: eng Gaarf (gelegtl.: zwou Gaarwen oder en Dräibock) an der Mëtt (fällt gelegentlich weg), véier iwwer d'Kräiz, an all Eck erëm eng oder zwou an driwwer den Hutt (oder: eng Kap) — beim Hafer gelegtl. nur 12 Garben: néng stin der do an dräi driiwwer (s. auch Huewer-, Hueweschdosen); in dieser Bed. dafür auch: Tässel; 2) «geschichteter Garbenhaufen des in die Scheune eingebrachten Getreides» — Bauernregel: Wiederen (Gewitter) iwwer den diren Aascht fëllen dem Bauer Keller a Kaascht; 3) «Strohschober, Getreideschober auf dem Feld» — ech muss de K. nach decken.
 
kaaschten (-st-) trans. Verb.: 1) «Garben aufrichten» — d'Fruucht as scho gekaascht; 2) «anhäufen» — Wou as en? Doheem, säi Geld ze k. — as d'Holz gutt gekaascht?
 
Kaaschteplaz, -plätz F.: «Lagerplatz des Getreides in der Scheune» — dafür lok. Angelsberg etwa: Karschteplaz; lok. Waldbillig: Kasselplaz.
 
Kaascht (lok. im Gutland auch Kuescht, Kasch, Kuerscht, Korscht, Südwesten Koascht, Ostrand Koarscht, Koarsch, Echt. daneben bisw. auch Koarch) II M.: 1) «Karst» (Hacke mit zwei, drei oder vier starken Zinken zum Bearbeiten schwerer Böden, zum Hantieren des Stalldüngers); 2) «Gerät zum Umrühren des Mörtels» (in der Mörtelgrube) — dazu lok. das Adj.: e kuarschtigen Heel «Gartenhacke mit mehreren Zähnen»; cf. auch: Häl, Kapphäl.
 
Kaaschten M.: «Brotkasten» nur in einem bei de la Fontaine überlieferten Kinderreim: dat Brout dat läit am K. — cf. Kasten, Këscht.
 
Kaaschtel, Kaassel(t) M.: «häufige Anhöhenbezeichnung» (meist mit Befestigungsresten) — cf. auch Kastell; — dazu die Zussetz.: Kaaschteler Klaus F.: im bes. etwa: 1) «(Klause bei) Kastell an der Saar» (Grabstätte Johanns des Blinden von 1838 bis 1946); 2) Kapelle mit Kreuzweg zwischen Mondorf und Altwies (auf frz. Territorium).
 
Kaassi (dafür lok. Kassi — frz. cassis) M.: 1) «quer zur Straßenrichtung verlaufende gepflasterte Abflußrinne» (die in der Straßenrichtung verlaufende Rinne heißt: Revers, Kulang — beide Ton: 1); 2) «sprunghafter Übergang zwischen zwei Straßenteilen»; 3) «Art Kleinschlag» (der als Straßenbelag verwendet wird).
 
Ka(a)zpelt ON.: «Katzfelderhof» (bei Clerf).
 
Cabas, Kabbang, Kappang (alle Ton: 1; = frz. cabas) M.: 1) «Armkorb» (ursprüngl. aus Rohr oder Stroh geflochten, mit zwei Schlaufen od. Griffen, später aus schwarzem Wachstuch, neuerdings große Einkaufstasche aus Leder mit zwei Tragschlaufen und Patentverschluß); 2) früher: «Schulkorb für Mädchen»; 3) übtr.: «kindischer, flegelhafter, tölpelhafter Mensch» — (vgl. etwa: en ale Kuerf) — in dieser [Bd. 2, S. 261] Bed. dazu das Adj.: kabbazeg Adj.: «kindisch, tölpelhaft».
 
Cabaret (wie frz. aber Ton: 1), Kabarri, Kabarréi, Kabärri (alle Ton: 2) M.: 1) «Wirtshaus (mit Orchester und Gesang)» — Bedeutungsverengung des frz. cabaret, das seit dem 13. Jh. zuerst für die wall. Nachbarschaft erwiesen ist — 't as hei e Kaméidi wéi an engem C. — mir sin hei nët an engem K., zu dieser Bed. cf. Café (sub Kafféi) und Komposita; 2) «Schenkblatt, Kaffeebrett, Teegeschirr» (so etwa noch bei Ga. — ähnl. auch im Wall.) — in dieser Bed. dafür heute meist: Plateau; 3) nur in den eingelauteten Varianten (Kabarri usw.): «Streit, Geplärre, Zank (wie sie im Wirtshaus üblich sind)».
 
Kabbeli M.: «Plausch, Geflüster» — war fir e Kabbeli Pabbeli féieren déi do?
 
kabberdéngesch, bisw. kappeténgesch, -isch Adj.: 1) «kopfscheu, ärgerlich» — maach mech nit k.! (Arlon); 2) «eigensinnig, querköpfig» (cf. etwa: rabbelkäppesch); 3) «leicht verrückt, närrisch».
 
Kab(be)rioul F. = Gab(be)rioul (s. d.).
 
Kab(be)rioulchen M.: 1) «Handkarren, kleines Gefährt» (vgl. etwa Jabel); 2) spaßh. übtr.: «altes, geflicktes Auto».
 
Kabeis-chen, Kapeis-chen F.: «kleines Zimmer, Verschlag (etwa in einem Nebengebäude, einem Schuppen)» — gelegtl. auch für: «Arbeitszimmer (in einem abgelegenen Teil des Hauses)».
 
Kabel M.: wie hd. «Kabel».

 

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