LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Käser-, Keser- bis Kéiduerf (Bd. 2, Sp. 321a bis 322b)
 
Käser-, Keser- -kroun F.: 1) «Kaiserkrone»; 2) «Fritillaria imperialis»; -téi M.: «gemeiner Odermennig, Agrimonia eupatoria» — dafür auch Kannertéi (s. d.).
 
käserlech, keserlech (Ostrand mit Echternach: kaiserlich) Adj.: «wie es sich für einen Kaiser gebührt (hätte)» — et gouf k. ze Mëtteg z'iessen — Echt.: dat nenen äich ä kaiserlich empfénken — auch: e krut eng op (an) d'Schnëss, an dat eng k. (eine feste Ohrfeige).
 
Kätt(i), Kättchen, Kättréng weibl. Vorn.: «Katharine» — andere Var. bei Katrin.
 
Kätzchen I (Pl. Kätzercher, Osten u. Norden Kezercher, Westen -chen) F.: = Dim. zu Kaz (s. d.) — im bes.: 1) «Blütenstand verschiedener Bäume u. Kräuter» (Weide, Haselstaude, Ackerklee) — in dieser Bed. bes. im Pl. gebr.: 't gët dëst Joer en zäitegt Fréijoer, d'Kätzercher bléie schon — en hat e ganzen Aarbel rout Kätzercher gepléckt (Ackerklee); dafür oft auch: Miiss-chen, Scheefchen, Lämmchen — meist heißen die Blütenstände der Knackweide (Salix fragilis), die eine raupenähnliche Form haben Schewercher, die der Salweide (Salix caprea) die gedrungener sind dagegen Kätzercher, gelegtl. werden auch die weiblichen Blütenstände der Salweide Schewercher genannt, während die Bezeichnung Kätzercher oder Miissercher den männlichen vorbehalten bleibt, schließlich wird mancherorts nur nach dem Grad der Reife unterschieden: solange noch die Blütenstände der Salweide weißhaarig anzuschauen sind, heißen sie Kätzercher/Miissercher, später, wenn sie sich geöffnet haben und gelbgrün aussehen, erst Schewercher — die Blütenstände der Hasel heißen nur: Lämmercher, Schewercher; 2) «dickerer, weißer (Stein)Knicker» — ist mehr wert als ein gewöhnlicher Knicker (Wak, Mierbel, Jhick, Minälli) — andere Namen für dickere Knicker: Aga, Bomm, Klatz, Kardaatsch.
 
Kätzchen II M.: Dim. zu Katz in der Ammenspr. — huet d'Kand e K. gemat? (hat das Kind sich erbrochen); dafür häufig auch: Kätzeli F.
 
kätzelen I intr. Verb.: «sich wie ein Kätzchen benehmen» (bes. «schmeicheln, liebkosen»).
 
kätzelen II intr. Verb.: «andauernd hüsteln» (iterativ zu katzen) — dazu die Abl.: Gekätzels N. — 't as de Wanter nët an den Thiater ze goen, 't as do e Gekätzels a keen Enn.
 
Kätzer M.: 1) «andauernder leichter Husten, Hustenreiz, Morgenhusten, Raucherhusten» — ech gin dee K. nët méi lass; 2) Ga.: «Person, welche andauernd hustet»; in beiden Bed. dafür auch Katzert.
 
keck (lok. Mosel) Adj.: «komisch».
 
këddelen (lok. këttelen, Mosel këtzelen) trans. Verb.: 1) «kitzeln» — dir kënnt e k. wou der wëllt, dir bréngt en nët un d'Laachen — nachdem jem. einen schlechten Witz erzählt hat: këddel mech, da laachen ech oder: wie këddelt mech? — dee sech selwer këddelt (dee) laacht wann e wëllt (übtr.: man ist für seinen eigenen Mißgriff verantwortlich); 2) «an einer empfindlichen Stelle treffen, empfindlich einwirken auf» — da waart, ech k. en (warte, ich werde den Verstockten zum Reden bringen oder: ich werde ihm Unangenehmes sagen) — de Wiirt hat eis schwéier gekëddelt (der Wirt hatte uns teures Getränk aufgetragen); 3) «reizen, necken» — dat do as een nëmme gekëddelt (von einer guten Speise, einem guten Getränk nur wenig kosten lassen) — nu këddelt nët mat e puer Frang, sot emol dausend, da geet et viru mat der Stee (Versteigerung); 4) auch intr.: «kleine, unwichtige Arbeiten verrichten» — en huet de ganzen Dag am Schapp dohier gekëddelt, um Enn hat en awer näischt gemat — en huet d'Aarbecht nëmme gekëddelt — dazu die Abl.: Gekëddels N., Këddelei F. (dies meist im Pl. Këddeleien): bes. «kleine unwichtige Arbeit(en)» — mat dene Këddeleien as den Dag vergaang, ier ee sech emsinn hat — dat Gekëddels huet méi deier kascht, wéi e fonkelneie Bau (andauernde Flickereien); 5) «Kot machen» (von Schafen, Ziegen, Hasen, Kaninchen).
 
Këddel, Këttel F.: 1) «schlampiges Weib»; 2) «Pferde-, Ziegen-, Schafexkrement» (seltener: von Hasen, Kaninchen); 3) «Schmutzknoten im Fell, bes. am Schweif des Viehs» — wofür weitgehend Knetzel (cf. Rhein. [Bd. 2, S. 322] Wb. Wortkarte IV/7, Sp. 119/120); 4) bisw.: «Juckreiz» — ech hun eng K. un der Nues (kindersprachlich).
 
këddeleg, këtteleg Adj.: 1) «kitzlig» — en as k. ënnert den Äerm, ënnert de Féiss, un de Knéien; 2) «empfindlich» — so näischt zu em, 't as där Këddeleger än — do as séng k. Plaz (im eigtl. u. im übtr. Sinne).
 
Këddel-/ Këttel- -blumm F.: «Sumpfdotterblume, Caltha palustris»; -holz N.: «Maschenhäkchen zum Häkeln».
 
Këddeler, Këtteler M.: 1) «Bauer, der nur wenige Äcker besitzt»; 2) «jem., der ohne besondere Kenntnisse unbedeutende handwerkliche Arbeiten verrichtet, Ausbesserungen ausführt»; 3) «Zauderer» — zu këddelen sub 3 (hie këddelt mer zevill); 4) lok.: «jemand, dem nicht zu trauen ist» (Consthum).
 
Keejhen, Keejhéng gemeinlux. Variante zu Käejhen ON. (s. d.).
 
keemzen, këmmzen (lok. Mosel) intr. Verb.: = käermen, keimen (s. d.).
 
Këfferschmëtt (lok. Nordösl.) M.: «Blattkäfer».
 
Këfferbuer M.: «Mineralwasserquelle in der Schwaarzuecht südlich von Echternach» — dort auch Reste gallorömischer Siedlung; es ging die Rede beim Volk, Kühe, die aus dem K. tränken, wenn sie trächtig seien, würden leicht verwerfen (s. d. I/359).
 
Kéi, Kee, Queue (wie frz.) M.: 1) heute ungebr.: «Männerzopf» (der im Nacken bis über den Rockkragen hing — bis nach der Mitte des 19. Jahrhunderts u. a. von den Normalschülern getragen); 2) heute nur noch F. und in der frz. Ausspr.: «Menschenschlange» (beim Anstehen) — d'Leit hu stonnelaang Queue gestan, gemat, fir esou en hongrege Billet ze ergadderen; 3) ebenfalls F. und in frz. Ausspr.: «Billardstock» — um Enn si se mat de Queuën openee lassgaang — aus dem Frz. ebenfalls der Neol.: Queue de cheval F.: «ungeflochtener Mädchenzopf, der wie ein Pferdeschwanz vom Hinterkopf flattert» — dafür auch: Päerdsschwanz.
 
Kéi- (Umlautform zu Kou- s. d.) / kéi- (in den meisten Komp. lautet das Bestimmungswort auch Kou-, s. d.) -aën Pl. N.: «große, ausdruckslose Augen» (beim Menschen, bes. bei Mädchen u. Frauen); -auder M. «Kuheuter» — man unterscheidet: kuurzmämmege, laangmämmegen, dräimämmege, fënnefmämmege Kéiauder — sind die Zitzen (Mamen, Mämmen) nach vorne gerichtet, so hat die Kuh einen Gäässenauder — K. ist ein beliebtes Gericht — zur Maßangabe: eppes wéi e K. (etwa von einer Geschwulst); -bauer M.: «kleiner Bauer, der kein Pferd besitzt, also nur Kühe anspannen kann» — auch: Kräizerbauer; -bäizchen M. (N.): = lok. Synonym (Rosport) für -kallef (s. d.); -ber ON.: «Küborn» — Gem. Wahl, Kant. Redingen — 150; bemaangelt wéi déi Kéiberer Kéi (die nicht einwandfrei — nët liwwereg — waren); -bierg ON.: «Kuhberg» — 1) besiedelte Anhöhe (Ausflugsort) am Nordostrand der Stadt Luxemburg längs der alten Trierer Straße — ohne überzeugenden Beleg als Géibierg, géie Bierg «steiler Berg» erklärt (Volkswitz); 2) kleines Gehöft an der Straße Kehlen-Dondel (Gem. Kehlen); -déif M.: «Kuhdieb» — oft als Schimpfwort gebr. — cf. auch Ga(u)- déif; hier ist offenbar géi mit Kéi- verwechselt worden, auch Ga(u)déif gehört zu der Sippe von ahd. gâhi «schnell, behende», mnd. gauwe; meist in Verb. mit einem Adj., das sich auf die Haarfarbe bezieht: du roude (rothaariger), wäisse (hellhaariger) K.! -dränk F.: «Kuhtränke» — neuerdings: automatesch K.; cf. auch -komp u. Synonyma; -duerf N.: «schmutziges Dorf»;

 

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