LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Këddel, Këttel bis Kéihoer (Bd. 2, Sp. 321b bis 323a)
 
Këddel, Këttel F.: 1) «schlampiges Weib»; 2) «Pferde-, Ziegen-, Schafexkrement» (seltener: von Hasen, Kaninchen); 3) «Schmutzknoten im Fell, bes. am Schweif des Viehs» — wofür weitgehend Knetzel (cf. Rhein. [Bd. 2, S. 322] Wb. Wortkarte IV/7, Sp. 119/120); 4) bisw.: «Juckreiz» — ech hun eng K. un der Nues (kindersprachlich).
 
këddeleg, këtteleg Adj.: 1) «kitzlig» — en as k. ënnert den Äerm, ënnert de Féiss, un de Knéien; 2) «empfindlich» — so näischt zu em, 't as där Këddeleger än — do as séng k. Plaz (im eigtl. u. im übtr. Sinne).
 
Këddel-/ Këttel- -blumm F.: «Sumpfdotterblume, Caltha palustris»; -holz N.: «Maschenhäkchen zum Häkeln».
 
Këddeler, Këtteler M.: 1) «Bauer, der nur wenige Äcker besitzt»; 2) «jem., der ohne besondere Kenntnisse unbedeutende handwerkliche Arbeiten verrichtet, Ausbesserungen ausführt»; 3) «Zauderer» — zu këddelen sub 3 (hie këddelt mer zevill); 4) lok.: «jemand, dem nicht zu trauen ist» (Consthum).
 
Keejhen, Keejhéng gemeinlux. Variante zu Käejhen ON. (s. d.).
 
keemzen, këmmzen (lok. Mosel) intr. Verb.: = käermen, keimen (s. d.).
 
Këfferschmëtt (lok. Nordösl.) M.: «Blattkäfer».
 
Këfferbuer M.: «Mineralwasserquelle in der Schwaarzuecht südlich von Echternach» — dort auch Reste gallorömischer Siedlung; es ging die Rede beim Volk, Kühe, die aus dem K. tränken, wenn sie trächtig seien, würden leicht verwerfen (s. d. I/359).
 
Kéi, Kee, Queue (wie frz.) M.: 1) heute ungebr.: «Männerzopf» (der im Nacken bis über den Rockkragen hing — bis nach der Mitte des 19. Jahrhunderts u. a. von den Normalschülern getragen); 2) heute nur noch F. und in der frz. Ausspr.: «Menschenschlange» (beim Anstehen) — d'Leit hu stonnelaang Queue gestan, gemat, fir esou en hongrege Billet ze ergadderen; 3) ebenfalls F. und in frz. Ausspr.: «Billardstock» — um Enn si se mat de Queuën openee lassgaang — aus dem Frz. ebenfalls der Neol.: Queue de cheval F.: «ungeflochtener Mädchenzopf, der wie ein Pferdeschwanz vom Hinterkopf flattert» — dafür auch: Päerdsschwanz.
 
Kéi- (Umlautform zu Kou- s. d.) / kéi- (in den meisten Komp. lautet das Bestimmungswort auch Kou-, s. d.) -aën Pl. N.: «große, ausdruckslose Augen» (beim Menschen, bes. bei Mädchen u. Frauen); -auder M. «Kuheuter» — man unterscheidet: kuurzmämmege, laangmämmegen, dräimämmege, fënnefmämmege Kéiauder — sind die Zitzen (Mamen, Mämmen) nach vorne gerichtet, so hat die Kuh einen Gäässenauder — K. ist ein beliebtes Gericht — zur Maßangabe: eppes wéi e K. (etwa von einer Geschwulst); -bauer M.: «kleiner Bauer, der kein Pferd besitzt, also nur Kühe anspannen kann» — auch: Kräizerbauer; -bäizchen M. (N.): = lok. Synonym (Rosport) für -kallef (s. d.); -ber ON.: «Küborn» — Gem. Wahl, Kant. Redingen — 150; bemaangelt wéi déi Kéiberer Kéi (die nicht einwandfrei — nët liwwereg — waren); -bierg ON.: «Kuhberg» — 1) besiedelte Anhöhe (Ausflugsort) am Nordostrand der Stadt Luxemburg längs der alten Trierer Straße — ohne überzeugenden Beleg als Géibierg, géie Bierg «steiler Berg» erklärt (Volkswitz); 2) kleines Gehöft an der Straße Kehlen-Dondel (Gem. Kehlen); -déif M.: «Kuhdieb» — oft als Schimpfwort gebr. — cf. auch Ga(u)- déif; hier ist offenbar géi mit Kéi- verwechselt worden, auch Ga(u)déif gehört zu der Sippe von ahd. gâhi «schnell, behende», mnd. gauwe; meist in Verb. mit einem Adj., das sich auf die Haarfarbe bezieht: du roude (rothaariger), wäisse (hellhaariger) K.! -dränk F.: «Kuhtränke» — neuerdings: automatesch K.; cf. auch -komp u. Synonyma; -duerf N.: «schmutziges Dorf»; -dreck M.: 1) «Kuhfladen» — trëppel nët an de K. — du muss der K. (auch: Héngerdreck) ënnert d'Lëps an Hunneg driwwer schmieren, da wiist däi Baart (spaßh. Bartwuchsmittel), de K. dréckt an den Hunneg zéit — cf. den Spottvers sub Abrëllsgeck (I/12); 2) geringschätzig für «Spinat» (s. Päinätsch); cf. auch: -fladder, -flapp; -faarweg Adj.: «kuhfarben» (und zwar im bes. «von der Farbe einer rostscheckigen Kuh») — vor allem im Ausdruck k. blond «rothaarig» — en as k. blond wéi de Fuuss beim Aasch — gelegtl. auch koufaarweg; -fee (bisw. auch Kou-) F.: «Nachgeburt der Kuh» — bes. in der Ra.: esou rout ewéi eng K. (von der Kleidung, die ihre Farbe verliert und einen rötlichen Schimmer bekommt) — dafür auch das Simplex Fee (I/313) und Kaalwersak; bisweilen: schluddereg, schluppeg wéi eng (warem) K. -villchen M.: «Braunkehlchen, Saxicola rubetra» — wofür gängiger: Wisevillchen, Wisegimmchen; [Bd. 2, S. 323] -fladder, -flap(p) M.: «Kuhlfladen» — cf. -dreck; dafür Nordösl.: -flatt M.: ich gi Flatte spreden (Kuhfladen in der Pferche auseinanderbreiten) — lok. Westen: -fladdréi; -fockert M.: «Kuhzüchter und bes. Kuhhändler» (leicht verächtlich) — da's dee rengste K. (auf seinen Gewinn bedachter Mensch) — dafür lok. auch -täischer; -fouss M.: 1) «Klumpfuß»; 2) «Wiesensalbei, Salvia prat.»; -fott, -fotz F.: «Geschlechtsteil der Kuh» — dafür auch: Miecht, Mäs, Mees (bes. im belg. Westen), Aanz; -vreckert M.: «Kurpfuscher bei Tierkrankheiten» — auch: -plakert; -haut F.: «Kuhhaut» — wie im Hd.: dat geet op keng K.; -hiirt, auch Kéiert M.: «Kuhhirte» — Lied der Kuhhirten (aus Junglinster): Heem fueren, D'Weed spueren, D'Mëllech seien, De Botter weien, Titchesbaach, Méng Kou as sat, De Péiter am Gronn, Hien zitt déi Sonn, Hien zitt dat Seel, Den aarmen Hiirtche fiert gär heem (anderswo in ähnl. Varianten); -hoer N.: «Kuhhaar» — die Kuhhaare wurden beim Bereiten der Häute abgeschabt und kamen unter den Mörtel des Gewéckels, zusammen mit Kéidreck dienten sie zur äußeren Bekleidung der Bienenkörbe;

 

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