LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Clôture, Klottür bis Kludder (Bd. 2, Sp. 397a bis 399a)
 
Clôture, Klottür (Ton: 1) F.: «Umzäunung».
 
Klounen (lok. Ostrand) Pl. F.: «schmutzige Hände» (cf. Klo II und Kloter).
 
Klouschter (lok. phV. des Tonvokals cf. Ltb. 93, der Anlaut an der Untersauer um Echternach: Gl-, im Inlaut wird in der Nordosthälfte des Landes -st- gespr. entsprechend dem Wortauslaut von Ltb. 24 — Pl. Kléischter, Dim. Kléischterchen (s. d.) mit phV. wie Ltb. 96-97) F.: «Kloster» — und zwar: 1) «Mönchs-, Nonnengemeinde, deren gesamte Unterkunft» — hatt (das Mädchen), hie geet an d'K. — bei übertriebener Frömmigkeit, skrupelhaftem Lebenswandel: ech mengen, dee geet nach an d'K., ähnlich: ma géi dach an d'K. (wann s de dat nët verdréis — etwa zu jem., dem lockere Reden mißfallen) — deen as gutt fir an e K. oder dee gehéiert an d'K. — si as dem K. entlaf, entsprongen (aus dem K. entlaf) — d'Kléischter bestueden an awer keemols (bestuede se) aus (mat hat Schwierigkeiten, aus dem Kloster auszutreten; anders: die Novizen bringen eine Mitgift mit, vererben jedoch nichts bei ihrem Tod an Verwandte); 2) in spaßh. Vergleichen: «Ehe» — hatt kéim gär an dat K., wou déi zwäerlä Puer Schong ënnert dem Bett stin, wou d'Box un dem Bettstol hänkt, wou se um Wéibändel zéien; 3) an vielen Orten ein bestimmtes Kloster, oder ein Ortsteil, an dem früher ein Kloster stand — so etwa in Bonneweg, Echternach; in Clairefontaine östl. Arlon bez. K. die (allerdings kleine) Ortschaft; in Diekirch heißt ein Platz op der Kluster (also F.!); 4) bisw.: a) «von Nonnen geleitetes Krankenhaus» (urspr.: «die Unterkunft der dort tätigen Ordensschwestern»); b) «von Nonnen geleitetes Mädchenpensionat» (cf. etwa Kléischterchen); c) «von Nonnen geleitetes Altersheim».
 
Klouschter- -brudder M.: «Klosterbruder, Mönch» (Minnech ist in dieser Bed. heute seltener gebr. — s. d.); -bir N.: «gemeine Felsenbirne, Amelanchier vulg.» — eng Nues ewéi eng K. (Knollennase); -haff M.: 1) «Innenhof des Klosters» (cf. Kräizgank); 2) «zu einem Kloster gehöriges Gehöft», oft in beiden Bed. nur noch der ehemalige Standort (so etwa in Bonneweg); -här M.: 1) «Angehöriger eines Klosters mit mittelalterlichem Territorialbesitz» — in Echternach hießen die Benediktiner Glusterhäieren; 2) «Abt» (einer Abtei mit Territorialbesitz — daneben auch: Minnechhär); -kiirch F.: «Abteikirche» (meist im Gegs. zur Pfarrkirche des Ortes) — Echternach: Glusterkiech (die jetzige Basilika) im Gegs. zur Poarkiech; -mudder F.: «Vorsteherin eines Ordensschwesternhauses» — meist in hd. Aussprache: -mutter; -naupen Pl. F.: «Veranlagung zum Klosterleben» — Echt.: 't hoat kän K., 't as ischter besteterlich (s. I/93) — cf. auch das Adj. klouschtereg; -nonn F.: «Klosterinsassin» — in Echt. eine Klarissin des von Johann dem Blinden gestifteten Klosters für adlige Jungfern (auch einfach Joffer — s. d. sub 2, II/242) — Echt.: blénksen ewi en Glusternonn; -ochsen (bes. in der ostlux. lok. phV. -oassen) Pl. M.: «Klosterochsen», vor allem in der Ra.: äm d'Glusteroasse weisen (ein kleines Kind an den Ohren, am Kopf oder am Hals in die Höhe heben) — dafür sonst: engem de roude Räckelche weisen; -paart, -puert F.: «Klosterpforte» — lok.: «die übriggebliebene Ruine einer ehemaligen Klosterpforte» (so etwa in Bonneweg bis zum Jahre 1931; die dortige Klouschterpaart stand am Eingang zum Klouschterhaff) — bei der K. (der Ortsteil in der Nachbarschaft einer ehemaligen Klosterpforte); -schwëster F.: «Klosterschwester» — meist von betrachtenden Orden, im Gegs. zu Kranke-, Schoulschwëster.
 
klouschtereg Adj.: «asketisch, den irdischen Genüssen entsagend, zum Klosterleben neigend» — Echt.: deem as et goar nët glustrig zou mout! (er/ sie drängt nach dem Eheleben). [Bd. 2, S. 398]
 
Klout, Klut F.: «Hode» (gemein) — wann ech e kréien, dann zermujhelen ech em d'Kluten (am Grapp), da kritt en d'Klute gesicht — dee géif eng K. hier, (fir) datt deen anere keng hätt (ähnlich: een A «ein Auge» usw.) dafür lok. (ostlux.) auch Klot.
 
Kloute-, Klute- -jhang, -péit M.: «ein wegen Hodenbruch schwerfällig gehender Mann»; -sak M.: «Hodensack».
 
Klozber (Ton: 1) F.: «Erdbeeren» (lok. Synonym des Ostrandes, zunächst der Moseldörfer — cf. Klatz-).
 
Klu, Clou (klu·) M.: 1) «Glanz-, Höhepunkt, Sensation» — de C. vun der Saiso, vum Programm, vun der Frechheet — an de C. hues de nach guer nët gesinn — dat do as de C.! (oder Cobel); 2) «Furunkel» — ech hun e puer Kluën um Hals, déi mech al jhenéieren (behindern) — neuerdings gängig selbst in den Vorstadtmaa.: hätt e gutt e C. um Aasch, da kënnt en nët um Schäisshaus sëtzen: 3) Pennälerspr.: «Pfandhaus».
 
Klub, Club M.: «Club» (nach dem Engl., aus den Hochspr.) — und zwar: 1) «Verein» — urspr. in besonders vornehmer Geltung, etwa: Golf-, Rotary-, Tennis-. . .club; 2) heute vornehmlich spöttelnd: «kleiner Verein» — etwa: Giijheklub (zu Giisch(t) II/56, gelegtl. mit der Nebenbed.: «Gesellschaft von Homosexuellen», entspr. der ibidem nachzutragenden übtr. Bed.: «Penis»), Poretteklub (Lokalsektion des Kleingärtnerverbandes) — in dieser Überhand gewinnenden Bed. gerne auch das spezifisch lux. Dim. Klibbchen (Pl. Klippercher) M.: «kleiner, unscheinbarer Verein» — auch übtr. für einen unbedeutenden Klüngel (ohne eigtl. Vereinsstatut): ech wäerd äre Klibbchen nach fäerten — dee Klibbche gi mer och nach Meeschter — bes. für Splittergruppen größerer Verbände; bes. lok. gebr.: Grevenmacher: vornehme Gesellschaft von Musikfreunden — Echt.: Fréijoëschklibbchen «Gesellschaft von Naturfreunden, die ihren Stammsitz jenseits der Landesgrenze — am Preisischen — hatte, und zwar auf Kasemannsdann oder -dank.»
 
Klubwiesen N.: «Vereinswesen» (zunächst in bejahender Bed.) — eis Gemeng mécht vill fir d'K. (in dieser Bed. meist Veräinswiesen — dies I/325 nachzutragen) — gelegtl. pejorativ: «Klüngeltum».
 
Klubantsch, Kluwantsch F.: «primitive Schaukel» (ein Brett mit Seilen an einem Baumast befestigt).
 
kluch, klug (unflektiert meist mit kurzem Vokal, die flektierten Formen meist halblang gespr., im Nordösl. mit palataler Spirans kluç, /klujən) Adj.: «klug, umsichtig, pfiffig» — sief k. an hal de Mond — et wär dat Kliigst (oder Klichst), wann s de dech nët géings drëm këmmeren — hie wollt ze k. sin, du as e bäigelaf — e kluge Käppchen — du bas och där Kluger een (auf deinen Vorteil bedacht) — ähnlich: k. a séng Täsch — auch iron.: do muss ee sech awer k. uleë fir dat fäerdeg ze bréngen (da muß man schon tölpelhaft vorgehen), dafür lok. (etwa Echt.) auch: de Klugen oaleën — hien as k. op säin Aart (zwar nicht besonders gescheit, aber doch auf seinen Vorteil bedacht) — tadelnd: dat do war eng Klug (eine dumme Tat) — hie wëllt de Kluge spillen, an e läit mam Hënner am Dreck — 't gët een nët k. derhannert; häufiger in allen Raa.: gescheit, lous.
 
Kluch-, Klug- -hät, -heet F.: «Klugheit» — Echt.: däm seiner K. as kän Een (ein Superkluger) — hie jäizt vu K.; -schass, -schësser M.: «Übergescheiter (der überall seinen Vorteil erspäht), Alleswisser, Besserwisser».
 
klugen intr. Verb.: «grübeln, tüfteln» — wann s d'aus geklucht hues, läis de dach am Dreck; dazu die Abl.: Gekluchs N.: «Tüftelei» — dat as esou sénges Gekluchs; auch trans., in unfester Verbindung mit eraus: wann en dat nach gutt erausgeklucht hätt.
 
Kluck F.: 1) «Bruthenne» — d'K. as bréieg (brütelustig — s. d. I/150) — d'K. as erëm bréieg, ech muss se zappen (ins Wasser tauchen: dass de Brutz vergeet) — eng K. setzen (einer Henne Eier zum Brüten unterlegen) — d'K. sëtzt elo schon iwwert d'Woch (op den Äer) — eng K. mat Hénkelcher (cf. Hénkel II/151), Schippelcher, Schippercher, Jhippercher — du sëtzs do wéi d' (eng) K. op den (hiren) Äer (Hénkelen), stärker: op faulen (dawen) Äer — ech muss d'K. ënnert e Kuerf setzen, si bleift nët op den Äer; 2) spaßh.: «Matrone» (bes. wenn sie in Begleitung ihrer Töchter ist) — Ausgangspunkt ist der Vergl.: si passt op hir Kanner op wéi d'K. op d'Hénkelen — abschätzig: déi al K. (von einer kräftigen älteren Dame, die [Bd. 2, S. 399] übermäßig aufgeputzt ist; Besitzerin eines Freudenhauses); 3) in verschiedener dinglicher Übtr.: a) «Krug, Kruke» — hien ësst zer Nuecht mat enger Schläiss Speck esou déck wéi méng Hand an enger K. Branntewäin — hie setzt d'K. un — hien hëlt de Schnicki gaangs aus der K. — cf. Branntewäinskluck (I/145); b) «Getreidehaufen von 12 Garben» (cf. das allgemeinere Kaascht I); c) «Kapitaleinlage» (in einem Geschäft, bei einem Finanzinstitut) — en huet nach eng déck K. an dem Geschäft sëtzen — demnach übtr.: eng K. setzen (Kapital einlegen); d) Nordösl.: d'K. mat de Schippercher «das Sternbild der Plejaden, das Siebengestirn»; e) «aneinandersitzende Früchte» (Äpfel, Nüsse, Kirschen) — wie Kludder sub 1.
 
kluck, gluck Interjekt.: bezeichnet ein glucksendes Geräusch, etwa das Gurgelgeräusch beim Trinken, das Glucksen der Henne (häufig wird die Henne kluck kluck kluck gerufen), Geräusch auslaufenden Wassers (Quelle, Krug usw.).
 
Kluckendreck M.: «Kot der Henne» (cf. auch Héngerdreck II/149) — dat geet ewech ewéi K. (leicht) — abschlägiger Bescheid: en ale (giele) K.
 
kluck(s)en intr. Verb.: 1) «glucksen» (vom Wasser, beim Ausströmen, beim Trinken, beim Schütteln) — d'Waasser kluckst der jo am Bauch, wann s d'ës esou vill beieneen drénks — nuets héiert een de Biirche k.; 2) «glucken» (von der Bruthenne) — d'Hong kluckst, et as bréieg; 3) «hörbar schlagen» (vom Herzen) — d'Häerz huet mer vu Freed, Opregong, Aangscht gekluckst — d'Häerz huet em geklappt, ech hun et bis bei mech héiere k.; 4) «unterdrückte Freudenlaute von sich geben»; 5) «schluchzen» — et huet gekluckst vun elauter Misär.
 
kluck(s)eg Adj.: «brütelustig» (von der Henne); 2) spaß.: «bemutternd, einer Henne ähnlich» — bisw.: «mannstoll»; 3) «weinerlich, zum Weinen geneigt» — d'Kand as nët a sénger Rei, et war schon de ganzen Dag esou k.
 
Klucksert M.: 1) «Schluchzer»; 2) «unterdrückter Freudenlaut»; 3) «Schluckauf» (s. Hick).
 
Kludder F.: 1) «Anzahl zusammenhängender (baumelnder) Dinge» — etwa: eng K. Drauwen, Beien (Bienen), Schlësselen (Schlüsselbund) — d'Äppel hänken a Kludderen um Bam (auch: kludderches, kluddereweis) — en huet ganz Kluddere (vu) Fësch aus dem Waasser gezunn — auch: eng K. Fësch op enger Weid geriën (an einer Weide aufgereiht) — d'Neelchesblumme maachen dëst Joër schappeg Kludderen (Dolden) — d'Kanner hänke sech eng Kludder Kiischten hannert d'Oueren — d'Eechele vun der Wantereech sëtzen op Kludderen; 2) «Ansammlung von Menschen, Auflauf» — si huet ëmmer eng ganz K. Kanner um Läpp (hänken) — op der Schläich (auf der Eisbahn) maachen d'Kanner eng K. (eng Ketten, eng Schlaang) — d'Coureuren houngen all op enger K. (de ganze Plëttong — frz. peloton — war beieneen); 3) «beharrliche Zecherei» — 't gouf alt erëm eng K.; 4) «Verzögerung» — maach elo virun, ech sin déi K. (auch Kludderei) sat — in allen Bed. dafür auch Klongel, Klonger (s. d., daselbst auch andere Syn.); 5) veraltet: «Satz von sieben irdenen Töpfen» (wie sie früher auf der Schobermesse verkauft wurden) — as d'Fouer begruewe gin, hun d'Leit eng Kludder ierden Dëppe kaaft.

 

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