LWB Luxemburger Wörterbuch
 
klëppelzeg bis Klierf (Bd. 2, Sp. 389a bis 391a)
 
klëppelzeg Adj.: «ungeschlacht» (wie ein Klëppel sub 4); dazu die Abl. Klëppelzegkät, -keet F.: «Lümmelhaftigkeit, Blödelei».
 
Klëppercher (-el-) Pl. M.: «Zuckerbohnen» (Bous bei Remich) — lok.: Art Dragées mit Kümmel oder ähnlichem Kern.
 
Clere (klε:ər) M.: «Schreiber» — heute nur noch im Sinne von Clere de Notaire (klε:rdə/nOtε:ər — so bes. in den Kantonalvororten) M.: «Notarschreiber» — dem Notär säin éischten, zweten . . . C.
 
Clergé (/klεrʒe·) M.: «Klerus» — sprichwörtlicher Name eines gewichtigen Pfarrherren (Esch/Alz.): de Clergé — hien as éischte Mann beim C.
 
Klëstéier M.: «Klistier» — dafür am Ostrand: Klistéiër.
 
klëstéieren trans. Verb: «mit einem Klistier behandeln» — heute gilt nur noch das Nomen Lavement (wie Frz. aber Ton: 1), Lawemang und verbal: engem e L. maachen.
 
Klëstéiersprëtz F.: «Klistierspritze» (cf. d. vor.).
 
Klett F.: «Klette» — häufige gemeinlux. phV. zu Kliet (s. d.); unter schriftdt. Einfluß eingebürgert.
 
Kletteknapp M.: «Klette» (lok.).
 
klëtteren intr. Verb.: «schlecht und recht ausbessern» (Ostlux.) — wann s du aus geklëttert hues, dann hält de Won nët méi zesummen.
 
Klëtterscholden Pl. F.: «kleine Schulden» (Ostlux.).
 
Klibchen M.: Dim. zu Klub, Club — s. d.
 
Klib(b)eklap F.: «Kinderklapper» (cf. auch Kläiklapp).
 
Klibber F.: 1) = Klabber in allen Bed. (s. d.); 2) «wackeliger Gegenstand» (ähnlich faul Bréck, Fallbréck I/149 u. 300).
 
klibberen intr./trans. Verb.: 1) = klabberen (s. d.); 2) an mittelalterliches Brauchtum um die Leprakranken erinnert der Ausdruck: du kanns mech klibberen (= laf mer de Bockel eran, oder leck mech am Aasch, zu Krakau): die Leprakranken waren mit einem wallenden, schwarzen Mantel und einem breitkrempigen Hut bekleidet, in der einen Hand trugen sie einen langen Stab, der, ausgestreckt, die Gesunden in gebührlicher Entfernung hielt, in der anderen Hand trugen sie eine Siechenklapper — Klibber (seltener Klabber) — deren Geräusch die Ankömmlinge warnte; hie ka mech k. (er kann mir gestohlen werden); 3) «wackeln» — den Nuetsdësch klibbert, wann ee fest optrëtt — d'Been, d'Zänn hun em geklibbert vun Aangscht; cf. auch kläbberen.
 
klibbereg Adj.: «vor Angst zitternd» (s. d. vor. sub 3) — wéi en dat gehéiert huet, du gouf et em k. an de Been, ähnlich: k. bei der Box.
 
Klibber- -jong M.: «Junge, der von Gründonnerstag bis Karsamstag mit einer Klibber (s. Klabber) das Glockengeläute vor dem Beginn der Gottesdienste ersetzen hilft» — Karsamschteg kommen d'Klibberjongen d'Äer ophiewen (am Karsamstag kommen die K. die Eier, d. h. ihren Klibberloun [Bd. 2, S. 390]s. d. aufheben); dazu HESS, Volkskunde S. 259: «Gegen acht Uhr beginnen die Klapperjungen sich von Haus zu Haus ihren Klapperlohn zu holen, der in Eiern und Geldstücken entrichtet wird»; -loun M.: «Lohn der Klibberjongen» (s. d. vor.).
 
klicher- ostlux. Var. des großen Untersauerknies (um Echt.) zu glicher-, glichwidder- (II/63) — in Echt. selbst heute nicht mehr zu belegen; Wb 06 meldet: klichereen, klichereng, klichereent «jeder, jede, jedes» (diese Var. früher auch an der Mosel, etwa Lenningen).
 
klick Interjekt.: = kléck (s. d.) — klick klack goung d'Gäissel em de Päerd hir Oueren.
 
Klick, Clique F.: wie frz. «lärmende Gesellschaft» — und zwar: 1) «Sippschaft, Gelichter, Bande, Klüngel» — hie gehéiert och zu där K., déi owes d'Gaassen onsécher mécht — déi K. hält fest zesummen; 2) «ausgelassene Gesellschaft, Gruppe gleichgesinnter Zecher» — du hues eis nach an der K. gefeelt — do as eng aartlech K. zesummen; 3) «Trompeter- u. Trommlergruppe» (einer Militärmusik, einer zivilen Blasmusik, einer Pfadfindertruppe usw.); 4) «Arbeitsgruppe».
 
Klick F., meist im Pl. Klicken: «Spielküglein der Kinder» (Rümelingen) — s. Klécker(t), Kléckstän, Klätschewak.
 
Klicki, Cliquet (Ton: 1) M.: «Gesperre, Sperrgetriebe» in seiner Gesamtheit, oder nur der «Sperrhebel, Sperrkegel» des Getriebes, der unter Einwirkung einer Feder in die Zähne eines Sperrades eingreift — gehei de K. an (bediene den Sperrkegel) — de K. gräift nët — de K. as ofgesprongen.
 
Klickiskelter M.: «Patentkelter mit Sperrgetriebe» (von André Duchscher in den 90er Jahren erfunden und in der 1873 zusammen mit C. M. Spoo in Wecker/Syr gegründeten Werkstätte zur Herstellung landwirtschaftlicher Maschinen hergestellt) — auch: Duscherkelter (I/244), cf. Kelter.
 
Klieder-, Klienterscholden Pl. F.: «kleine Schulden» — cf. Klëtterscholden.
 
Klief F.: = lok. Syn. vornehmlich des Ostens für Kliewes (s. d.) — bisw. auch: «jem., dessen Gesellschaft man nicht leicht los wird, der lange im Wirtshaus sitzen bleibt».
 
Kliefchen (Pl. Kliewe(r)cher, -chen) M.: Dim. zu Kluef 'Kloben' (s. d.). — häufig in der Ra.: schmaacht de K.? (schmeckt das Pfeichen?) — im bes.: Hüllwort für «Penis»: de K. dämpt, cf. kluewen sub 3.
 
Klien, Klient, Klinn F.: «Latte, schmales Brett» — und zwar: 1) «Spalierlatte» (an äußeren Hauswänden); 2) «Schalholz» — früher: mit Stroh (Werg, Kuhhaaren) umwickelt und mit Lehm bestrichen, zwischen die Deckenbalken gestaucht (cf. Batzewier(e)k I/74, Kautewier(e)k II/304) — heute: Träger des Gipsverputzes an Decken, meist dafür das Komp. Kliensprass (s. d.).
 
Klien(te)-, Klinn- -messer N.: «eigenartiges Messer, womit früher die Spalierscheitchen geschnitten wurden» (nachdem die größeren Hölzer mit der Spalaaxt — s. d. — verkleinert worden waren); -schneider, -spaler, -mécher (Bestimmungswort nur Kliente-) M.: «Handwerker, der die Klienten herstellt»; -sprass M.: «Spalierlatte, Verputzscheitchen, Schalholz» — dafür auch Pléischterrutt, Wëckelsprass.
 
klienen, klinnen trans./intr. Verb.: «Balkendecken mit Spalierlatten bekleiden» (meist werden die Klinnsprëss in bes. Rillen der Balken eingefügt); Ga.: «kleiben (mit Lehm und Stroh), wellern».
 
Klient (Ga.) F.: «Klette» — cf. Kliet.
 
Cliet (wie frz., Ton: 1; Pl. Clieen) M.: 1) «Kunde» — en as C. bei äis (er ist Kunde bei unserer Firma, in unserem Geschäft), ähnlich: e C. vun äis — ech sin en ale C. an ech wier gär uerdentlech zervéiert (ich bin ein alter Kunde und ich möchte ordentlich bedient werden) — d'Cliee sin haut des Daags allerhand kriddeleg — d'Geschäft zéit nët, e muss de Cliee nolafen — e gudde C. (ein Kunde, der viel kauft und pünktlich bezahlt) — de C. as Kinnek — in dieser Bed. älter (aber heute seltener gebr.): Konn F. (s. d.); 2) «Patient» — den Dokter huet scho vill Cliee begruewen (boshaft, von einem Arzt); 3) übtr.: «jem. der sich häufig irgendwo einstellt» — eiser beschter Clieen een, en ale C. (etwa vor Gericht, vor einer Examenskommission); 4) wegwerfend: «aufdringlicher Mensch» — da's e C., dee gët een nët méi lass — cf. (in dieser Bed.) Klënt, Klëntert, Kliet, Klieter.
 
Clietèle (Ton: 3) F.: «Kundschaft» — (auch für die Gesamtheit der Patienten eines Arztes) — e Café mat [Bd. 2, S. 391] enger dichteger, groussaarteger (vornehmer), gudder C. — du verdreifs eis d'C. mat déngem domme Gesabbels (Gerede).
 
Klier(chen) weibl. Vorn.: Var. zu Klär, Claire (s. d.).
 
Klierf (an Ort und Stelle u. im ganzen Nordösl. Kliärref, sonst im südl. Ösl. Klärref, im nördl. Gutland von der Westgrenze bis nach Echt. Kleref, Kleerf — cf. Ltb. 23): 1) ON.: «Clerf, Clervaux» — Gem. und Kant. Clerf — 57; 2) Bachname: «Clerf, frz. Clerve» (F.) — in seinem Oberlauf heißt der Bach Wolz (vol:ts) bis in die Nähe von Clerf, von hier an bis zur Mündung Klierf; er entspringt in 505 m Höhe in den Sauerwisen nördlich von Huldang (II/187), auf der Wasserscheide zwischen Mosel und Maas, fließt an Ëlwen und Klierf, dann an Miecher (Kant. Clerf) und Draufelt vorbei, durch den Kiischpelt (wovon er außer Draufelt auch Äischer, Wëlwerwolz und Lellgen berührt), am Fuße der Schibbereg (s. d.) vorbei bis nach Kautebaach, wo er in die von Westen kommende Wolz mündet; von Wilwerwiltz bis zur Schüttburg bildet das Tal im Bereich des Quarzitschiefers acht große Schlingen.

 

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