LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Kauperten bis Gekaz (Bd. 2, Sp. 304a bis 308b)
 
Kauperten Pl. M.: «reife Sau- oder Pferdebohnen mit schwarzen Belägen» (cf. Kaup sub 3).
 
kauscher, ko(o)scher Adj.: 1) «nach dem jüdischen Gesetz in Ordnung, rein» (bes. was Fleischspeisen anbetrifft); 2) «geheuer, normal, regelrecht» — 't war (mer) nët k., soën ech — ech mengen, deen do as nët k. —vorzüglich in neg. Raa. — Ga. übersetzt: «gut, echt».
 
Kaut IF.: «Grube, Wühlloch» (dafür: Kautsch — s. d.) — selten neben dem allgem. Kaul (s. d.) — möglicherweise in den beiden folg. Komp.
 
Kaute- -baach ON.: «Kautenbach» — Gem. Kautenbach, Kant. Wiltz — 115 (cf. MEYERS, Siedlungsgesch. S. 85 — cf. auch sub Kauzekapp die unverschobene nordösl. Var.) — de Kautebaacher Stolz an de (Schlënner-) Maneschter Gesank, en as wuel schéin, ma dauert nët lank; -wier(e)k N.: «Fachwerk (bes. im Dachgeschoß) alter Bauernhäuser» — dafür auch Batzewier(e)k (dies I/74 nachzutragen — cf. «Bitz» III im Rhein. Wb. I/727), Gewéckels (zu II/42 nachzutragen) u. Wéckelsprëss (s. d.); die Balken waren seitlich mit Rillen, Vertiefungen (Kauten) versehen, in die Sprossen (Sprëss — s. Sprass) eingelegt wurden, jeder Sproß wurde mit ziemlich geordneten Strohhüllen umwickelt, die in ein Gemisch von Kalk, Lehm und häufig auch Kuhhaaren eingetaucht worden waren, dieses Kautewier(e)k brannte sehr schwer.
 
Kaut IIF.: «Tausch» — lebendig nur noch in Familien- u. Hausnamen, und in den beiden folg. Abl.
 
kauten intr. (bisw. trans.) Verb.: «Tauschhandel betreiben» — dazu: verkauten «vertauschen».
 
Kauterer, Kauderer M.: «Kornjude, Kornwucherer» — cf. auch: kauderen.
 
Kautsch I (Dim. Käitschelchen) F.: 1) «als Lager dienende Vertiefung, Mulde» — den Hond hat sech eng K. an d'Stréi gemat (trifft sich heute gelegtl. mit Kautsch II) — auch in Komp.: Huesekautsch «Hasenlager»; 2) Landwirtschaft, Gartenbau: a) «Miete» (in welche Kartoffeln, Runkelrüben, Möhren für den Winter eingelegt werden) — cf. Kaul sub 6/a; b) «Mistbeet» (cf. Kaul sub 6/b) — mer hun d'K. emol nach nët geséit (wir haben das Mistbeet noch nicht eingesät) — mir hu schon d'Zalot an der K.; c) «windgeschütztes, überdecktes Beet im Garten» (cf. Zär) — falsch K. «kaltes Beet»; 3) beim Fachwerk und beim früheren Plafonnieren: «Längsrille in den Balken, in die Wéckelsprëss eingefügt wurden» (cf. Kautewierek); 4) Maurerspr.: «Mörtelgrube» (lok.).
 
Kautsche- (zu dem vor. sub 2) -buedem N.: «schwarze Mistbeeterde»; -fënster F.: «Mistbeetfenster»; -grond M.: «Düngerde»; -planz F.: «Treibhauspflanze».
 
Kautsch II, Couch (wie engl.) F.: «Liegesofa» — e läit de ganzen Dag mam faulen Aasch op der K. (gelegtl. affektiert in französischer Aussprache kuS) — trifft sich mit Kautsch I sub 1 in Raa. wie : lo gi mer an d'K. (ins Bett) — wann et esou kal as, kënnt ee muerges schlecht aus der K.
 
Kautschu M.: 1) «malayischer Milchbaum, Urceola elastica» —(so Wb. 06 — bekannt sind hierzulande als Zierund Zimmerpflanzen die sub Gummi(s)bam erwähnten Pflanzen); 2) «Kautschuk» — mäi Kapp as nët aus K. (wenn man geschlagen, angestoßen wurde); 3) «Gegenstände aus Kautschuk» — im bes. a) «Gummischuh» — de Schnéi geet of, donk déng Kautschuën un — in dieser Bed. gelegtl. auch: Kautschong M., Pl. Kautschong(en); [Bd. 2, S. 305] b) «Gummisohle, Gummiabsatz; c) Gummiunterlage» — ech hun em nach zu dräi Joer missen e K. an d'Bett leën; d) «mancherlei Gummiteile an Geräten und Maschinen» — de Krunn (Wasserhahn) rënnt, 't muss en neie K. dran (cf. im übrigen auch Gummi und die dazugehörigen Komposita, die alle mit Kautschus- gebildet werden können).
 
Kautschusmännchen M.: 1) «Gummimännchen» (Kinderspielzeug); 2) «gelenkiger Kerl» — en as de rengste K.; 3) übtr.: «charakter-, willenloser Mensch».
 
Kauz I (Pl. Käiz, selten Kauzen, Dim. Käizchen — s. d.) M.: 1) gelegtl. Bez. für a) «Steinkauz, Athene noctua» — wofür meist das Dim. Käizchen, sowie Doudevull, Doud(e)svull (I/218) und kleng Eil/Échel; b) «Waldkauz, Strix aluco» — wofür häufiger: Kazekapp, Bam-, Bëscheil (gelegtl. auch nur das Simplex Échel); c) «Turmfalke, Falco tinnunculus» — (meist: Kréchel); 2) «kleiner (Köder-) Fisch, mit schleimigen Schuppen, der sich in Bächen unter Steinen verbirgt, etwa fingerlang, cottus gobio» — bisw. auch: Kutz; 3) «Kaulquappe, der junge, noch mit Schwanz versehene Frosch» — lok. dafür: Schongnol — in den Bed. 2 und 3 auch das Komp. Kauzekapp (s. d.); 4) übtr.: «Sonderling, Einzelgänger, launischer Mensch» — da's en droleche K. — mat deem K. wëllt ech näischt ze din hun.
 
kauzeg Adj.: 1) «nach der Art eines Kauz sub 1» (von kleinen, runden, tiefliegenden Augen) — en huet emol k. Aën — auch adverbial: en huet k. gekuckt (hinterhältig); 2) «nach der Art eines Kauz sub 4, also: schrullig, absonderlich, launisch» — nu gëf nët k. — dazu die Abl.: Kauzegkät,- keet F.: «Launenhaftigkeit, Eigensinn».
 
Kauzekapp (im Nordösl. unverschoben: Kautekapp, südwestlicher Teil des im Rhein. Wb. IV/345 umschriebenenwesteiflerischen «Kautenkopf»-Gebiets — lok. im Westösl. auch Këtzekapp) M.: 1) «Kaulkopf, cottus gobio»; 2) «Kaulquappe» — in dieser Bed. dafür im Westen Kauzert M.; 3) «Sonderling» — du K.! — esou e K.! (kleiner, ulkiger störrischer Kerl); 4) bisw. wie Kazekapp sub 2; die unverschobenen Formen vielleicht in Beziehung zu Kaut I zu bringen.
 
Kauz II M.: «verhärteter Nasenschleim, Nasenpopel» — dafür weitgehend Koz (s. d.) — spaßh. in Bez. gebracht zu Kauz I (sub 2 u. 3): sichs de Kauzen? (zu einem Kind, das in der Nase bohrt); dazu der Schimpfname: Kauzefréisser.
 
Kautioun F.: «Kaution» — en huet misse(n eng) K. stellen.
 
Cavalier (kA/vAlje·) M.: 1) «Partner einer Dame bei gesellschaftlichen Veranstaltungen» (Tanz, Hochzeit, Essen usw.); in dieser Bed. dazu das entsprechende F.: Cavalière (kA/vAljε:r), wofür spaßh., bes. bei beleibten Damen: Kavallerie F.; früher bei Hochzeiten galten dafür: Kniecht M. und Mod F. (s. d.); 2) «feiner Herr, Kavalier» — in dieser Bed. meist Kavaléier; 3) «zweispitziger, gebogener Nagel» (auch: Zweespëtz — dient zum Befestigen von Drähten und Maschengeflechten an Holzpfosten); 4) Stadt Luxbg.: «zurückliegender, hochragender Teil eines Bollwerks» — von der Festung Luxemburg ist nur der Heilig-Geist-Kavalier unterhalb des Kasernenhofes übriggeblieben; vor einem halben Jahrhundert wurde noch vom C. Jost (meist /SwAlje· ʒOst) gesprochen, von dem noch das runde, massive Türmchen an der Ecke der Gartenanlage beim Elektrizitätswerk steht.
 
Kavalkad, Kalvakad bisw. Kalwerkad F.: «in verschiedenen Städtchen des Landes stattfindender Fastnachtsumzug».
 
Kawäächel(chen), Kawäächer(chen), -elek, -erek (im Wortanlaut statt Kaw-Ku-/Qu- mit allen Var.; der Tonvokal statt -ää- ebenso häufig -ee-, im Osten an der Sauer weitgehend -ei-, daher etwa in Echt. Kueichlek, daneben Kueischlek, auch sonst gelegentlich Kua(a)schlek; eine andere Spielform erweitert das anlautende Ku-/Qu- zu Quak-, wozu dann wieder alle Varianten möglich sind: -äächel(chen/ek), -äächer(chen-/ek), -äächert, -äächeréng; andere Namen des Tieres sub Äächelchen I/51, sowie noch: Kockéchelchen (Kalborn), Äächekieber — Rhein. Wb. IV/317 zeigt in den benachbarten Ostgebieten, von Norden nach Süden die Typen: Kackeichelchen, Quackeichling(elchen), Quackeichering, Kaweichering, Eichering und Eichert) N. und M.: 1) «Eichhörnchen» — flénk, gewierweg, liicht ewéi e K. — en huet Aën ewéi e K. (lebhafte Augen) — wéi d(e) K. am Rad [Bd. 2, S. 306] (flink, behende); 2) Kosename für Kinder und (geliebte) Mädchen — spaßh. en as mat séngem K. am Park.
 
Caven (zu frz. caves) Pl. F.: «Weingroßkellerei» (nach der gängigen frz. Firmenbezeichnung, wie etwa in Caves coopératives «Genossenschaftskellereien») —selten wird die Einzahl Cave gebr., häufig dagegen: Kellerei(en).
 
Kawent (-/vεn:t, Westen -/vε:nt, -/vε:ənt, -/vε:int) M./F.: 1) «Menge Menschen, Auflauf» — wat e K. Leit an där klenger Kichen — op eemol war e K. op der Strooss, du war et scho passéiert; 2) «(heimliche, verdächtige) Versammlung von Klatschbasen»; 3) Westen (etwa Red.): «Verlegenheit, Umstände, Mühe» — wat war dat e(ng) K. fir déi Leit um Begriefnes all ënner Daach ze kréien; lok. auch: Ko(u)went.
 
Caveau (wie frz. Ton: 1) M.: 1) «ausgemauertes Grab» — e kënnt an de Familjecaveau leien; 2) «gewölbtes Kellerfach zum Lagern von Flaschenweinen».
 
Kaz (kaats überlang, im Dat. halblang dər ka·ts, Nordösl. kAts immer kurz — Pl. Kazen, Dim. Kätzchen, phV. des Tonvok. zum Dim. cf. Ltb. 12) F.: 1) zunächst das Muttertier der «Hauskatze, Felis Catus» (im Ggs. zu Kueder M. — s. d.), dann allgem. gebr., ohne Rücksicht auf das Geschlecht; gelegtl. im weiteren Sinne die Unterfamilie der Felinae (z. B. eng wëll Kaz) und schließlich die Gesamtheit der Felidae (z. B. Tigere, Léiwen an aner Kazen); Verhalten: e lauert, lääft, klëmmt, schläicht, spréngt ewéi eng K. — e sëtzt do wéi d' (oder eng) K. um Schläifsteen (er sitzt da in einer gekrümmten Haltung) — d'K. mécht e Bockel (es wird meist ausgelegt, si as rosen) — vom Menschen: e mécht e Bockel wéi eng K. (cf. d. vor.) — übtr.: dat mécht der K. kee Bockel (das ändert nichts an der Sache) — en huet gespaut (gefaucht) wéi eng (rose) K. (Wutausbruch) — eng K. fällt ëmmer erëm op hir Féiss, daher vom Menschen: e fällt ëmmer (erëm) op d'F. wéi eng K. (er übersteht seine Mißerfolge) — dee mécht ewéi d'Kazen, déi vir lecken an hanne krazen (er tut freundlich u. schimpft, schadet uns heimlich) — K. an Hond verdréit sech nët, daher von Menschen: si verdroë sech wéi Kaz(en) an Hond (Honn) (sie zanken immer) — d'K. spënnt, wann ee se hemelt — hemel (trëlter, tëlter) déi K. nët esou vill, soss fänkt se keng Mais, keng Vullen (auch obszön — cf. 4/b) — Vullen, déi fréi sangen, hëlt d'K. (bes. übtr.: wer allzu früh frohlockt, singt, wird am Tag noch schlechter Laune sein) — elo bas d'e Vull fir d'K. (etwa beim Spiel: jetzt bist du verloren) — vill léiwer wier ech e Vull fir d'K. (cf. auch Vull I/423 sub 1) — cf. auch unten die Rubrik «Katze und Maus» — d'späert ee keng K. bei de Speck (man soll den Bock nicht zum Gärtner machen) — du hat en d'K. bei de Speck gespaart (die Sache unberufenen Händen anvertraut, Gelegenheit zu Unheil geliefert) — e séngt ewéi d'K. am Karschnatz (August), am Fréijoer (er singt schlecht) — du wäschs dech wéi d'Kazen (oberflächlich, nur das Gesicht, bis zu den Ohren) — Wetterregeln: Wann d'Kaze sech wäschen, da gët et Reen — anders: Wann d'Kaze (auch: d'Honn) Gras friessen, da gët et Reen (aufgeklärtere Leute verbessern: dann hu se sech de Mo erbällt «dann haben sie sich den Magen überladen») — spaßh.: wann d'Kaze sech botzen, da kënnt Besuch; Eigenschaften: d'Kazen hun en zéit Liewen, daher von Menschen: zéi ewéi eng K. — horeg wéi eng K. — et hat gereent, hie war esou naass, ewéi eng K. (aus der Baach) oder: wéi eng beseechte K. (er sieht schlecht, krank, erschöpft aus) — 't as näischt méi falsch ewéi eng K., daher: esou falsch ewéi eng K. — e gesäit ewéi d'Kazen an der Nuecht (er hat sehr scharfe Augen) — d'K. schëtt d'Hoër (die Katze verliert die Haare — etwa beim Übergang von der kalten zur warmen Jahreszeit) — übtr.: elo gin der K. d'Hoer aus (ähnlich: lo geet der K. de Schwanz aus — jetzt wird die Sache unangenehm, jetzt kommt das bittere Ende, etwa beim Spiel: jetzt hast du verloren) — d'K. spréngt op den Haaschtbam, wa se fäert (s. Haascht —II/S. 99), daher: wéi d'K. um Haaschtbam (verstört, verängstigt) — flénk, fléck, gewierweg wéi eng K. — wann der K. d'Hoer ausgin, dann huet se de Grand; Katze und Maus: d'Kaze loossen d'Mausen nët (schon von Dicks belegt — cf. aber auch Kazekand) — en as drop (aus) wéi d'K. op d'Maus, op d'séiss Mëllech (er ist darauf versessen) wann d'Kaze fort sin, da sin d'Mais Meeschter (so schon von Dicks belegt) anders: wann d'K. fort as, dann danzen d'Mais — eng blann K. fänkt rar (selen) eng Maus — et as rar, datt eng jong K. [Bd. 2, S. 307] där aler eng Maus bréngt (ähnl. Ra. bei Kand sub 1), ähnlich: eng al K. bréngt der jonger eng Maus, awer eng jong der aler nët — zwou Kazen an eng Maus, zwou Fraën an engem Haus, zwéin Honn un enger Schank, déi versti sech sele lank — von einer großen Unordnung heißt es: honnert Kaze fanne keng Maus méi dran erëm (eng K. fënt hir Jong nët méi dran erëm) — hie lauert wéi d'K. um Spronk, op d'Maus — déi jong Kaze fänke Mais, déi al fannen d'Lächer (haben die Erfahrung) — Kinderspiel: K. a Maus — auch übtr.: si spille K. a Maus (mateneen); Katze und Mensch: déi Kazen, déi an de Scheiere gezillt si gin, loossen sech nët liicht (gär) hemelen — d'Kazen an d'Honn hu Verstand, si fannen hire Meeschter (de Wee heem) erëm — eng schéi K. an eng schéi Mod erhiewen de ganze Stot — eng schéi K. as e Luef fir d'Hausmamm — Kaze vum Hierscht (Hierschtkazen «im Herbst geborene») soll een nët opsetzen, ma verschafen, ewell si gin näischt (sie gedeihen nicht) — wann s de mueres erausgees an 't spréngt eng K. der iwwert de Wee, da pass alt op (mancherorts ist es entscheidend, ob die Katze von links oder von rechts über den Weg läuft, ob sie schwarz ist oder nicht) — deem as eng schwaarz K. iwwert de Wee gelaf (er ist schlecht gelaunt) — eis Fruucht steet esou schéin, 't kënnt eng K. driwwer goën (dichter Getreidewuchs) — deem schleeft d'K. de Mo nët fort, deem schleeft keng K. de Mo ewech (er hat tüchtig gegessen) — e schenkt der K. séng Deel nët (gär) (er ist ein tüchtiger Esser) — 't war d'K. (niemand will es gewesen sein — bes. bei kleinen Vergehen der Kinder — ähnlich: d'K. huet de Kuch geholl — d'K. kuckt jo och de Käser (der kleine Mann darf auch selbständig auftreten) — ech muss alt erëm d'K. duurch d'Baach schlefen (ich habe wieder einmal die Unannehmlichkeiten zu tragen) — en as (iwwerall) derbäi, wou eng K. duurch d'Baach geschleeft gët, oder: wou eng K. duurch d'Bach geschleeft gët, do huet hie se mam Schwanz (bei jeder offiziellen Gelegenheit, aber auch: bei jedem Vorfall ist er dabei — cf. auch sub 2/c) — 't keeft ee keng K. am Sak, daher, bei unklaren Verkaufsbedingungen: da's eng K. am Sak (du hat ech eng K. am Sak) — du hat ech d'K. mam Schwanz geholl, op de Schwanz getratt (da kam ich schön an, da hatte ich unbesonnen gehandelt) — wann een eng K. dout schléit, behält ee keng méi (huet ee kee Gléck méi mat de Kazen) — beim Feilschen, abschließend: fir d'Saach kuerz ze maachen, haë mer der K. de Schwanz erof; Abfällige Raa.: këss d'K. hannen, leck d'K. am Aasch! këss der K. de Biesem! (lasse mich in Ruhe) — gëf dech der K. (zum Unfähigen, Ungeschickten — auch beim Spiel, zum Verlierer, gelegtl. Zus.: a grimmel dech den Hénger — s. sub Hong) — da's fir d'K. (das ist vergeblich, taugt nichts, verlorene Mühe) — da's K. gehei déng Mudder (Erklärung bei geheien sub 1 II/26) — hien as fir d'K. (er stirbt, für ihn gibt es keine Rettung mehr); Kinderreime: Hat (Schneit) der K. de Schwanz erof, hat er en nët ganz erof, loosst er nach e Wippche ston, datt se ka spazéiere gon (ähnlich auch sub Gääss II/13 — von Pennälern gerne auf bekannte, meist feierliche Melodien zum respektlosen Ulk gesungen) — Buchstabierscherz (auch als Abzählreim gebr.): A, B(éi), C(éi), D'K. huet de Fouss (den Dueder) wéi, De Kueder leeft er no, 't as keng K. (keen Dreck) méi do (dies die kürzeste und gängigste Variante) — anderswo: . . . se leeft an de Schnéi (an d'Stréi), Se trëtt op en haarde Steen, Se brécht sech Hals a Been: Kuckerikunn, ech liewen nach, oder: . . . se ka jo nët drop trieden, se geet an d'Kirech bieden, De Kueder leeft er no, A bäisst s'an d'hënnescht Klo, Se geet heem, trëtt op e Steen, A brécht Hals a Been — lokal: A, B, C, Di Katz di lääft an d'Stréi, si brécht sech Hals a Bän, si geet bei de Koster, Do kritt s'engt Glas voll Moster, Si geet an d'Stad, Do kritt s'eng op de Bak (do gët se nët sat), Si geet an d'Bett, Do kritt s'eng op de Läpp (do gët se fett) — Katz u. Maus: A, B, C, D'Maus leeft an d'Stréi, D'K. leeft er no: 't wor keng Maus méi do — bas de béis? da leck der K. d'Héiss (de Kéis)! — Schnellsprechübung: d'K. trëtt d'Trap kromm — Wiegenlied: Et wor emol eng Kätzchen, An hiren Nuem war Mätzchen, Déi goung all Dag op d'Juegd, An huet vill Huese bruecht, Dat gouf de Grof gewuer, E schéckt säi Jäer duer, Mat enger Flënt voll Schrout, An dee schéisst d'Kätzchen dout; Rätsel: Isika a Schnorika hun sech gebass, An an d'Feier geschmass, Du leeft Schnorika zum Schlenterlatenter an d'Rabonzelshaus, Du schloug d'Flam zum Daach eraus (der Hund und die Katze bissen sich, wobei der [Bd. 2, S. 308] Hund die Katze ins Feuer warf, sie lief in die Scheune und zündete das Haus an) — Hiri-hari sëtzt do, Himpelhampel hänkt do, Hiri-hari hätt gier, Wann Himpel-hampel erof kéim (d'K. an eng Ham an der Haascht) — ähnl.: Hari-huri gesäit de Wibbelwapp goen, Hari-huri hätt gier, datt de Wibbelwapp erafféil (d'K. an eng Zoossiss) — Zweefouss souz op Dräifouss an huet ee Fouss vru sech, du schlauft Véierfouss erbäi, Véierfouss hëlt ee Fouss, du kënnt Zweefous a werft Véierfouss mat Dräifouss, dass Véierfouss ee Fouss fale louss (léisst) (d'K., d'Kächen, ee Kallefsfouss an en Dräifouss, anderswo erklärt: d'K., de Schouster op séngem Dräifouss mat enger Hämmche vru sech) — 't leeft ronderëm d'Haus a schleeft e Wisbam no (d'K.); Gängigste Namen der Katze, die kindersprachl. «Katze» schlechthin bedeuten: Miissi, Miiss, Muns(eli), Munni, Munnes, Minni, Muuss(i), Puss(i) — im Renert nennt Rodange den Kater (wie Gœthe) Hinz und läßt ihn die Viandener Mundart sprechen — den Hund hetzt man an die Katze mit dem Zuruf: huel d'Katz, such d'Katz!; 2) auf Menschen übtr.: a) «launisches, böswilliges Mädchen» — o du K. do — 't as emol eng K. (cf. das Adj. kazeg) — all K. wéi et (eng) as, 't huet e gutt Häerz (so launisch sie auch ist, sie hat ein gutes Herz) — 't as eppes wéi eng wëll K. ('t kënnt kee bei em un); b) «Schmeichelkätzchen» (in der Pennälerspr. gelegtl.: «Schülerin, die sich einzuschmeicheln sucht»); c) Folklor.: eng K. duurch d'Baach schlefen — Erinnerung an die Prozedur bei Hexenprozessen; später wurde ähnlich verfahren mit den bei der Lehenvergebung nicht gewählten, also verstoßenen Mädchen (Pfarrvisitation 1628, am Aschermittwoch in Useldingen: trahunt petulanter filias per medias aquas, choreas ducunt, popina accedunt); 3) von Tieren, etwa: «dicke, haarige Raupe»; 4) in dinglicher Übertragung: a) «dickerer Klicker» (aus Stein oder Glas, im Gegs. zu den irdenen) — (in dieser Bed. dafür auch Kätz und das Dim. Kätzchen — s. d.); b) Hüllwort für «vagina» (cf. sub 1) «Verhalten» der Katze — andere übtr. Bed. sub Kätzchen); 5) Katz (kurz): Scheuchruf, um die Katze (etwa vom Milchtopf) zu vertreiben.
 
kazeg Adj.: «dem Charakter einer Katze entsprechend, also: launisch, eigensinnig, gerne schmollend, zänkisch» (cf. Kaz sub 2/a) — en huet emol e kazege Koräkter — für kazig in Echt. auch: krabazig, grabazig (zum Subst. Grabaz = Grabuge II/72) — dazu die Abl.: Kazegkät, -keet F.
 
kazen intr. Verb.: 1) «kleinlich zanken» — si k. de ganzen Dag (mateneen) — bisw. auch refl.: si (zer)- kaze sech; 2) «schmollen» — looss et nëmme k. et kënnt vum selwen; 3) unpers.: «nach Katzenurin stinken» — et kaazt heibannen — in dieser Bed. häufig kuederzen; 4) «junge Katzen werfen» — eis K. huet gekaazt; die Abl. Gekaz N. bedeutet vor allem «Zänkerei» — huet dat G. da bal en Enn?

 

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