LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Klame- bis Klappsieschter (Bd. 2, Sp. 370a bis 371b)
 
Klame- -këscht F.: «Kiste mit den Wäscheklammern»; -kuerf M.: «Körbchen mit den Wäscheklammern»; -mann (veraltet) M.: «wandernder Holzwarenverkäufer, der u. a. Wäscheklammern anbietet» — fréier goungen d'Klamemänner aus dem Waldland (Hunsrück) vun Duerf zu Duerf (sie schnitzten ihre Klammern in den nahen Tannenwäldern); -sak M.: «Sack mit den Wäscheklammern».
 
klamen trans. Verb.: «klemmen» — klam d'Wäsch méi fest, de Wand geet uerg — bisw. ans Hd. angelehnt: klameren (cf. Klam sub 1/c).
 
Klamantes, Klëmantes männl. Vorn.: «Clemens» (auf den Heiligen bezogen — sonst eher die sub Clement vermerkten Var.) — s. Ieweschtklausen II/204.
 
klamm (meist klAm, Nordösl. klAm:) Adj.: 1) «etwas feucht» — k. Hänn bedeiten eng schwaach Gesondheet — Nösl.: d'Wäsch as bal dréchen, huall s'eran, soss gët se ganz k.! (feucht, durch Nebel, Tau, Regen); 2) «klebrig» (vom Schnee) Gegs. zu dieser Bed.: risch — de Schnéi muss k. si fir Klatzen ze dréien.
 
Klamm F.: 1) «Hindernis für Vehikel, meist 50-60 cm hohe Pflöcke, die zur Ergänzung eines Zaunes oder einer Hecke in einen Fußpfad eingerammt werden» (und über die der Fußgänger steigen — s. klammen — kann) — fréier stoung vrun all Härepad eng K.; 2) «Steig» (lok. Echt.).
 
Klammbuetstull M.: = Buet(er) I/S. 164.
 
Klammeisen N.: «Klettereisen».
 
klammen (Part. Prät. geklomm, geklommen, bisw. Konj. Prät. ech kléim, ech klëmmt — Nösl. Prät. ich klomm, Konj. Prät. ich klimm, klëmm — Ind. Präs. 2./3. Sg. du klëmms, hie klëmmt) intr. Verb.: 1) eigtl.: «klettern, klimmen, steigen» — op e Päerd, e Bam, op/iwwer eng Mauer, e Bierg . . . k. — an den Zuch, aus dem Tram, op de Velo, vum Rad, an d'Bett, aus dem Bett, ënnert den Dësch . . . k. — Wien héich klëmmt, (dee) fällt héich erof (hoch fliegen, tief fallen) — e klëmmt op an of wéi d'Flou am Hiem — ech kléim (klëmmt) nach wéi e Jongen (ich würde noch wie ein Junger klettern) — klamm mer de Bockel erop (an erof, mit dem gelegtl. Zus.: awer nët mat geneelte Schong) — du as en op d'héicht Päerd geklommen (da schlug er hohe Töne an, geriet er in Wut) — dat klëmmt an d'Gei (ist vortrefflich) ähnlich auch: dat klëmmt an d'Hatt — en as em an d'Hatt geklommen (frech geworden) — ech k. em op de Pelz (ich stelle ihn zur Rede, weise ihn zurecht, greife ihn an) — Stadtlux.: besser dat ewéi no Mënster op den Tur ze k. — obszön: du as e geklommen (penis erigitur)abfällig: e klëmmt op s'all, en as nët kéier — übtr.: ech k. deem emol op d'Bud (ich will sehen, was er treibt; ich will ihn zur Rede stellen); 2) übtr.: «im Wert steigen» — d'Präisser k. (die Preise steigen) — d'Haiser k. (die Häuserpreise steigen) — d'franséischt Geld klëmmt (das frz. Geld steigt im Kurs) — dat klëmmt al am Wäert — Syn. in dieser Bed.: an d'Luucht goën.
 
Klammop (Ton: 2) F.: «Auffahrt» — vor allem in der spaßh. Bildung: Christiklammop «Christi Himmelfahrt» (früher auf der Kanzel gebr.).
 
Klamotten Pl. F.: «Geld» — burschikos für Mënz, Mummes.
 
klamper Adj.: «laut, ausgelassen» — dat war e klamperen Owend ('t goung héich a lëschteg hier).
 
Cla (wie frz.), Klang M.: «Klüngel» (auf politischer oder sozialer Ebene) — dat sin esou pupeg Claen, déi mer nët gefalen — hal dech aus deem C. eraus.
 
klang Interj., im Kinderlied: Kling, klang, Gloria, Wer sitzt in diesem Tore da . . .? (Mersch, Kinderreime Nr. 875). Sonst auch, in Verb. mit kling, zur Bez. metallischer, klirrender Geräusche: a kling klang foul alles an e Koup.
 
Klank (Pl. Kläng) M.: «Klang» — dat gët kee gudde K. (auch übtr.: das paßt schlecht zueinander) — de Kristall huet e schéine K. — ech erkennen et um K. — spaßh.: Wat manner K., wat méi Gestank (bisw. «hd.» angenähert: harte Fürze stinken nicht).
 
Klank-, Klénkeisen N.: «Triangel».
 
Klap F.: 1) «gesprächiges Mundwerk» — dann donk dach nëmmen déng éiweg K. zou; 2) «Unterhaltung, Kaffeeklatsch» — déi K. konnt keen Enn kréien; 3) «Klatschbase» — elo stin d'Klape schon eng geschloë Stonn laang beieneen — s. Klaatsch; auch mit dem entspr. Vorn. verbunden (auch [Bd. 2, S. 371] von Männern): Klapjann, Klapmrei usw.
 
Klapert M., Klapesch F.: «jem. der über die Angelegenheiten anderer Gerede führt».
 
klapp Interj., einen Schlag begleitend — klapp, du hat en eng (scil. Ouerfei) sëtzen, hänken — oft in Verb. mit klipp im Ablautspiel: klipp klapp, geet eng Millen.
 
Klapp I (Pl. Kläpp, Dim. Kläppchen) M.: «erhöhtes Rundbeet im Garten» —auch als Flurn. gebr.
 
Klapp II (Pl. Kläpp — zu klappen I oder II) M.: 1) «durch Fall, Schlag, Stoß erzeugtes Geräusch» — 't gouf der e K., ech sin awer an d'héi Luucht gefuer; 2) «Streich, Schlag, Prügel» — in der Ra.: dat as Rapp a Klapp (Gesindel, das immer untereinander Streit hat — auch, mit gewollter fehlerhafter Syntax: dat as sech di Rapp an di Klapp) — en as bei all Rapp a K. derbäi (Räpper a Kläpper) — sonst meist im Pl.: du gouf (gouwen) et Kläpp (ähnlich: Sträpp, mit Quereinwirkung von Streech).
 
Klapp III (zu klappen I) F.: «Klopfinstrument» (wörtlich «Klopfe») — im bes.: 1) «Ramme, kurzes schweres Brett mit Stiel zum Festklopfen der Tenne» — s. auch Denn I/203 u. Klätsch; 2) = Kläpper (s. d.).
 
Klapp IV (zu klappen II) F.: «Klappe» — und zwar: 1) «Klappdeckel» — maach d'K. zou, 't as Duerchzuch am Auto; 2) «Augen-, Ohrenklappe» — cf. auch das Komp. Scheiklapp; 3) spaßh.: «Bett» — zu Kindern: an elo geet et hell ewech an d'K.; 4) «Ventil, Schlüssel an Musikinstrumenten».
 
Klapp- -deckel M.: «Klapphut» — spaßh. statt Chapeau-claque (kla:k); cf. -sieschter; -geschir M.: «Dengelgeschirr» — s. Hargeschir II/116; -hengscht M.: «unvollkommen kastrierter Hengst»— dafür lok. auch Knapphengscht; -juegd F.: 1) «Treibjagd» — auch: Klappecht; 2) spaßh. übtr.: «Schürzenjagd» (etwa der Soldaten, beim Sonntagsausgang); 3) Ösling: «Osterbeichte» (aus der Perspektive des Beichtigers gesehen) — eisen Här as op d'Nopeschduarref op d'Klappjoagd (Syr, Kant. Wiltz — unser Pfarrer ist auf das Nachbardorf die Osterbeichte hören) — ähnl. dafür im Nösl.: Steefouer (eigtl.: «Steinfuhre»); -schäit I N.: «Mühlklapper»; -schäit II F.: «Brettsäge» (so Wb 06 — cf. aber -see); -schlass N.: «Einspringschloß» — häufiger Sprangschlass, bisw. auch Schnap(p)schlass, Cadenas. -schwanz M.: «Wedel zum Putzen der Pferde»; -see F.: «breite Dielsäge in Holzrahmen» (von zwei Mann gehandhabt, zum waagerechten Spalten eines Brettes in zwei dünnere Bretter); -sieschter, in der Echt. Lautung Kloapseester M.: 1) spaßh. Bez. für «Trommel» — möglicherweise eine ortsfremde Prägung (cf. Brostlappsekelchen I/158) zur Verulkung Echternacher Sprechweise; gelegtl. in Echt. erklärt: di leengelzig klän Trommen bei der Sprangprëzëssiun (tatsächlich wurde vor Jahrzehnten im Echternacher Anzeiger eine Polemik über den Gebrauch der belgischen Wirbeltrommeln bei der Springprozession ausgetragen, die Gegner forderten «die zu modernen und geräuschvollen Trommeln durch die gemütlichen und die Lokalfarbe der altersgrauen Springprozession besser tragenden Schalmeien und Dudelsäcke zu ersetzen» — C.); 2) spaßh. übtr.: «(Klapp)Zylinderhut» — statt des frz. Chapeau-claque;

 

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