LWB Luxemburger Wörterbuch
 
klienen, klinnen bis klitsch (Bd. 2, Sp. 390b bis 392b)
 
klienen, klinnen trans./intr. Verb.: «Balkendecken mit Spalierlatten bekleiden» (meist werden die Klinnsprëss in bes. Rillen der Balken eingefügt); Ga.: «kleiben (mit Lehm und Stroh), wellern».
 
Klient (Ga.) F.: «Klette» — cf. Kliet.
 
Cliet (wie frz., Ton: 1; Pl. Clieen) M.: 1) «Kunde» — en as C. bei äis (er ist Kunde bei unserer Firma, in unserem Geschäft), ähnlich: e C. vun äis — ech sin en ale C. an ech wier gär uerdentlech zervéiert (ich bin ein alter Kunde und ich möchte ordentlich bedient werden) — d'Cliee sin haut des Daags allerhand kriddeleg — d'Geschäft zéit nët, e muss de Cliee nolafen — e gudde C. (ein Kunde, der viel kauft und pünktlich bezahlt) — de C. as Kinnek — in dieser Bed. älter (aber heute seltener gebr.): Konn F. (s. d.); 2) «Patient» — den Dokter huet scho vill Cliee begruewen (boshaft, von einem Arzt); 3) übtr.: «jem. der sich häufig irgendwo einstellt» — eiser beschter Clieen een, en ale C. (etwa vor Gericht, vor einer Examenskommission); 4) wegwerfend: «aufdringlicher Mensch» — da's e C., dee gët een nët méi lass — cf. (in dieser Bed.) Klënt, Klëntert, Kliet, Klieter.
 
Clietèle (Ton: 3) F.: «Kundschaft» — (auch für die Gesamtheit der Patienten eines Arztes) — e Café mat [Bd. 2, S. 391] enger dichteger, groussaarteger (vornehmer), gudder C. — du verdreifs eis d'C. mat déngem domme Gesabbels (Gerede).
 
Klier(chen) weibl. Vorn.: Var. zu Klär, Claire (s. d.).
 
Klierf (an Ort und Stelle u. im ganzen Nordösl. Kliärref, sonst im südl. Ösl. Klärref, im nördl. Gutland von der Westgrenze bis nach Echt. Kleref, Kleerf — cf. Ltb. 23): 1) ON.: «Clerf, Clervaux» — Gem. und Kant. Clerf — 57; 2) Bachname: «Clerf, frz. Clerve» (F.) — in seinem Oberlauf heißt der Bach Wolz (vol:ts) bis in die Nähe von Clerf, von hier an bis zur Mündung Klierf; er entspringt in 505 m Höhe in den Sauerwisen nördlich von Huldang (II/187), auf der Wasserscheide zwischen Mosel und Maas, fließt an Ëlwen und Klierf, dann an Miecher (Kant. Clerf) und Draufelt vorbei, durch den Kiischpelt (wovon er außer Draufelt auch Äischer, Wëlwerwolz und Lellgen berührt), am Fuße der Schibbereg (s. d.) vorbei bis nach Kautebaach, wo er in die von Westen kommende Wolz mündet; von Wilwerwiltz bis zur Schüttburg bildet das Tal im Bereich des Quarzitschiefers acht große Schlingen.
 
Kliet (lok. Kleet) F.: 1) «Klette, verschiedene Arten von Lappa» — etwa: grouss K. «Arctium Lappa», auch andere klebende Pflanzen: kleng K. «Galium Aparine» und «Agrimonia eupatoria, Odermennig» — si halen zesummen ewéi Klieten (sie halten zusammen wie Kletten); 2) übtr.: «Mensch, der sich über Gebühr aufzuhalten pflegt, durch seine Anhänglichkeit, Aufdringlichkeit lästig fällt» — wann ech déi éiweg K. nach gutt lass wier — in dieser Bed. dafür lok. auch Klieter M. (von einem aufdringlichen Mann), so etwa aus Eich belegt, ähnlich Klietertinnes M.: «durch sein Geschwätz unausstehlicher Mensch»; zur übtr. Bed. die Abl.: Gekliets (lok. Gekleets) N.: «aufdringliches Gebaren» — säi G. geet mer ewell laang op de Mo.
 
klietereg (lok. kleetrig) Adj.: «auf lästige Weise anhänglich, zudringlich».
 
Klietkraut N. in der Verbindung klengt K. «Galium Aparine».
 
kliew(er)eg (lok., bes. Ostrand klewig, kleewrig) Adj.: «klebrig» — en huet k. Hänn oder 't as ee mat kliewechen Hänn (kleptoman, unredlich) — im allg. gilt dafür: pecheg.
 
kliewen (lok. phV. cf. Ltb. 24) Verb.: A. in der urspr. intr. Funktion: 1) «an etwas (jem.) haften» — ech si schweesswarem, d'Hiem klieft mer um Leif (ich bin schweißgebadet, das Hemd klebt mir am Leibe) — d'Brout as knätscheg, et klieft engem um Gumm (das Brot ist zu feucht, es klebt einem am Gaumen) — 't bleift him alles un de Fangere k. (s. klieweg) — wann een d'Leit erofmécht, (da) bleift alt ëmmer eppes (Klengs) k. (wenn man Übles über die Leute redet, dann bleibt immer etwas kleben) — komm nët widdert en, du bleifs un em k. (von einem Schmutzigen: komme nicht an ihn, du bleibst an ihm kleben) — wou bas de dann erem k. bliwwen (wo bist du wieder hocken geblieben? — etwa zu einer Kliet sub 2) — wou hie sëtzt, do bleift e k. — déi k. uneneen ewéi Pech, Schäissdreck — d'Meedchen as un em k. bliwwen (die, unerwünschte, Bekanntschaft endigte mit einer Heirat); 2) «klebende Wirkung haben» — dee Läim, Pap klieft gutt, schlecht, nët — in dieser Bed. auch trans.: de Colle klieft alles, näischt usw.; B. trans.: «zusammenleimen, -heften» — klief em eng Plooschter op séng Schnëss, dann hält en se (zou) (klebe ihm ein Pflaster aufs Maul, dann schweigt er) — spaßhaft: huel Spaut, dee klieft alles (nimm Speichel, der klebt alles), ähnlich: hien huet d'Tapisserei mat Waasser geklieft, si kënnt eis vun de Mauere getrollt (er hat die Tapete mit Wasser — d. h. schlecht — aufgeklebt, sie kommt uns von den Wänden gefallen); dazu die Abl.: Gekliefs N.: 1) «anhaltendes, lästiges Kleben» (in intr. und in trans. Funktion); 2) «schlechte Flickarbeit» — wann dat G. do alt hält — 't as nëmme G., domat leefs de nët wäit; in allen Bed. dafür auch pechen (s. d.).
 
Kliewes N. (bisw. M.): 1) «Klebstoff» — den Tiber hält nët, 't as kee K. méi drun (die Briefmarke bleibt nicht haften, es ist kein Klebstoff mehr dran) — in dieser Bed. meist Pech (aus dem Frz.: Colle); 2) verschiedene klebende Kräuter (cf. Kliet sub 1); in beiden Bed. dafür, vornehmlich im Osten: Klief F.: eigtl. «Klebe» — etwa in Echt.: 't as kän Kleef mi oan der Fräimark.
 
Klimbim (Ton: 2) M.: 1) «Streit, Unordnung, Durcheinander» — wat as dat e K. an där Familjen — ech halen d'Fangeren aus deem K. — du krute se K. (mateneen) — hënt hate s'erëm d'ganz Nuecht K. — wat hun ech mat deem ganze K. ze dun?; 2) «niederes [Bd. 2, S. 392] Pack, Gesindel, Gelichter» — an där Gaass haust elauter K.; 3) «allerhand Gerätschaften, wertloses, hinderliches Zeug» — raum däi K. aus de Féiss — verschwann mat déngem K. — kaf näischt an deem Butek, si hun nëmmen elauter K.
 
Klimbimsbal M.: «von den Fahrenden veranstalteter Schlußball auf der Schobermesse» (cf. Schuebermëss).
 
klimperen intr. Verb.: wie hd. — dazu die Abl. Geklimpers N.
 
kling (kliŋ, kliŋ:), klingeling Interjektion, beim Ertönen einer Klingel, Fallen von Scherben, cf. auch klang.
 
Klingerchen (lok.) F.: «Johannisbeere» — s. Kléngel(er)cher.
 
klinzeg, verstärkt klinzeleg (Westen kliinz-) Adj.: «winzig» (ähnlich: binz(el)leg, butzeg, klitzekleng) — en huet nëmmen e klinzegt Stéckelche Schokela iwwereg gelooss — eng k. Grimmelchen (eine verschwindende Quantität) ähnlich gehäuft: klinzegkleng, binzeg klinzeg klitzekleng; bisw. adverbial wie wéineg gebr.: réckel e k.! (rücke ein wenig beiseite); häufig verkürzt zu klinze, etwa: eng klinze Grimmel, klinze kleng.
 
klipen (lok. phV. des Ostrandes um Echternach, neben kloapen, zu klappen I) trans./intr. Verb.: «klopfen» — du kliipt ä mer op d'Schëller — dazu die Abl.: Gekliips N.: «(lästiges) Geklopfe» — no'u rouig mat deem G.
 
Clip, bisw. auch Clips M.: «Schmuckbrosche, die mit einer Klammer festgehalten wird» — et huet keng Lächer an den Ouerläppercher, 't kann nëmme Clipsen droën (bisw. auch Clipsouerréng).
 
klipp adjektivisch und abverbial (wie hd.) in der Verbindung klipp a kloer «klipp und klar»; Interjekt. zur Bez. eines klopfenden Geräuschs (cf. klapp).
 
Klippklapp F. = Kläipeklapp, Klabber, Klibber.
 
klirr Interjekt. zur Bezeichnung klirrender, heller metallischer Geräusche — op eemol goung et k. an du lougen d'Glieser all um Buedem; bisw. dafür auch klirreling, klirreléng.
 
Cliché, Klischee (Pl. Klischeën) M.: 1) «Druckstock» (bes. für Abbildungen) — gängige Unterscheidung: Stréchklischee und Similiklischee (= frz. similitrame); 2) «der Abdruck eines Druckstocks»; 3) übtr.: «Abklatsch, unschöpferische Nachahmung» — dat do as schon en ale K. (= eng al Leier) — 't as een déi éiweg Klischeën ewell scho bal midd — e schwätzt a Klischeën (in farbloser Ausdrucksweise) — dazu die gängigen hochsprachl. Abl. und Zussetz.: klischéieren trans. Verb., Klischéiermaschin M., Cilch(et)erie F.; hierher gehören auch die Lehnwörter Kalander M. und kalandréieren trans. Verb.: der Kalander ist eine Presse, die dazu dient die Mater herzustellen, die in der Clicherie als Zeitungsdruckplatte ausgegossen wird; in der Zeitungsdruckerei muß morgens jeder mithelfen, fir datt mer d'Post kréien, dann heißt es z. B.: kalandréier du alt séier déi Form, an dro s'an d'Clicherie, soss kréie mer d'Post nët (die Zeitungen mußten früher um halb zwölf in der Post sein, um die Züge, nach verschiedenen Richtungen, vor und nach 12 noch zu erreichen, sonst wurden die Zeitungen erst am nächsten Tage verteilt und die Reklamationen kamen immer an den Metteur a séng Clique, dieserhalb mußte jeden Tag ein Formular ausgefüllt werden, wéini déi lescht Form kalandréiert gin as).
 
klitsch Interjekt. zur Bezeichnung eines (von weichen, nassen Gegenständen erzeugten) klatschenden Geräuschs (ähnlich: klätsch, platsch, plätsch); u. a. in der Zussetz.:

 

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