LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Klack bis Klamm (Bd. 2, Sp. 368b bis 370a)
 
Klack II F.: «Schmutzleiste an Kleidungsstücken» — häufiger: Kléck, lok. Kladder, Schlieder.
 
Klack III M. (F.): «Peitschenschmicke» — Nösl.: de K. van der Schmack.
 
Claque (wie frz.) F.: «Gruppe gedungener Beifallsklatscher».
 
Kladder F.: 1) «Schmutzkruste des Rindviehs an Hinterbeinen» (wo sie in schlecht gereinigten Ställen im Dreck liegen) — häufiger dafür: Knätzel; 2) lok. = Klack II.
 
kladdereg Adj.: 1) «klebrig, schmierig»; 2) «mit Dreck beschmiert».
 
Klaffer (lok. Ostrand auch Glaffer) M.: «Hahnenkamm, Rhinantus crista galli» — cf. Klabberkraut (Rhein. Wb. IV, 623: Klapper sub 1/k).
 
Klaft, Kloft I (lok. Osten) F.: «Kluft, Abgrund» (cf. außer 'Kluft' auch Rhein. Wb. IV, 720: Klif).
 
Klaft, Kloft II (lok. Osten — aus den Nachbardörfern) F.: verächtlich für «feine (Herren-, Knaben-)Kleidung» — tjës, alt erëm en nei K., wou [Bd. 2, S. 369] hëls de nëmmen d'Suen här? (Echt.) — da loosse mer alt erëm an déi al K. schlaufen!
 
klaften intr. Verb.: «in den Läden herumstöbern (meist ohne zu kaufen)» — Luxbg.-Stadt (aus dem Jenischen über die populäre Ma. der Unterstädte eingedrungen); dazu: Kläftchen F.: «weibliche Person, die herumgeht und klatscht, auch die Läden besucht, ohne zu kaufen».
 
Klafter I (Nordösl.) F.: 1) «alte, minderwertige Kuh» (Händlerspr.); 2) verächtlich für «klatschsüchtige, alte Frau» (Binsfeld); in dieser Bed. lok. auch Klaft.
 
Klafter II, Klofter (lok. Osten) F.: «Klafter» (esou wäit wéi e Mann d'Ärem auserneestreckt) — zéng K. Holz — en zwanzeg K. déiwe Pëtz — eng Spal vun enger K.
 
klafterdéif Adj.: «klaftertief».
 
klafteren trans. Verb.: «(Holz) klafterweise aufstapeln».
 
Klais-chen F.: Dim. zu Klaus (s. d.) — im bes.: 1) als Ortsbezeichnung — so heißt etwa die Einsiedelei am Ernzerberg (gegenüber Echt.) d'Glaischen; 2) «kleiner, abgelegener Raum» — 't kann ee sech knapps réieren an där K. — Mi-, Ma-, Mais-chen, komm aus dénger K. (Kinderreim); 3) kindersprachl.: «Schlafraum, Bett» — an elo séier an d'K.; 4) allg: «Abgeschiedenheit» — e geet de ganzen Dag nët aus der K.
 
Klais-ches- -blumm F.: lok. «Maiglöckchen» (Echt.) — nach dem Standort bei der Klause am Ernzerberg. -brudder M.: «Einsiedler».
 
klaiselen intr. Verb.: «sich zum Zwecke der Heimlichtuerei absondern» — ech kann eemol nët leide, wann der esou an den Ecke sëtzt ze k. — dazu die Abl.: Geklaisels N.: «heimliches Getue, allzu vertrauliche Zwiesprache» — wat e G., Scharwenzels a Gelecks (von zwei versprochenen jungen Leuten, vor der Heirat).
 
klak Interj.: lautmalende Bezeichnung des Schalles, wie ihn etwas Herunterfallendes, fest Aufschlagendes hervorbringt — in dem Spielreim: Klick, klak, Liedersak, wivill Haren huet de Bock? (Mersch, Kinderreime Nr. 450 — s. auch die Var. sub Berlénk I/102); cf. klick.
 
Klak F.: 1) «Knallbüchse» (cf. Klabis); 2) übtr.: «Schwätzerin»; 3) «hohe Geldschuld» (cf. klaken sub II/2) — en hänkt nach mat enger K. (er steht noch mit einer alten Schuld im Buch); 4) e Mates Klak «ein dummer Mensch»; 5) lok. Echt., in der Ra.: ich hoan en gruss K. gemaach «ich habe einen unangenehmen Brief geschrieben»; 6) = Chapeau-claque (s. Klappdeckel) in dieser Bed. M.; 7) neuerdings in der Soldatenspr.: «Gewehr».
 
Klakierbes F.: «Knallerbse».
 
klakeg Adj.: «knallend» eng k. Bees (ein schallender Kuß) — cf. das in dieser Bed. seltenere klaatscheg.
 
klaken Verb.: I. intr.: 1) «klatschen, knallen, schallen», z. B. mat der Gäissel k. — Kinderspiel: mit Weidenrinden knallen — (cf. auch sub Fouermann I/402) — en huet d'Dir zougeschloen, datt et geklaakt huet — déi (scil.: Ouerfei, Bees) huet geklaakt; 2) verächtl.: «blindlings, ungeübt schießen» — de ganzen Dag läit en am Bësch ze k.; 3) vom Pferde: «in die Eisen hauen»; 4) «schwatzen» (cf. klaatschen); II. trans.: 1) «(einen Schlag) versetzen» — du krut en eng fatzeg (scil. Ouerfei) geklaakt; 2) «hart strafen, zu einer empfindlichen Geldstrafe verurteilen» — bei där Affär gouf en elle geklaakt, oder, mit Angabe der Strafe: fir aacht Deeg, fir honnert Frang; 3) in der Ra. d'Pan klaken «für andere verantwortlich gemacht werden» — wéi s'all fort waren, du hun ech missen d'Pan k. — ähnlich: an du wore mer geklaakt! (in der Klemme); 4) obszön: ee klaken «coire» — Soldatenspr.: elo gi mer ee k.
 
Klakeblumm F.: 1) «Klatschmohn» — cf. auch: Pavot, Feierblumm; 2) «Akelei» (= eigtl. Klackebumm, s. d.).
 
Klam F.: 1) «Klammer», zu verschiedenen Zwecken, etwa: a) «(hölzerne) Wäscheklammer», auch Wäschklam, urspr. aus einem gabelförmig gespaltenen Aststück aus Tannen- oder Weidenholz geschnitzt (heute mit einer Metallfeder, oft schon aus Kunststoff) — wann et der zevill sténkt, da setz der eng K. op d'Nues — du muss eng K. an den Hënner kréien; b) «Wundklammer» — 't war e brede Schnatt, den Dokter huet em dräi Klame gesat; c) «Büro-, Heftklammer» — dafür häufig ans Hd. angelehnt Klamer F.; 2) «Klemme, Einsteckholz»; 3) «Kneifzange»; 4) übtr.: «Klemme, Zwangslage» — elo si mer nët aartlech an der K. — ech hun en an der [Bd. 2, S. 370] K. (in dieser Bed. nur lokal); 5) an verschiedenen Orten als Stellenbezeichnung: «Felsspalt».
 
Klameisen N.: «Werkzeug, mit dem die Schreiner die Fußböden einziehen».
 
Klame- -këscht F.: «Kiste mit den Wäscheklammern»; -kuerf M.: «Körbchen mit den Wäscheklammern»; -mann (veraltet) M.: «wandernder Holzwarenverkäufer, der u. a. Wäscheklammern anbietet» — fréier goungen d'Klamemänner aus dem Waldland (Hunsrück) vun Duerf zu Duerf (sie schnitzten ihre Klammern in den nahen Tannenwäldern); -sak M.: «Sack mit den Wäscheklammern».
 
klamen trans. Verb.: «klemmen» — klam d'Wäsch méi fest, de Wand geet uerg — bisw. ans Hd. angelehnt: klameren (cf. Klam sub 1/c).
 
Klamantes, Klëmantes männl. Vorn.: «Clemens» (auf den Heiligen bezogen — sonst eher die sub Clement vermerkten Var.) — s. Ieweschtklausen II/204.
 
klamm (meist klAm, Nordösl. klAm:) Adj.: 1) «etwas feucht» — k. Hänn bedeiten eng schwaach Gesondheet — Nösl.: d'Wäsch as bal dréchen, huall s'eran, soss gët se ganz k.! (feucht, durch Nebel, Tau, Regen); 2) «klebrig» (vom Schnee) Gegs. zu dieser Bed.: risch — de Schnéi muss k. si fir Klatzen ze dréien.
 
Klamm F.: 1) «Hindernis für Vehikel, meist 50-60 cm hohe Pflöcke, die zur Ergänzung eines Zaunes oder einer Hecke in einen Fußpfad eingerammt werden» (und über die der Fußgänger steigen — s. klammen — kann) — fréier stoung vrun all Härepad eng K.; 2) «Steig» (lok. Echt.).

 

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