LWB Luxemburger Wörterbuch
 
kätzelen bis Kéifockert (Bd. 2, Sp. 321b bis 323a)
 
kätzelen I intr. Verb.: «sich wie ein Kätzchen benehmen» (bes. «schmeicheln, liebkosen»).
 
kätzelen II intr. Verb.: «andauernd hüsteln» (iterativ zu katzen) — dazu die Abl.: Gekätzels N. — 't as de Wanter nët an den Thiater ze goen, 't as do e Gekätzels a keen Enn.
 
Kätzer M.: 1) «andauernder leichter Husten, Hustenreiz, Morgenhusten, Raucherhusten» — ech gin dee K. nët méi lass; 2) Ga.: «Person, welche andauernd hustet»; in beiden Bed. dafür auch Katzert.
 
keck (lok. Mosel) Adj.: «komisch».
 
këddelen (lok. këttelen, Mosel këtzelen) trans. Verb.: 1) «kitzeln» — dir kënnt e k. wou der wëllt, dir bréngt en nët un d'Laachen — nachdem jem. einen schlechten Witz erzählt hat: këddel mech, da laachen ech oder: wie këddelt mech? — dee sech selwer këddelt (dee) laacht wann e wëllt (übtr.: man ist für seinen eigenen Mißgriff verantwortlich); 2) «an einer empfindlichen Stelle treffen, empfindlich einwirken auf» — da waart, ech k. en (warte, ich werde den Verstockten zum Reden bringen oder: ich werde ihm Unangenehmes sagen) — de Wiirt hat eis schwéier gekëddelt (der Wirt hatte uns teures Getränk aufgetragen); 3) «reizen, necken» — dat do as een nëmme gekëddelt (von einer guten Speise, einem guten Getränk nur wenig kosten lassen) — nu këddelt nët mat e puer Frang, sot emol dausend, da geet et viru mat der Stee (Versteigerung); 4) auch intr.: «kleine, unwichtige Arbeiten verrichten» — en huet de ganzen Dag am Schapp dohier gekëddelt, um Enn hat en awer näischt gemat — en huet d'Aarbecht nëmme gekëddelt — dazu die Abl.: Gekëddels N., Këddelei F. (dies meist im Pl. Këddeleien): bes. «kleine unwichtige Arbeit(en)» — mat dene Këddeleien as den Dag vergaang, ier ee sech emsinn hat — dat Gekëddels huet méi deier kascht, wéi e fonkelneie Bau (andauernde Flickereien); 5) «Kot machen» (von Schafen, Ziegen, Hasen, Kaninchen).
 
Këddel, Këttel F.: 1) «schlampiges Weib»; 2) «Pferde-, Ziegen-, Schafexkrement» (seltener: von Hasen, Kaninchen); 3) «Schmutzknoten im Fell, bes. am Schweif des Viehs» — wofür weitgehend Knetzel (cf. Rhein. [Bd. 2, S. 322] Wb. Wortkarte IV/7, Sp. 119/120); 4) bisw.: «Juckreiz» — ech hun eng K. un der Nues (kindersprachlich).
 
këddeleg, këtteleg Adj.: 1) «kitzlig» — en as k. ënnert den Äerm, ënnert de Féiss, un de Knéien; 2) «empfindlich» — so näischt zu em, 't as där Këddeleger än — do as séng k. Plaz (im eigtl. u. im übtr. Sinne).
 
Këddel-/ Këttel- -blumm F.: «Sumpfdotterblume, Caltha palustris»; -holz N.: «Maschenhäkchen zum Häkeln».
 
Këddeler, Këtteler M.: 1) «Bauer, der nur wenige Äcker besitzt»; 2) «jem., der ohne besondere Kenntnisse unbedeutende handwerkliche Arbeiten verrichtet, Ausbesserungen ausführt»; 3) «Zauderer» — zu këddelen sub 3 (hie këddelt mer zevill); 4) lok.: «jemand, dem nicht zu trauen ist» (Consthum).
 
Keejhen, Keejhéng gemeinlux. Variante zu Käejhen ON. (s. d.).
 
keemzen, këmmzen (lok. Mosel) intr. Verb.: = käermen, keimen (s. d.).
 
Këfferschmëtt (lok. Nordösl.) M.: «Blattkäfer».
 
Këfferbuer M.: «Mineralwasserquelle in der Schwaarzuecht südlich von Echternach» — dort auch Reste gallorömischer Siedlung; es ging die Rede beim Volk, Kühe, die aus dem K. tränken, wenn sie trächtig seien, würden leicht verwerfen (s. d. I/359).
 
Kéi, Kee, Queue (wie frz.) M.: 1) heute ungebr.: «Männerzopf» (der im Nacken bis über den Rockkragen hing — bis nach der Mitte des 19. Jahrhunderts u. a. von den Normalschülern getragen); 2) heute nur noch F. und in der frz. Ausspr.: «Menschenschlange» (beim Anstehen) — d'Leit hu stonnelaang Queue gestan, gemat, fir esou en hongrege Billet ze ergadderen; 3) ebenfalls F. und in frz. Ausspr.: «Billardstock» — um Enn si se mat de Queuën openee lassgaang — aus dem Frz. ebenfalls der Neol.: Queue de cheval F.: «ungeflochtener Mädchenzopf, der wie ein Pferdeschwanz vom Hinterkopf flattert» — dafür auch: Päerdsschwanz.
 
Kéi- (Umlautform zu Kou- s. d.) / kéi- (in den meisten Komp. lautet das Bestimmungswort auch Kou-, s. d.) -aën Pl. N.: «große, ausdruckslose Augen» (beim Menschen, bes. bei Mädchen u. Frauen); -auder M. «Kuheuter» — man unterscheidet: kuurzmämmege, laangmämmegen, dräimämmege, fënnefmämmege Kéiauder — sind die Zitzen (Mamen, Mämmen) nach vorne gerichtet, so hat die Kuh einen Gäässenauder — K. ist ein beliebtes Gericht — zur Maßangabe: eppes wéi e K. (etwa von einer Geschwulst); -bauer M.: «kleiner Bauer, der kein Pferd besitzt, also nur Kühe anspannen kann» — auch: Kräizerbauer; -bäizchen M. (N.): = lok. Synonym (Rosport) für -kallef (s. d.); -ber ON.: «Küborn» — Gem. Wahl, Kant. Redingen — 150; bemaangelt wéi déi Kéiberer Kéi (die nicht einwandfrei — nët liwwereg — waren); -bierg ON.: «Kuhberg» — 1) besiedelte Anhöhe (Ausflugsort) am Nordostrand der Stadt Luxemburg längs der alten Trierer Straße — ohne überzeugenden Beleg als Géibierg, géie Bierg «steiler Berg» erklärt (Volkswitz); 2) kleines Gehöft an der Straße Kehlen-Dondel (Gem. Kehlen); -déif M.: «Kuhdieb» — oft als Schimpfwort gebr. — cf. auch Ga(u)- déif; hier ist offenbar géi mit Kéi- verwechselt worden, auch Ga(u)déif gehört zu der Sippe von ahd. gâhi «schnell, behende», mnd. gauwe; meist in Verb. mit einem Adj., das sich auf die Haarfarbe bezieht: du roude (rothaariger), wäisse (hellhaariger) K.! -dränk F.: «Kuhtränke» — neuerdings: automatesch K.; cf. auch -komp u. Synonyma; -duerf N.: «schmutziges Dorf»; -dreck M.: 1) «Kuhfladen» — trëppel nët an de K. — du muss der K. (auch: Héngerdreck) ënnert d'Lëps an Hunneg driwwer schmieren, da wiist däi Baart (spaßh. Bartwuchsmittel), de K. dréckt an den Hunneg zéit — cf. den Spottvers sub Abrëllsgeck (I/12); 2) geringschätzig für «Spinat» (s. Päinätsch); cf. auch: -fladder, -flapp; -faarweg Adj.: «kuhfarben» (und zwar im bes. «von der Farbe einer rostscheckigen Kuh») — vor allem im Ausdruck k. blond «rothaarig» — en as k. blond wéi de Fuuss beim Aasch — gelegtl. auch koufaarweg; -fee (bisw. auch Kou-) F.: «Nachgeburt der Kuh» — bes. in der Ra.: esou rout ewéi eng K. (von der Kleidung, die ihre Farbe verliert und einen rötlichen Schimmer bekommt) — dafür auch das Simplex Fee (I/313) und Kaalwersak; bisweilen: schluddereg, schluppeg wéi eng (warem) K. -villchen M.: «Braunkehlchen, Saxicola rubetra» — wofür gängiger: Wisevillchen, Wisegimmchen; [Bd. 2, S. 323] -fladder, -flap(p) M.: «Kuhlfladen» — cf. -dreck; dafür Nordösl.: -flatt M.: ich gi Flatte spreden (Kuhfladen in der Pferche auseinanderbreiten) — lok. Westen: -fladdréi; -fockert M.: «Kuhzüchter und bes. Kuhhändler» (leicht verächtlich) — da's dee rengste K. (auf seinen Gewinn bedachter Mensch) — dafür lok. auch -täischer;

 

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