LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Käfer bis Käler Dall, Kääldall (Bd. 2, Sp. 313a bis 314b)
 
Käfer M.: «Käufer»; Käfesch F.: «Käuferin» — oft.: «Aufkäufer auf dem Wochenmarkt» (gängiger: Opkäfer).
 
Käffer (Ostrand, Ösl. spor. /ke:fər) M. (bisw. F.): 1) «Dachsparren»; 2) «Baum, der die Dicke eines Dachsparrens hat»; das rom. Lehnwort (aus lat. *caprio — FRINGS Germania Romana 85) gilt nur in den benachbarten westdeutschen Mundarten von dem Scheitel des Hunsrück bis nördlich von Aachen und rechts des Rheins nur im Westerwald und im Dillkreis (Rhein. Wb. IV/47-50), sowie in den siebenbürgischen Mundarten.
 
Käffer- / käffer- -déck Adj.: «von der Dicke eines Dachsparrens»; -holz N.: «Holz, das zu Dachsparren geeignet ist, verarbeitet wird»;
 
käfferen intr./trans. Verb.: «Dachsparren einpassen, verlegen».
 
Käff(e)ler M.: «Sparrenmacher».
 
käicheg Adj.: «kurzatmig» (cf. auch dämpeg sub 2) — 't gët engem esou k. an deem Niwel (der Nebel beengt die Atmung) — eisen ale Biddi (altes Pferd) gët ewell k.
 
käichen intr. Verb.: «keuchen» — k. ewéi en aalt Päerd, eng Lokemotiv, eng Dampmaschin, de Jhangeli (Kleinbahn) — e käicht de Bierg erop (er ersteigt den Berg keuchend) — en huet gekäicht vun Opregong; Abl.: Gekäichs N. — wat e G. fir déi Grimmel Aarbecht.
 
Käicher I M.: «großer runder, bauchiger Strohkorb» — eppes ewéi e K. (zu dick) — dafür auch: Häicher, Käiper, Mäicher (cf. Häicher I Bd. II/130).
 
Käicher II M.: 1) «Lathyrus sativus, Saatplatterbse, spanische Wicke»; 2) «Cicer arietinum, gemeine Kichererbse».
 
Käichert M.: 1) «kurzatmiger Schwächling»; 2) «keuchender Atem, latenter Husten, dauernder Hustenreiz» — en huet de K. well jorelaang.
 
Käierchen (lok. Echt.) M.: «Mondviertel» — den ischte K. voam Moont (cf. frz. premier quartier de la lune).
 
Käik F.: 1) «meist dreieckige oder halbrunde Dachluke» — meist das Komp.: Daachkäik (I/175) — dafür auch: Kénk (s. d.); 2) im Pl. Käiken, Dim. Käikelcher, Kickelcher (Ammensprache): «Augen» — maach d'Käiken op (öffne die Augen und paß auf) — spaßh. auch: Känkiën (s. Känki) — dafür auch das Komp. Akäiken (grob Aaschkäiken) — cf. auch Guckelchen (II/87); 3) lok. «Augenbrauen».
 
Käil (Pl. Käiler, lok. Käilen) M.: 1) «Keil» — ee K. dreift deen aner — elo huet en hoffentlech säi leschte K. ageschloën (jetzt hat er hoffentlich zum letzten Mal seinen Querkopf durchgesetzt) — anders: elo as mäi leschte K. ageschloën (jetzt habe ich mein letztes, äußerstes Mittel versucht); 2) Keilförmiges: a) «Federhalter» (früher allgem., heute selten) — für das Komp. Fiederkäil (im Gegs. zur Füllfeder, dem Stylo) — du hues eng Schrëft, 't mengt een du häss mam K. geschriwwen (mit dem Kiel statt mit der Feder) — die hd. Wörter «Kiel» und «Keil» fallen zusammen (cf. Keil II Rhein Wb. IV/390); b) «dicke Brotschnitte» — en décke K. Brout; c) «Ansatz einer jungen Feder, Haaransatz in der Kopfhaut» — beim Grand (Kopfgrind II/74) gin d'Käiler an der Haut méi déck; d) «Schlüsseldorn» (Wb. 06).
 
Käil- -kapp M.: 1) «Querkopf, eigensinniger Mensch» — dat sin déi gréisste Käilkäpp aus der Géigend — dafür auch: Krällkapp; 2) «Querköpfigkeit, Eigensinn» — mir wäerten deem säi K. schon nach verdreiwen; 3) lok. Echt.: «Geizhals» (so auch in der eiflerischen Nachbarschaft, etwa Wolsfeld — im Rhein. Wb. IV/392 nicht belegt); [Bd. 2, S. 314] 4) Spottname der Herborner — Erklärung sub Hierber (II/157); -käppeg (Osten, Echt.: -koapig) Adj.: «querköpfig, eigensinnig»; -këssen M. (N.): «Keilkissen», dafür auch: Stäilkëssen (am Kopfende des Bettes); -kraut N.: «Steinbrech, Saxifraga» — Volksmedizin: d'K. verdreift Blosesteng.
 
käilen (lok. keilen) trans. Verb.: 1) «durch Einrammen eines Keils befestigen» — mer mussen de Poteau k., soss wackelt, wibbelt e wéi e Kouschwanz; 2) «durch Unterschieben eines Keils zum Stehen bringen» (ein Gefährt, einen Tisch auf unebener Unterlage usw.); 3) «viel essen» (zu Käil 2/b) — daher auch: en huet sech de Mo verkäilt (überladen) — cf. auch keilen, kalléieren.
 
Käip I F.: 1) veraltet: «Korb, Kiepe» — auch noch in der übtr. Bed. «Abweisung»; 2) «Stroh-, Basthut»; 3) «Haube»; 4) meist Dim. Käipchen: «aufrechte Federn am Kopf eines Vogels» — dafür lok. auch Hippchen; cf. Kaup (und das Adj. kaupeg), Häip sub 4/c.
 
käipen I trans./intr. Verb.: 1) «treten» (vom Federvieh); 2) geringschätzig, von Menschen: «coire» — intr.: «sich sexuellen Ausschweifungen hingeben» — dazu die Abl.: Gekäips N. (cf. auch: kaupen).
 
Käip II F.: = Kéng sub 3.
 
Käipéng, Käip F.: «coitus» (obszön).
 
Käipert M.: «Mensch, der stets hinter Frauenzimmern her ist».
 
käipen II trans. Verb.: «überflüssige Äste, Spitzen entfernen» (cf. këppen, käppen).
 
Käiper M.: = Käicher (lok.).
 
Käitchen M.: «schlechter Wein» (cf. Käute I Rhein Wb. IV/346).
 
Käitschelchen F.: = Dim. zu Kautsch (s. d.).
 
Käizchen M.: = Dim. zu Kauz (s. d.) — im bes.: 1) verschiedene Raubvögel, nämlich: a) «Steinkauz, Athene noctua»; b) «Sperber, Accipiter nisus» — in dieser Bed. auch: Dauwekäizchen; c) verschiedene Falkenarten: «Turmfalke, Falco tinnunculus», klenge K. «Merlinfalke, Falco columbarius», Schmuelwerkäizchen «Baumfalke, Falco subbuteo»; d) lok. «Habicht, Accipiter gentilis»; als Vogelname gilt auch die Nebenform Käiz; 2) «schlechter Wein» — cf. Käitchen; 3) «kleiner, mißbildeter Apfel» — cf. Knäizchen; 4) Mosel: «Gläschen Branntwein am Morgen» in der Ra.: e K. huelen — wann et mat äm K. duergéing, sot d'Fra, ma 't gët der en hallef Dosen an hannenno bas dou kauzeg (Wortspiel — cf. das Adj. kauzeg); 5) «Nase, bes. Trinkernase» (= Schnapsnues).
 
käizen trans. Verb.: «überflüssige Äste spitzen, wegschneiden» (lok. Westen — so in Bettborn belegt) — en hat d'Bäm al gekäizt — meist dafür këppen, käppen (cf. auch käipen II).
 
Käkert, Kekert M.: «Einhörnchen» — vom W6. 06 vermerkte Variante (ohne Ortsangabe), die nirgends auf der Karte IV/12 des Rhein Wb. IV/318 vermerkt ist — cf. Kawäächelchen; im Jahre 1926 in der Hosinger Gegend belegt: Bamkäkert.
 
Käl, Keel ON.: «Kayl» — Gem. Kayl, Kant. Esch/Alz. — 539; der Ort hat dem Käler Dall, Kääldall (-ee-) «Kaylertal», durch das die

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

© 2010 - Projekt LexicoLux des Laboratoire de linguistique et de littératures luxembourgeoises der Universität Luxemburg, in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier
Hinweis zum problematischen Wortgut