LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Klonkert bis Kloutesak (Bd. 2, Sp. 396b bis 398a)
 
Klonkert M., Klonkesch F.: «jem. der seine Zeit vertrödelt» — cf. auch Klonk sub 2.
 
Klonkes M.: «Schienenrute des Webers, glatter Stab am Kamm des Webstuhls» — dafür auch Schiecht F. (s. d.); lok. bez. Klonkes das Gewicht das an den Schiechten befestigt ist.
 
Klont F.: «liederliches Weibsbild, Hure» — aus dem Weimerskircher Jenischen in den Sprachgebrauch der Unterstädte eingedrungen; dazu die ebenso verallgemeinerten Komposita: Klontebeies M.: «Bordell»; klonten intr. Verb.: «huren»; Klontert M.: «Bordellbesucher»; spaßh.: Klonteklouschter N.: «Gasthaus mit Animierdamen».
 
Klonz F.: «Flachbeil des Böttchers, zum festeren Schließen der Reifen».
 
Kloofter F.: «Klafter» — lautgerechte einheimische Form für das heute überwiegende Klafter (s. d.).
 
Kloria M.: ostlux. (Echt.) phV. zu Gloria, spaßh. statt Kloëren «Branntwein».
 
Klos männl. Vorn.: Kurzform zu «Nikolaus» (cf. Klas, Klees, Kleeschen) — ech froën nët laang bei Heng a Klos, (oder Hännes a K., Néckel a K.) ech maache wéi ech denken (ähnl. wie bei Jann a Mann, Pontius a Pilatus) — bisw. abfällig, zu einem schwerfälligen Tölpel: du K. do! — domme K.! — dazu der Haus- und Familienname: (a) Klosen (auch Closen geschr.).
 
Clause (wie frz.) F.: häufig gebr. statt Klausel (s. d.).
 
Cloche (kloS) F.: allg. «glockenartiges Ding» — etwa: 1)Ga.: «Art Frauenmantel mit Kapuze»; 2) «glockenartiger Frauenhut»; 3) «Käseglocke»; 4) «Dampfglocke» (der Lokomotive); 5) «große Brandblase».
 
Kloter F.: 1) «Klaue, Kralle» (zu Klo II); 2) «Hand» (spaßh. übtr. von 1).
 
kloteren intr. Verb.: «(mit Händen und Füßen) herumklettern»; dafür [Bd. 2, S. 397] lok. (bes. Ostrand) auch kleteren; bisweilen refl.: «sich anklammern» — dat Kand as eemol ze schei, et muss sech ëmmer u séng Mamm k.; dazu die Abl.: Gekloters N.: «schwierige Fortbewegung in unebenem Gelände» — wéini komme mer erëm op e riichte Pad, ech hun dat G. bal sat; bisw. dafür auch das F. Kloter(ei) «Kletterpartie».
 
Klott F.: «kleine Scholle» — cf. Klout, Klut.
 
Clôture, Klottür (Ton: 1) F.: «Umzäunung».
 
Klounen (lok. Ostrand) Pl. F.: «schmutzige Hände» (cf. Klo II und Kloter).
 
Klouschter (lok. phV. des Tonvokals cf. Ltb. 93, der Anlaut an der Untersauer um Echternach: Gl-, im Inlaut wird in der Nordosthälfte des Landes -st- gespr. entsprechend dem Wortauslaut von Ltb. 24 — Pl. Kléischter, Dim. Kléischterchen (s. d.) mit phV. wie Ltb. 96-97) F.: «Kloster» — und zwar: 1) «Mönchs-, Nonnengemeinde, deren gesamte Unterkunft» — hatt (das Mädchen), hie geet an d'K. — bei übertriebener Frömmigkeit, skrupelhaftem Lebenswandel: ech mengen, dee geet nach an d'K., ähnlich: ma géi dach an d'K. (wann s de dat nët verdréis — etwa zu jem., dem lockere Reden mißfallen) — deen as gutt fir an e K. oder dee gehéiert an d'K. — si as dem K. entlaf, entsprongen (aus dem K. entlaf) — d'Kléischter bestueden an awer keemols (bestuede se) aus (mat hat Schwierigkeiten, aus dem Kloster auszutreten; anders: die Novizen bringen eine Mitgift mit, vererben jedoch nichts bei ihrem Tod an Verwandte); 2) in spaßh. Vergleichen: «Ehe» — hatt kéim gär an dat K., wou déi zwäerlä Puer Schong ënnert dem Bett stin, wou d'Box un dem Bettstol hänkt, wou se um Wéibändel zéien; 3) an vielen Orten ein bestimmtes Kloster, oder ein Ortsteil, an dem früher ein Kloster stand — so etwa in Bonneweg, Echternach; in Clairefontaine östl. Arlon bez. K. die (allerdings kleine) Ortschaft; in Diekirch heißt ein Platz op der Kluster (also F.!); 4) bisw.: a) «von Nonnen geleitetes Krankenhaus» (urspr.: «die Unterkunft der dort tätigen Ordensschwestern»); b) «von Nonnen geleitetes Mädchenpensionat» (cf. etwa Kléischterchen); c) «von Nonnen geleitetes Altersheim».
 
Klouschter- -brudder M.: «Klosterbruder, Mönch» (Minnech ist in dieser Bed. heute seltener gebr. — s. d.); -bir N.: «gemeine Felsenbirne, Amelanchier vulg.» — eng Nues ewéi eng K. (Knollennase); -haff M.: 1) «Innenhof des Klosters» (cf. Kräizgank); 2) «zu einem Kloster gehöriges Gehöft», oft in beiden Bed. nur noch der ehemalige Standort (so etwa in Bonneweg); -här M.: 1) «Angehöriger eines Klosters mit mittelalterlichem Territorialbesitz» — in Echternach hießen die Benediktiner Glusterhäieren; 2) «Abt» (einer Abtei mit Territorialbesitz — daneben auch: Minnechhär); -kiirch F.: «Abteikirche» (meist im Gegs. zur Pfarrkirche des Ortes) — Echternach: Glusterkiech (die jetzige Basilika) im Gegs. zur Poarkiech; -mudder F.: «Vorsteherin eines Ordensschwesternhauses» — meist in hd. Aussprache: -mutter; -naupen Pl. F.: «Veranlagung zum Klosterleben» — Echt.: 't hoat kän K., 't as ischter besteterlich (s. I/93) — cf. auch das Adj. klouschtereg; -nonn F.: «Klosterinsassin» — in Echt. eine Klarissin des von Johann dem Blinden gestifteten Klosters für adlige Jungfern (auch einfach Joffer — s. d. sub 2, II/242) — Echt.: blénksen ewi en Glusternonn; -ochsen (bes. in der ostlux. lok. phV. -oassen) Pl. M.: «Klosterochsen», vor allem in der Ra.: äm d'Glusteroasse weisen (ein kleines Kind an den Ohren, am Kopf oder am Hals in die Höhe heben) — dafür sonst: engem de roude Räckelche weisen; -paart, -puert F.: «Klosterpforte» — lok.: «die übriggebliebene Ruine einer ehemaligen Klosterpforte» (so etwa in Bonneweg bis zum Jahre 1931; die dortige Klouschterpaart stand am Eingang zum Klouschterhaff) — bei der K. (der Ortsteil in der Nachbarschaft einer ehemaligen Klosterpforte); -schwëster F.: «Klosterschwester» — meist von betrachtenden Orden, im Gegs. zu Kranke-, Schoulschwëster.
 
klouschtereg Adj.: «asketisch, den irdischen Genüssen entsagend, zum Klosterleben neigend» — Echt.: deem as et goar nët glustrig zou mout! (er/ sie drängt nach dem Eheleben). [Bd. 2, S. 398]
 
Klout, Klut F.: «Hode» (gemein) — wann ech e kréien, dann zermujhelen ech em d'Kluten (am Grapp), da kritt en d'Klute gesicht — dee géif eng K. hier, (fir) datt deen anere keng hätt (ähnlich: een A «ein Auge» usw.) dafür lok. (ostlux.) auch Klot.
 
Kloute-, Klute- -jhang, -péit M.: «ein wegen Hodenbruch schwerfällig gehender Mann»; -sak M.: «Hodensack».

 

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