LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Käffer- / käffer- bis Käler Poteau (Bd. 2, Sp. 313a bis 314b)
 
Käffer- / käffer- -déck Adj.: «von der Dicke eines Dachsparrens»; -holz N.: «Holz, das zu Dachsparren geeignet ist, verarbeitet wird»;
 
käfferen intr./trans. Verb.: «Dachsparren einpassen, verlegen».
 
Käff(e)ler M.: «Sparrenmacher».
 
käicheg Adj.: «kurzatmig» (cf. auch dämpeg sub 2) — 't gët engem esou k. an deem Niwel (der Nebel beengt die Atmung) — eisen ale Biddi (altes Pferd) gët ewell k.
 
käichen intr. Verb.: «keuchen» — k. ewéi en aalt Päerd, eng Lokemotiv, eng Dampmaschin, de Jhangeli (Kleinbahn) — e käicht de Bierg erop (er ersteigt den Berg keuchend) — en huet gekäicht vun Opregong; Abl.: Gekäichs N. — wat e G. fir déi Grimmel Aarbecht.
 
Käicher I M.: «großer runder, bauchiger Strohkorb» — eppes ewéi e K. (zu dick) — dafür auch: Häicher, Käiper, Mäicher (cf. Häicher I Bd. II/130).
 
Käicher II M.: 1) «Lathyrus sativus, Saatplatterbse, spanische Wicke»; 2) «Cicer arietinum, gemeine Kichererbse».
 
Käichert M.: 1) «kurzatmiger Schwächling»; 2) «keuchender Atem, latenter Husten, dauernder Hustenreiz» — en huet de K. well jorelaang.
 
Käierchen (lok. Echt.) M.: «Mondviertel» — den ischte K. voam Moont (cf. frz. premier quartier de la lune).
 
Käik F.: 1) «meist dreieckige oder halbrunde Dachluke» — meist das Komp.: Daachkäik (I/175) — dafür auch: Kénk (s. d.); 2) im Pl. Käiken, Dim. Käikelcher, Kickelcher (Ammensprache): «Augen» — maach d'Käiken op (öffne die Augen und paß auf) — spaßh. auch: Känkiën (s. Känki) — dafür auch das Komp. Akäiken (grob Aaschkäiken) — cf. auch Guckelchen (II/87); 3) lok. «Augenbrauen».
 
Käil (Pl. Käiler, lok. Käilen) M.: 1) «Keil» — ee K. dreift deen aner — elo huet en hoffentlech säi leschte K. ageschloën (jetzt hat er hoffentlich zum letzten Mal seinen Querkopf durchgesetzt) — anders: elo as mäi leschte K. ageschloën (jetzt habe ich mein letztes, äußerstes Mittel versucht); 2) Keilförmiges: a) «Federhalter» (früher allgem., heute selten) — für das Komp. Fiederkäil (im Gegs. zur Füllfeder, dem Stylo) — du hues eng Schrëft, 't mengt een du häss mam K. geschriwwen (mit dem Kiel statt mit der Feder) — die hd. Wörter «Kiel» und «Keil» fallen zusammen (cf. Keil II Rhein Wb. IV/390); b) «dicke Brotschnitte» — en décke K. Brout; c) «Ansatz einer jungen Feder, Haaransatz in der Kopfhaut» — beim Grand (Kopfgrind II/74) gin d'Käiler an der Haut méi déck; d) «Schlüsseldorn» (Wb. 06).
 
Käil- -kapp M.: 1) «Querkopf, eigensinniger Mensch» — dat sin déi gréisste Käilkäpp aus der Géigend — dafür auch: Krällkapp; 2) «Querköpfigkeit, Eigensinn» — mir wäerten deem säi K. schon nach verdreiwen; 3) lok. Echt.: «Geizhals» (so auch in der eiflerischen Nachbarschaft, etwa Wolsfeld — im Rhein. Wb. IV/392 nicht belegt); [Bd. 2, S. 314] 4) Spottname der Herborner — Erklärung sub Hierber (II/157); -käppeg (Osten, Echt.: -koapig) Adj.: «querköpfig, eigensinnig»; -këssen M. (N.): «Keilkissen», dafür auch: Stäilkëssen (am Kopfende des Bettes); -kraut N.: «Steinbrech, Saxifraga» — Volksmedizin: d'K. verdreift Blosesteng.
 
käilen (lok. keilen) trans. Verb.: 1) «durch Einrammen eines Keils befestigen» — mer mussen de Poteau k., soss wackelt, wibbelt e wéi e Kouschwanz; 2) «durch Unterschieben eines Keils zum Stehen bringen» (ein Gefährt, einen Tisch auf unebener Unterlage usw.); 3) «viel essen» (zu Käil 2/b) — daher auch: en huet sech de Mo verkäilt (überladen) — cf. auch keilen, kalléieren.
 
Käip I F.: 1) veraltet: «Korb, Kiepe» — auch noch in der übtr. Bed. «Abweisung»; 2) «Stroh-, Basthut»; 3) «Haube»; 4) meist Dim. Käipchen: «aufrechte Federn am Kopf eines Vogels» — dafür lok. auch Hippchen; cf. Kaup (und das Adj. kaupeg), Häip sub 4/c.
 
käipen I trans./intr. Verb.: 1) «treten» (vom Federvieh); 2) geringschätzig, von Menschen: «coire» — intr.: «sich sexuellen Ausschweifungen hingeben» — dazu die Abl.: Gekäips N. (cf. auch: kaupen).
 
Käip II F.: = Kéng sub 3.
 
Käipéng, Käip F.: «coitus» (obszön).
 
Käipert M.: «Mensch, der stets hinter Frauenzimmern her ist».
 
käipen II trans. Verb.: «überflüssige Äste, Spitzen entfernen» (cf. këppen, käppen).
 
Käiper M.: = Käicher (lok.).
 
Käitchen M.: «schlechter Wein» (cf. Käute I Rhein Wb. IV/346).
 
Käitschelchen F.: = Dim. zu Kautsch (s. d.).
 
Käizchen M.: = Dim. zu Kauz (s. d.) — im bes.: 1) verschiedene Raubvögel, nämlich: a) «Steinkauz, Athene noctua»; b) «Sperber, Accipiter nisus» — in dieser Bed. auch: Dauwekäizchen; c) verschiedene Falkenarten: «Turmfalke, Falco tinnunculus», klenge K. «Merlinfalke, Falco columbarius», Schmuelwerkäizchen «Baumfalke, Falco subbuteo»; d) lok. «Habicht, Accipiter gentilis»; als Vogelname gilt auch die Nebenform Käiz; 2) «schlechter Wein» — cf. Käitchen; 3) «kleiner, mißbildeter Apfel» — cf. Knäizchen; 4) Mosel: «Gläschen Branntwein am Morgen» in der Ra.: e K. huelen — wann et mat äm K. duergéing, sot d'Fra, ma 't gët der en hallef Dosen an hannenno bas dou kauzeg (Wortspiel — cf. das Adj. kauzeg); 5) «Nase, bes. Trinkernase» (= Schnapsnues).
 
käizen trans. Verb.: «überflüssige Äste spitzen, wegschneiden» (lok. Westen — so in Bettborn belegt) — en hat d'Bäm al gekäizt — meist dafür këppen, käppen (cf. auch käipen II).
 
Käkert, Kekert M.: «Einhörnchen» — vom W6. 06 vermerkte Variante (ohne Ortsangabe), die nirgends auf der Karte IV/12 des Rhein Wb. IV/318 vermerkt ist — cf. Kawäächelchen; im Jahre 1926 in der Hosinger Gegend belegt: Bamkäkert.
 
Käl, Keel ON.: «Kayl» — Gem. Kayl, Kant. Esch/Alz. — 539; der Ort hat dem Käler Dall, Kääldall (-ee-) «Kaylertal», durch das die Käälbaach F. fließt, den Namen gegeben; Käler Léiffrächen F.: Marienbild auf einem nördlichen Vorsprung des zwischen Kayl und Rümelingen gelegenen Holleschbierg, zwischen Rischelerkopp und Bromeschbierg, seit der Errichtung des Bergarbeiterdenkmals daselbst Zentrum der Maifeiern der christlichen Gewerkschaft; Käler Poteau M.: Steigung der Landstraße (8' zwischen Kayl und Esch/Alz. — sprichwörtliches Kriterium radsportlicher Leistungen: en hëlt de Käler Poteau wéi wann et näischt wier.

 

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