LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Kloërecht bis Cloche (Bd. 2, Sp. 394b bis 396b)
 
Kloërecht F.: 1) «Helle»; 2) «Klarheit» — älter als Kloërhät — ech muss em emol K. a séng Gedanke bréngen (heute in dieser übtr. Bed. selten) — sf. auch Kléiert.
 
Kloërhät, -heet F.: «Klarheit» (vor allem in übtr. Bed.) — hochsprachl. angenähert: looss mech gewäerden, ech wäerd mer scho K. verschafen.
 
kloërrosen Adj.: «wütend» — en huet gebirelt ewéi k. (er hat gebrüllt wie ein Tollwütiger) — e stellt sech ewéi k. — si hu sech drugin ewéi k. (sie haben sich nach Leibeskräften bemüht) — meist nur mit wéi zusammen gebr., gelegtl. auch allein: wéi ech em dat gesot hun, hei du gouf en der jo k.
 
Kloërt N.: 1) «der helle Teil des Raums» — komm emol an d'K., datt een dech besser gesäit — es besteht in dieser Bed. auch die Möglichkeit einer -ida-Bildung, wie Kléiert (s. d.), also F.; 2) «Eiweiß» — d'K. vum Ä (cf. kloër sub 1/a); 3) «Hausenblase» (die innere Haut der Schwimmblase verschiedener großer Fischarten, die [Bd. 2, S. 395] beim Klären von Wein, Bier und Likören verwendet wird).
 
Kloft F.: «Kluft» — cf. Klaft I und II; lok. auch Klof (gedehnt).
 
Klomp (Pl. Klëmp, Klompen — lok. phV. cf. Ltb. 44) M. u. F.: 1) «Klumpen» (vornehmlich in den Maa. des Ostrandes an der Untersauer und im Ösl. gebr., sonst dafür eher Batz I/74) — Binsfeld: lo geet dä mer mat dänen dreckige Schoun an d'Haus, kuck emol, watt Klëmp Dreck hass de draan hänken — Echt.: en hoat ganz Klëmp Blout gespo'ut (er hat ganze Klumpen geronnenen Blutes ausgespien) Echt.: a fäichte Volläierdsstécker gët et Klompen oan d'Schoun an en Loaz oan d'Box (sonst gilt für die an den Schuhsohlen anklebende Erde eher Lammel) — Echt.: e Klomp Woas (Wachs), Leit (Menschenansammlung), aber eher en Schomp Äis (Eisscholle, Eisklumpen); 2) «Stallschuh aus Pferdeleder mit Holzsohlen» (Pl. nur Klompen) — hee kënnt dohäer getrollt as hätt e Klompen oan de Féiss — ganz aus Holz geschnitzte Schuhe heißen Zabott F. (frz. sabot — s. d.) — im Nordösl. ist Klomp in dieser Bed. F.
 
Klomp- -box F.: «Zecher, der im Wirtshaus hocken bleibt» — Red.: Klompboxen nennt än di Maansleit, déi owes beim Patt iwer d'Zäit am Wiirtshaus klonke (s. d.) bleiwen as hätte se Bläi am Hënner; -fouss M.: «Klumpfuß» — dazu das Adj.: -féisseg Adj.: «klumpfüßig»; -pobeier (neben Klompe- und dem Simplex Klompes) M.: «Löschpapier» — 't kann een nët mat Tënten drop schreiwen, 't as dee rengste K.; -sak M.: 1) wie Klompbox (s. d.); 2) «der Plumpsack beim Fang- und Hüpfespiel der Kinder» (= ein Taschentuch, an dessen einem Ende ein starker Knoten angebracht wird, dient als Prügel; die Spielregeln wechseln von Ort zu Ort: mancherorts bilden die Kinder einen Kreis, einer läuft hinter ihrem Rücken mit dem Klompsak um den Kreis, drückt unbemerkt einem der im Kreis Stehenden den K. in die auf den Rücken gehaltenen Hände und stellt sich rasch vor einen andern Mitspielenden, der nun von demjenigen, der den K. in Händen hält, verfolgt wird, bis er von seinem Verfolger eingeholt wird und das Spiel wieder von vorne beginnt; anderswo begrenzt sich die Rolle desjenigen, der zum Hüter des K. bestimmt worden ist, darauf, diejenigen zu hauen, die das bei diesem Spiel vorgeschriebene Hüpfen unterbrechen, ohne an einer Freistelle — s. Bueter I/164 — zu sein) — das Spiel heißt: mer spille Klompsak oder Klompches N. (dies u. a. aus Echternach belegt) — oft wird mit Klompsak nicht nur der Prügel, sondern auch dessen Träger bezeichnet — zum Spiel wurde mancherorts folgendes Lied gesungen: Es geht ein böses Ding (h)erum, Das wird euch tüchtig zwacken. Sieht einer nur nach ihm sich um, So fährt's ihm auf den Nacken. Und kehrt es gar bei einem ein, so möcht ich nicht sein Nachbar sein (hier wird der rechte Nachbar desjenigen, der unbemerkt in den Besitz des K. gekommen ist, um den Kreis getrieben; erreicht er ohne Schlag seinen Platz, so darf er mit dem K. umgehen), anderswo: Schau nicht um, der Fuchs geht um, trägt sein Beutlein mit herum usw.
 
Klompecht (lok. -icht) F.: 1) «großer Klumpen»; 2) «große Menge angehäufter Dinge» — Echt.: wann s de déi K. elo erageschloën hoas (= esu en opgekéipten Teller voll), da schlääft kän Kaz der de Moë (Magen) fort.
 
klompeg Adj.: 1) «ungeformt, unförmlich» (wie ein Klumpen); 2) «unbeholfen, schwerfällig».
 
klompen intr. Verb.: 1) «Klumpen bilden, fest werden, gerinnen» — beim Buttern: de Botter fänkt schon un ze k. — d'Blutt vun de geschluechte Schwäi fir an d'Träipe muss geklappt gin, soss klompt et (das Blut der geschlachteten Schweine für die Träipen — s. etwa Kabesträip — muß geklopft werden, sonst gerinnt es, wird es zu Klumpen) — déi Mëllech gët keng Brach, si klompt nët richteg — gängigere Syn.: botteren, féngen, liwweren (s. d. einz. Artikel), ganz allg. fest, steif gin; 2) von Handwerkern: «gegenseitige Schulden auf eine ungefähr sich entsprechende Summe bringen u. für getilgt erklären» (gängiger: gläichschloën) — ähnl. Bez.: plomp(s)en, schlompen; auch von Bauern: «sich gegenseitig aushelfen».
 
Klompes I M. (bisw. N.): «Löschpapier» — cf. Klomp(e)pobeier.
 
Klompes II M.: «ungeschlachter, ungehobelter Mensch» — häufig als Ruf- und Hausname a Klompëssen (volksetymologisch bisw. mit «Columbus» in Verbindung gebracht). [Bd. 2, S. 396]
 
Klon, Clown M.: 1) der Endentwicklung des engl. 'clown' (urspr. «Bauer, Tölpel, Rüpel») entsprechend: «Spaßmacher im Zirkus»; 2) übtr.: «lächerlicher Kerl, komischer Kauz» — maach dach keng esou Grimassen, du C. do! (vor allem auf Gesichtsausdruck und Gesten bezogen) gelegtl. auch von Fähigkeiten im allg.: wann dee C. eppes an d'Hand hëlt, da kanns de sécher sin, datt et schlecht gemat gët — s. auch: Klunnnes, Klunni, Kluri.
 
Klongel, Klonger F.: 1) «Anzahl zusammenhängender (baumelnder) Sachen» — ech hun eng ganz K. Fësch aus dem Waasser gezunn — wou hun ech nëmme méng K. Schlëssele gelooss? (Schlüsselbund); 2) übtr.: «unzertrennliche Freunde» — déi K. kriss de nët auserneen; 3) «beharrliche Zecherei» (über die Polizeistunde hinaus) — wann déi zesummegeroden, da gët et all Kéier eng K.; 4) «andauernd verschobenes Vorhaben» — wann een nët hannerun den Handwierker hier as, da gët et eng K. a keen Enn — in allen Bed. gilt dafür auch: Kludder; in der Bed. 3 und 4 auch: Klonk und im Osten Bampel (diese Bed. zu I/69 nachzutragen); nur in der Bed. 3: Hänk.
 
klongelen, klongeren intr. Verb.: 1) «baumeln»; 2) «beim Zechen hocken bleiben»; 3) «zu einer Arbeit zuviel Zeit brauchen»; 4) «herumschweifen, schleudern» — in allen Bed. auch: kludderen.
 
Klongelkuer (Ösl.) N.: 1) «Taumelloch, Lelium temulentum» — dafür auch: Dronkefruucht, -kuer; 2) «Mutterkorn».
 
Klonk F.: 1) = Klongel, Klonger sub 3 und 4; 2) «Mann, der lange im Wirtshaus sitzen bleibt, Frau, die beim Kaffeekränzchen, Straßenklatsch u. dgl. die Zeit vergißt» — in der Bed. 2 auch Kliet, Klieter (s. d.); 3) «Schaukel».
 
klonkeg Adj.: «geneigt, lange im Wirtshaus, beim Kaffeeklatsch u. dgl. hocken zu bleiben».
 
klonken intr. Verb.: 1) «baumeln» — im Renert XIII, 45 sagt die Wölfin: kaum fung äch on ze klonken, du fungt Dir on ze fléien (kaum begann ich im Eimer zu baumeln, da begannt Ihr in dem Euren hochzufliegen); 2) «einen vollen Fruchtstand bilden» — d'Drauwe k. gutt, d'Kuer klonkt gutt; 3) «in der Schwebe sein, über Gebühr verschleppt werden» — déi Geschicht klonkt elo schon iwwert e Joer — de Bau geet nët virun, mir k. elo mat de Steemetzer (die Maurer lassen uns warten, im Stich) — wann d'Saach bis un d'K. kënnt, da gës de nach ongedëlleg; 4) bisw. refl.: «sich anklammern» — d'Kanner k. sech un de Won — auch von einem lästigen Gesprächspartner: hie klonkt sech un dech an da gës d'en nët méi lass.
 
Klonkenell (lok. Osten und Ösl.) F.: «Unke, bisw. auch Kröte» — Nordösl.: lauster, wi sangen d'Klonkenellen, 't gët dréchent Wiädder — cf. Klénkert (sub 1).
 
Klonkert M., Klonkesch F.: «jem. der seine Zeit vertrödelt» — cf. auch Klonk sub 2.
 
Klonkes M.: «Schienenrute des Webers, glatter Stab am Kamm des Webstuhls» — dafür auch Schiecht F. (s. d.); lok. bez. Klonkes das Gewicht das an den Schiechten befestigt ist.
 
Klont F.: «liederliches Weibsbild, Hure» — aus dem Weimerskircher Jenischen in den Sprachgebrauch der Unterstädte eingedrungen; dazu die ebenso verallgemeinerten Komposita: Klontebeies M.: «Bordell»; klonten intr. Verb.: «huren»; Klontert M.: «Bordellbesucher»; spaßh.: Klonteklouschter N.: «Gasthaus mit Animierdamen».
 
Klonz F.: «Flachbeil des Böttchers, zum festeren Schließen der Reifen».
 
Kloofter F.: «Klafter» — lautgerechte einheimische Form für das heute überwiegende Klafter (s. d.).
 
Kloria M.: ostlux. (Echt.) phV. zu Gloria, spaßh. statt Kloëren «Branntwein».
 
Klos männl. Vorn.: Kurzform zu «Nikolaus» (cf. Klas, Klees, Kleeschen) — ech froën nët laang bei Heng a Klos, (oder Hännes a K., Néckel a K.) ech maache wéi ech denken (ähnl. wie bei Jann a Mann, Pontius a Pilatus) — bisw. abfällig, zu einem schwerfälligen Tölpel: du K. do! — domme K.! — dazu der Haus- und Familienname: (a) Klosen (auch Closen geschr.).
 
Clause (wie frz.) F.: häufig gebr. statt Klausel (s. d.).
 
Cloche (kloS) F.: allg. «glockenartiges Ding» — etwa: 1)Ga.: «Art Frauenmantel mit Kapuze»; 2) «glockenartiger Frauenhut»; 3) «Käseglocke»; 4) «Dampfglocke» (der Lokomotive); 5) «große Brandblase».

 

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