LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Käerzenhittchen bis käipen (Bd. 2, Sp. 312b bis 314a)
 
-hittchen M.; -liicht N.: «Kerzenlicht» — beim K.; [Bd. 2, S. 313] -riicht Adj.: «kerzengerade» (Wb. 06) — dafür meist: riicht ewéi eng K., poulriicht; -schnäiz F.: «Lichtputzschere» (zum Entfernen des verkohlten Wiechenendes, Boz oder Koz genannt — s. d.); -schnäizert M.: «Nichtstuer, der sich mit unwichtigen, kleinen Arbeiten abgibt»; -stack, -stänner M.: «Kerzenständer» (bes. in der Kirche, vor der Bahre) — sonst meist: Bougeoir (Ton: 1 — s. d. I/137); -stomp M.: 1) «Kerzenstummel» — dafür auch: e Stippche Käerz — bei deem geet kee Käerzestëmpche verluer (er ist sehr geizig); 2) «Wachsendchen, das zu Lichtmeß in Kreuzform an die Innenseite der Stubentüre geklebt wurde»; 3) früher wurden aus den Stummeln der bei aufgebahrten Toten im Hause abgebrannten Kerzen Wachskreuzchen geknetet, die oben an der Tür angeheftet wurden.
 
käfeg Adj.: «leicht zu verkaufen» (cf. dagegen kääflech, käferlech) — Echt.: su en Woar as nët käfig.
 
Käfer M.: «Käufer»; Käfesch F.: «Käuferin» — oft.: «Aufkäufer auf dem Wochenmarkt» (gängiger: Opkäfer).
 
Käffer (Ostrand, Ösl. spor. /ke:fər) M. (bisw. F.): 1) «Dachsparren»; 2) «Baum, der die Dicke eines Dachsparrens hat»; das rom. Lehnwort (aus lat. *caprio — FRINGS Germania Romana 85) gilt nur in den benachbarten westdeutschen Mundarten von dem Scheitel des Hunsrück bis nördlich von Aachen und rechts des Rheins nur im Westerwald und im Dillkreis (Rhein. Wb. IV/47-50), sowie in den siebenbürgischen Mundarten.
 
Käffer- / käffer- -déck Adj.: «von der Dicke eines Dachsparrens»; -holz N.: «Holz, das zu Dachsparren geeignet ist, verarbeitet wird»;
 
käfferen intr./trans. Verb.: «Dachsparren einpassen, verlegen».
 
Käff(e)ler M.: «Sparrenmacher».
 
käicheg Adj.: «kurzatmig» (cf. auch dämpeg sub 2) — 't gët engem esou k. an deem Niwel (der Nebel beengt die Atmung) — eisen ale Biddi (altes Pferd) gët ewell k.
 
käichen intr. Verb.: «keuchen» — k. ewéi en aalt Päerd, eng Lokemotiv, eng Dampmaschin, de Jhangeli (Kleinbahn) — e käicht de Bierg erop (er ersteigt den Berg keuchend) — en huet gekäicht vun Opregong; Abl.: Gekäichs N. — wat e G. fir déi Grimmel Aarbecht.
 
Käicher I M.: «großer runder, bauchiger Strohkorb» — eppes ewéi e K. (zu dick) — dafür auch: Häicher, Käiper, Mäicher (cf. Häicher I Bd. II/130).
 
Käicher II M.: 1) «Lathyrus sativus, Saatplatterbse, spanische Wicke»; 2) «Cicer arietinum, gemeine Kichererbse».
 
Käichert M.: 1) «kurzatmiger Schwächling»; 2) «keuchender Atem, latenter Husten, dauernder Hustenreiz» — en huet de K. well jorelaang.
 
Käierchen (lok. Echt.) M.: «Mondviertel» — den ischte K. voam Moont (cf. frz. premier quartier de la lune).
 
Käik F.: 1) «meist dreieckige oder halbrunde Dachluke» — meist das Komp.: Daachkäik (I/175) — dafür auch: Kénk (s. d.); 2) im Pl. Käiken, Dim. Käikelcher, Kickelcher (Ammensprache): «Augen» — maach d'Käiken op (öffne die Augen und paß auf) — spaßh. auch: Känkiën (s. Känki) — dafür auch das Komp. Akäiken (grob Aaschkäiken) — cf. auch Guckelchen (II/87); 3) lok. «Augenbrauen».
 
Käil (Pl. Käiler, lok. Käilen) M.: 1) «Keil» — ee K. dreift deen aner — elo huet en hoffentlech säi leschte K. ageschloën (jetzt hat er hoffentlich zum letzten Mal seinen Querkopf durchgesetzt) — anders: elo as mäi leschte K. ageschloën (jetzt habe ich mein letztes, äußerstes Mittel versucht); 2) Keilförmiges: a) «Federhalter» (früher allgem., heute selten) — für das Komp. Fiederkäil (im Gegs. zur Füllfeder, dem Stylo) — du hues eng Schrëft, 't mengt een du häss mam K. geschriwwen (mit dem Kiel statt mit der Feder) — die hd. Wörter «Kiel» und «Keil» fallen zusammen (cf. Keil II Rhein Wb. IV/390); b) «dicke Brotschnitte» — en décke K. Brout; c) «Ansatz einer jungen Feder, Haaransatz in der Kopfhaut» — beim Grand (Kopfgrind II/74) gin d'Käiler an der Haut méi déck; d) «Schlüsseldorn» (Wb. 06).
 
Käil- -kapp M.: 1) «Querkopf, eigensinniger Mensch» — dat sin déi gréisste Käilkäpp aus der Géigend — dafür auch: Krällkapp; 2) «Querköpfigkeit, Eigensinn» — mir wäerten deem säi K. schon nach verdreiwen; 3) lok. Echt.: «Geizhals» (so auch in der eiflerischen Nachbarschaft, etwa Wolsfeld — im Rhein. Wb. IV/392 nicht belegt); [Bd. 2, S. 314] 4) Spottname der Herborner — Erklärung sub Hierber (II/157); -käppeg (Osten, Echt.: -koapig) Adj.: «querköpfig, eigensinnig»; -këssen M. (N.): «Keilkissen», dafür auch: Stäilkëssen (am Kopfende des Bettes); -kraut N.: «Steinbrech, Saxifraga» — Volksmedizin: d'K. verdreift Blosesteng.
 
käilen (lok. keilen) trans. Verb.: 1) «durch Einrammen eines Keils befestigen» — mer mussen de Poteau k., soss wackelt, wibbelt e wéi e Kouschwanz; 2) «durch Unterschieben eines Keils zum Stehen bringen» (ein Gefährt, einen Tisch auf unebener Unterlage usw.); 3) «viel essen» (zu Käil 2/b) — daher auch: en huet sech de Mo verkäilt (überladen) — cf. auch keilen, kalléieren.
 
Käip I F.: 1) veraltet: «Korb, Kiepe» — auch noch in der übtr. Bed. «Abweisung»; 2) «Stroh-, Basthut»; 3) «Haube»; 4) meist Dim. Käipchen: «aufrechte Federn am Kopf eines Vogels» — dafür lok. auch Hippchen; cf. Kaup (und das Adj. kaupeg), Häip sub 4/c.
 
käipen I trans./intr. Verb.: 1) «treten» (vom Federvieh); 2) geringschätzig, von Menschen: «coire» — intr.: «sich sexuellen Ausschweifungen hingeben» — dazu die Abl.: Gekäips N. (cf. auch: kaupen).
 
Käip II F.: = Kéng sub 3.
 
Käipéng, Käip F.: «coitus» (obszön).
 
Käipert M.: «Mensch, der stets hinter Frauenzimmern her ist».
 
käipen II trans. Verb.: «überflüssige Äste, Spitzen entfernen» (cf. këppen, käppen).

 

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