LWB Luxemburger Wörterbuch
 
kazeg bis Kazestillchen (Bd. 2, Sp. 308a bis 310a)
 
kazeg Adj.: «dem Charakter einer Katze entsprechend, also: launisch, eigensinnig, gerne schmollend, zänkisch» (cf. Kaz sub 2/a) — en huet emol e kazege Koräkter — für kazig in Echt. auch: krabazig, grabazig (zum Subst. Grabaz = Grabuge II/72) — dazu die Abl.: Kazegkät, -keet F.
 
kazen intr. Verb.: 1) «kleinlich zanken» — si k. de ganzen Dag (mateneen) — bisw. auch refl.: si (zer)- kaze sech; 2) «schmollen» — looss et nëmme k. et kënnt vum selwen; 3) unpers.: «nach Katzenurin stinken» — et kaazt heibannen — in dieser Bed. häufig kuederzen; 4) «junge Katzen werfen» — eis K. huet gekaazt; die Abl. Gekaz N. bedeutet vor allem «Zänkerei» — huet dat G. da bal en Enn?
 
Kazerei F.: «kleinliche Zänkerei» (oft im Pl. gebr.).
 
Kaze(n)- -a N.: 1) «Auge der Katze»; 2) «(menschl.) Auge, das dem der Katze gleicht, etwa: grünlich schimmernd, scharf, wohl auch falsch»; 3) «Rückstrahler an Bäumen und Pfosten längs der Straßenkehren» (zur nächtlichen Orientierung der Autofahrer); 4) «Ackerkrummhals, Lycopsis arvensis»; -bänk (lok., etwa Mosel) F.: «Strafbank in den Primärschulen»; -biren Pl. F., in der schroff abweisenden Ra.: Kazebiren och (ähnl.: hondsgebake Biren II/171); -bisuri M.: «Katzenurin» (Rodingen) — 't richt no K.; -bockel M.: «gekrümmter Rücken» (zunächst der Katze, dann auch auf Menschen übertr.) — d'Kanner maache gär e K. wa se schreiwen — d'Coureuren (die Radrennfahrer) maachen e K.; -danz M.: Kinderspiel (auch: Opwéckelches — s. d.), wobei gesungen wird: Dat as de K., dat as de K.; -dësch M.: «Nebentisch» (an den sich beim Essen die minder vornehmen oder jüngeren Gäste setzen) — zu einem Kinde: iess méi propper, soss kënns d'un de K.; -dreck M.: 1) «Exkremente der Katze» — d'sténkt näischt méi abgaschteg wéi K. a Kuederseech; 2) «wertloser Gegenstand» — eppes an eppes as e K. (die gebrauchte Bezeichnung ist zu unbestimmt — cf. eppes I/272) — da's kee K. (das ist nicht ohne Wert, d. h.: das hat einen größeren Wert) — manner wéi e K., et geet emol nët an d'Nues ('t gët emol keng Nuesvoll) — abweisend: e K.! (wie: en alen Dreck, en Dreck och!); -eck M.: «Schmollwinkel»; [Bd. 2, S. 309] -flääsch, -fleesch N.: «Katzenfleisch» — K. deet sech selwer an d'Dëppen (spaßh. spricht man vom: Kulangshues — s. d.); -fouss M.: «gemeines Habichtskraut, Hieracium Pilosella»; -futti N.: «jem. der Katzenfleisch ißt, und damit handelt»; auch: -fréisser; -gro (meist kazgro) Adj.: 1) «katzengrau» — en huet k. Aën; 2) «schimmelig» — in dieser Bed. auch: katzgro — de Kéis as k. — Verwünschung: do solls de jo k. gin; 3) «einfältig» in der neg. Ra.: en as nët k., dat as nawell nët esou k. (durchaus vernünftig); 4) Schlosserspr.: k. gefeilt Eisen «Eisen, das noch nicht ganz glatt, sondern auf der Oberfläche noch rauh und so am besten zum Ölanstrich geeignet ist»; 5) «grauhaarig» (bes. beim Beginn des Ergrauens) — en as scho kazgro; cf. auch: katzgro; -kand N.: 1) «Junges der Katze» — Kazekanner mause gier (die Katze läßt das Mausen nicht); 2) übtr.: «schnippisches Mädchen»; -kapp M.: 1) «Kopf der Katze, katzenähnlicher Kopf»; 2) «Böller» — dafür auch: duebel(en) Hok (s. Hok sub 2 II/166), Kläckeljoun (Wellenstein, Hof Remich); 3) «Knallfrosch, mehrmals knallender und springender Feuerwerkskörper» (s. Fräsch sub 2); 4) «Waldkauz, Strix aluco» — cf. Kauz I sub 1/b — klenge K. «Rauhfußkauz, Aegolius funereus»; -kéis M.: «rundblättrige Malve, Malva rotundifolia» — dafür auch: Bréidercheskraut (I/150), Kéiskraitchen; -kierwel M.: «gemeiner Erdrauch, Fumaria officinalis»; -kléi M.: «gemeiner Wundklee, Anthyllis vulneraria»; -kraut N.: 1) «gebräuchlicher Baldrian, Valeriana officinalis» — auch: Baltes (I/68); 2) «Tausendgüldenkraut, Erythraea Centaurium» — auch: Dausendgëllekraut, (Dausend-)Goldgëllekraitchen, Dausendgelen (I/186); 3) Wb. 06: «Achillea millefolium» (das dort «Tausendgüldenkraut» genannt wird) — wofür: Dausendblietchen, Dausendschéierchen (I/186); 4) «rundblättrige Malve, Malva rotundifolia» — auch: -kéis; 5) «Katzengamander, Teucrium marum» — d'Kaze wänzele sech gären dran — am K. setzt een d'Sträck, fir d'Kazen ze fänken; -lach N.: 1) «Schlupfloch» (im Scheunentor, für die Katze); 2) Flurname; -léift F.: 1) «übertriebene, unverständige Mutterliebe»; 2) «Frau mit übergroßer Liebe für Katzen» — auch: -mamm, -mudder; -liewen N.: «zähes, widerstandsfähiges Leben» — en huet e Kazeliewen (er stirbt nicht so schnell); -mamm F. = -léift sub 2; -manz, -mënz F.: «gemeine Katzenminze, Nepeta cataria»; -mount M.: «Februar» (Wb. 06) — häufig auch: «März» (cf. Renert III: Du stréilt den Hinz de Schnorres, E geet wi an de Mäerz, E setzt an d'Loft de Schwänzchen, Sou riicht as wéi eng Käerz) — allgem.: «Monat, in dem die Katzen sich paaren»; -mudder F.: 1) Wb. 06: «Mutter, die ihre Kinder verzieht»; 2) «Frau, die eine besondere Liebe zu Katzen hegt»; 3) «verliebtes Weib» (der Volksglaube behauptet, die Bed. sub 2 verbürge die Neigung sub 3); -musek (dafür auch: -concert M.) F.: 1) «(nächtl.) Geschrei der Katzen in den Kazeméint»; 2) «schlechte Musik, Kakophonie, lautes Weinen» — hal op mat där K.!; 3) neben Kazemusekstaart F.: «Obstkuchen mit Teigschicht darüber» — häufiger: Moumentaart; -pelz M.: «Katzenfell» — Volksmedizin: e K. em de Läif gebonn oder an de Schong as gutt géint d'Giicht; -piss M.: «Katzenurin» — von Muskatellertrauben (Moschgedäller) heißt es gelegentlich: si schmaachen no K.; -schéngchen M.: «gemeiner Huflattich, Tussilago farfara» — cf. Ieselsfouss II/202; auch «Segge». -schossel F.: «Schüssel, aus der die Katze frißt» — übtr.: e frësst aus der K. (er leidet bittere Not nach der Verschwendung seiner Habe) — e kritt aus der K. (z'iessen — ein Alter wird im Haus von Kindern übel behandelt); -schwanz M.: 1) «Schwanz der Katze» — gerne als iron. Längenmaß gebr.: wéi wäit as et bis an den Himmel? e K., wann e laang genuch as — et feelt nëmmen e K. (es fehlt noch viel); 2) «Schachtelhalm, Equisetum arvense und andere Arten» — auch: Schuefstréi, Schofstréi — Volksmedizin: liefert getrocknet einen Aufguß gegen Gicht, Erkältung; 3) Wb. 06: «mittlerer Wegerich»; -spronk M.: «geringe Entfernung» — 't as nëmmen e K. (bis dohinner); [Bd. 2, S. 310] -stillchen M.: «aus Binsen geflochtenes Stühlchen» (wie es die Kinder beim Viehhüten anfertigen — cf. etwa Bansenhais-chen I/102);

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

© 2010 - Projekt LexicoLux des Laboratoire de linguistique et de littératures luxembourgeoises der Universität Luxemburg, in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier
Hinweis zum problematischen Wortgut