LWB Luxemburger Wörterbuch
 
klompeg bis Klouschterkiirch (Bd. 2, Sp. 395b bis 397b)
 
klompeg Adj.: 1) «ungeformt, unförmlich» (wie ein Klumpen); 2) «unbeholfen, schwerfällig».
 
klompen intr. Verb.: 1) «Klumpen bilden, fest werden, gerinnen» — beim Buttern: de Botter fänkt schon un ze k. — d'Blutt vun de geschluechte Schwäi fir an d'Träipe muss geklappt gin, soss klompt et (das Blut der geschlachteten Schweine für die Träipen — s. etwa Kabesträip — muß geklopft werden, sonst gerinnt es, wird es zu Klumpen) — déi Mëllech gët keng Brach, si klompt nët richteg — gängigere Syn.: botteren, féngen, liwweren (s. d. einz. Artikel), ganz allg. fest, steif gin; 2) von Handwerkern: «gegenseitige Schulden auf eine ungefähr sich entsprechende Summe bringen u. für getilgt erklären» (gängiger: gläichschloën) — ähnl. Bez.: plomp(s)en, schlompen; auch von Bauern: «sich gegenseitig aushelfen».
 
Klompes I M. (bisw. N.): «Löschpapier» — cf. Klomp(e)pobeier.
 
Klompes II M.: «ungeschlachter, ungehobelter Mensch» — häufig als Ruf- und Hausname a Klompëssen (volksetymologisch bisw. mit «Columbus» in Verbindung gebracht). [Bd. 2, S. 396]
 
Klon, Clown M.: 1) der Endentwicklung des engl. 'clown' (urspr. «Bauer, Tölpel, Rüpel») entsprechend: «Spaßmacher im Zirkus»; 2) übtr.: «lächerlicher Kerl, komischer Kauz» — maach dach keng esou Grimassen, du C. do! (vor allem auf Gesichtsausdruck und Gesten bezogen) gelegtl. auch von Fähigkeiten im allg.: wann dee C. eppes an d'Hand hëlt, da kanns de sécher sin, datt et schlecht gemat gët — s. auch: Klunnnes, Klunni, Kluri.
 
Klongel, Klonger F.: 1) «Anzahl zusammenhängender (baumelnder) Sachen» — ech hun eng ganz K. Fësch aus dem Waasser gezunn — wou hun ech nëmme méng K. Schlëssele gelooss? (Schlüsselbund); 2) übtr.: «unzertrennliche Freunde» — déi K. kriss de nët auserneen; 3) «beharrliche Zecherei» (über die Polizeistunde hinaus) — wann déi zesummegeroden, da gët et all Kéier eng K.; 4) «andauernd verschobenes Vorhaben» — wann een nët hannerun den Handwierker hier as, da gët et eng K. a keen Enn — in allen Bed. gilt dafür auch: Kludder; in der Bed. 3 und 4 auch: Klonk und im Osten Bampel (diese Bed. zu I/69 nachzutragen); nur in der Bed. 3: Hänk.
 
klongelen, klongeren intr. Verb.: 1) «baumeln»; 2) «beim Zechen hocken bleiben»; 3) «zu einer Arbeit zuviel Zeit brauchen»; 4) «herumschweifen, schleudern» — in allen Bed. auch: kludderen.
 
Klongelkuer (Ösl.) N.: 1) «Taumelloch, Lelium temulentum» — dafür auch: Dronkefruucht, -kuer; 2) «Mutterkorn».
 
Klonk F.: 1) = Klongel, Klonger sub 3 und 4; 2) «Mann, der lange im Wirtshaus sitzen bleibt, Frau, die beim Kaffeekränzchen, Straßenklatsch u. dgl. die Zeit vergißt» — in der Bed. 2 auch Kliet, Klieter (s. d.); 3) «Schaukel».
 
klonkeg Adj.: «geneigt, lange im Wirtshaus, beim Kaffeeklatsch u. dgl. hocken zu bleiben».
 
klonken intr. Verb.: 1) «baumeln» — im Renert XIII, 45 sagt die Wölfin: kaum fung äch on ze klonken, du fungt Dir on ze fléien (kaum begann ich im Eimer zu baumeln, da begannt Ihr in dem Euren hochzufliegen); 2) «einen vollen Fruchtstand bilden» — d'Drauwe k. gutt, d'Kuer klonkt gutt; 3) «in der Schwebe sein, über Gebühr verschleppt werden» — déi Geschicht klonkt elo schon iwwert e Joer — de Bau geet nët virun, mir k. elo mat de Steemetzer (die Maurer lassen uns warten, im Stich) — wann d'Saach bis un d'K. kënnt, da gës de nach ongedëlleg; 4) bisw. refl.: «sich anklammern» — d'Kanner k. sech un de Won — auch von einem lästigen Gesprächspartner: hie klonkt sech un dech an da gës d'en nët méi lass.
 
Klonkenell (lok. Osten und Ösl.) F.: «Unke, bisw. auch Kröte» — Nordösl.: lauster, wi sangen d'Klonkenellen, 't gët dréchent Wiädder — cf. Klénkert (sub 1).
 
Klonkert M., Klonkesch F.: «jem. der seine Zeit vertrödelt» — cf. auch Klonk sub 2.
 
Klonkes M.: «Schienenrute des Webers, glatter Stab am Kamm des Webstuhls» — dafür auch Schiecht F. (s. d.); lok. bez. Klonkes das Gewicht das an den Schiechten befestigt ist.
 
Klont F.: «liederliches Weibsbild, Hure» — aus dem Weimerskircher Jenischen in den Sprachgebrauch der Unterstädte eingedrungen; dazu die ebenso verallgemeinerten Komposita: Klontebeies M.: «Bordell»; klonten intr. Verb.: «huren»; Klontert M.: «Bordellbesucher»; spaßh.: Klonteklouschter N.: «Gasthaus mit Animierdamen».
 
Klonz F.: «Flachbeil des Böttchers, zum festeren Schließen der Reifen».
 
Kloofter F.: «Klafter» — lautgerechte einheimische Form für das heute überwiegende Klafter (s. d.).
 
Kloria M.: ostlux. (Echt.) phV. zu Gloria, spaßh. statt Kloëren «Branntwein».
 
Klos männl. Vorn.: Kurzform zu «Nikolaus» (cf. Klas, Klees, Kleeschen) — ech froën nët laang bei Heng a Klos, (oder Hännes a K., Néckel a K.) ech maache wéi ech denken (ähnl. wie bei Jann a Mann, Pontius a Pilatus) — bisw. abfällig, zu einem schwerfälligen Tölpel: du K. do! — domme K.! — dazu der Haus- und Familienname: (a) Klosen (auch Closen geschr.).
 
Clause (wie frz.) F.: häufig gebr. statt Klausel (s. d.).
 
Cloche (kloS) F.: allg. «glockenartiges Ding» — etwa: 1)Ga.: «Art Frauenmantel mit Kapuze»; 2) «glockenartiger Frauenhut»; 3) «Käseglocke»; 4) «Dampfglocke» (der Lokomotive); 5) «große Brandblase».
 
Kloter F.: 1) «Klaue, Kralle» (zu Klo II); 2) «Hand» (spaßh. übtr. von 1).
 
kloteren intr. Verb.: «(mit Händen und Füßen) herumklettern»; dafür [Bd. 2, S. 397] lok. (bes. Ostrand) auch kleteren; bisweilen refl.: «sich anklammern» — dat Kand as eemol ze schei, et muss sech ëmmer u séng Mamm k.; dazu die Abl.: Gekloters N.: «schwierige Fortbewegung in unebenem Gelände» — wéini komme mer erëm op e riichte Pad, ech hun dat G. bal sat; bisw. dafür auch das F. Kloter(ei) «Kletterpartie».
 
Klott F.: «kleine Scholle» — cf. Klout, Klut.
 
Clôture, Klottür (Ton: 1) F.: «Umzäunung».
 
Klounen (lok. Ostrand) Pl. F.: «schmutzige Hände» (cf. Klo II und Kloter).
 
Klouschter (lok. phV. des Tonvokals cf. Ltb. 93, der Anlaut an der Untersauer um Echternach: Gl-, im Inlaut wird in der Nordosthälfte des Landes -st- gespr. entsprechend dem Wortauslaut von Ltb. 24 — Pl. Kléischter, Dim. Kléischterchen (s. d.) mit phV. wie Ltb. 96-97) F.: «Kloster» — und zwar: 1) «Mönchs-, Nonnengemeinde, deren gesamte Unterkunft» — hatt (das Mädchen), hie geet an d'K. — bei übertriebener Frömmigkeit, skrupelhaftem Lebenswandel: ech mengen, dee geet nach an d'K., ähnlich: ma géi dach an d'K. (wann s de dat nët verdréis — etwa zu jem., dem lockere Reden mißfallen) — deen as gutt fir an e K. oder dee gehéiert an d'K. — si as dem K. entlaf, entsprongen (aus dem K. entlaf) — d'Kléischter bestueden an awer keemols (bestuede se) aus (mat hat Schwierigkeiten, aus dem Kloster auszutreten; anders: die Novizen bringen eine Mitgift mit, vererben jedoch nichts bei ihrem Tod an Verwandte); 2) in spaßh. Vergleichen: «Ehe» — hatt kéim gär an dat K., wou déi zwäerlä Puer Schong ënnert dem Bett stin, wou d'Box un dem Bettstol hänkt, wou se um Wéibändel zéien; 3) an vielen Orten ein bestimmtes Kloster, oder ein Ortsteil, an dem früher ein Kloster stand — so etwa in Bonneweg, Echternach; in Clairefontaine östl. Arlon bez. K. die (allerdings kleine) Ortschaft; in Diekirch heißt ein Platz op der Kluster (also F.!); 4) bisw.: a) «von Nonnen geleitetes Krankenhaus» (urspr.: «die Unterkunft der dort tätigen Ordensschwestern»); b) «von Nonnen geleitetes Mädchenpensionat» (cf. etwa Kléischterchen); c) «von Nonnen geleitetes Altersheim».
 
Klouschter- -brudder M.: «Klosterbruder, Mönch» (Minnech ist in dieser Bed. heute seltener gebr. — s. d.); -bir N.: «gemeine Felsenbirne, Amelanchier vulg.» — eng Nues ewéi eng K. (Knollennase); -haff M.: 1) «Innenhof des Klosters» (cf. Kräizgank); 2) «zu einem Kloster gehöriges Gehöft», oft in beiden Bed. nur noch der ehemalige Standort (so etwa in Bonneweg); -här M.: 1) «Angehöriger eines Klosters mit mittelalterlichem Territorialbesitz» — in Echternach hießen die Benediktiner Glusterhäieren; 2) «Abt» (einer Abtei mit Territorialbesitz — daneben auch: Minnechhär); -kiirch F.: «Abteikirche» (meist im Gegs. zur Pfarrkirche des Ortes) — Echternach: Glusterkiech (die jetzige Basilika) im Gegs. zur Poarkiech;

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

© 2010 - Projekt LexicoLux des Laboratoire de linguistique et de littératures luxembourgeoises der Universität Luxemburg, in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier
Hinweis zum problematischen Wortgut