LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Knarr, Knuer bis Knauel (Bd. 2, Sp. 404b bis 405b)
 
Knarr, Knuer (Echt. Gnarr, Nösl. Knuarr) F.: 1) «Stück, Knorren» — eng K. Brout — eng K. Holz; 2) «verwachsene Stelle im Holz, Holzknoten»; 3) Kollekt. «Holz, Holzstücke» — eng K. Holz aleën; 4) (lok. Wiltz): «Anschnitt vom Brot» — Dim.: Knärchen, Knierchen, Knërchen — s. Bootsch II.
 
knarr(el)eg (lok. Echt. knarr(l)ig, gnarr(l)ig) Adj.: 1) «knorrig, knotig» (vom Holz); 2) «murrend, nörgelnd, schlecht gelaunt» — en as haut esou k. wéi e Kettenhond.
 
Knarrel (lok. Echt. Gnarel) F.: «Knoten im Holz».
 
knarrelen intr. V.: 1) «knurren» (vom Hund); 2) «murren, nörgeln» — dazu die Abl. Geknarrelss. knouteren und knueren.
 
Knarreler M., Knarrelesch F.: 1) «mürrischer Mensch»; 2) «Kettenhund» — cf. grang(el)en — hierzu Grang(el)er M.
 
Knarri M.: «knurriger Mensch» — dat as der jo e gellege K. (ein richtig unausstehlicher Nörgler).
 
Knascht (phV. Osten Knoast, Nösl. kno:st, aber nur Bed. 1, sonst gelgtl. knast) M.: 1) «Schmutz, Unreinlichkeit, Schlamm», auch «aufgeweichter Straßenkot» — an sou engem K. kënnt ech nët liewen (von einem unsauberen Haushalt) — du wäärs déi Kanner dach nët an dee K. erausschécken (bei dem schlechten Wetter); 2) «Streit, Zank» — 't as vill K. an dem Dueref (es herrscht dort viel Unfrieden) — dee K., deen se ënnert sech hun — looss se hire K. ënnert sech behalen — 't as nët auszehalen do vun elauter Gascht a K.; 3) «hinterhältige, verhaltene Mißgunst»; 4) «Geiz, Kargheit»; 5) «Kleinigkeit» — e bekëmmert sech em all K. — s. Dreck sub 8 — Abl. (Nösl.) Geknast N.: «Zankereien».
 
Knascht- -beidel M.: «unreinlicher Mensch» — féi Däiwel, wat e K.!; 2) «Geizhals»; 3) «hinterhältiger Mensch»; -bommel M.: «kleines, dickes, schlampiges Frauenzimmer»; -hammel M.: «unreinlicher Mensch»; -kätt N.: «unreinliche, verlotterte Frau»; [Bd. 2, S. 405] -kiwel M.: s. Knaschthammel, Schmotzkiwel; -marréi N. s. Knaschtkätt; -mippelchen M.: 1) «unsaubere Magd»; 2) «Dirne»; -mokel M. s. Knaschthammel; -piddelchen M.: «unreinliches Kind»; -sak M.: 1) «unreinlicher» auch: «sittlich verkommener Mensch»; 2) «hinterhältiger, gemeiner Mensch» — du bas mer jo e proppere K. (ein sauberer Schweinehund). — Vorstehende Komposita werden häufig als Beleidigungen gebraucht.
 
knaschteg, knaschdeg (Echt. knoastig, Nösl. knoostig) Adj./Adv.: 1) «unreinlich» — bleif ewech do, du mechs dech k.! (zu einem Kinde) — cf. verknaschten; 2) «unsauber, obszön» — Kindern verbietet man k. Wiirder (unsaubere Wörter) — hie verzielt nëmme k. Witzen (obszöne Witze); 3) «filzig, geizig»; 4) «böswillig, schadenfroh, unfair» — en huet esou eng k. Laach (ein böswilliges, schadenfrohes Lachen) — en huet e knaschtege Charakter — en huet sech k. beholl (unfair); 5) allgemein beleidigend: du k. Louder! — du knaschtegen Hond do! — wann s de nët ophäls, kriss de eng an deng k. Schnëss!; 6) dient manchmal zur Verstärkung eines Begriffs: e krut der (al) knaschteger an d'Sabbel.
 
Knaschtegkeet, -kät F.: 1) «Hinterhältigkeit»; 2) «Filzigkeit».
 
knaschten trans. V.: 1) «schmutzig, sorglos ausführen» — cf. verknaschten; 2) übertr.: «einen bösen Sinn in eine Rede legen, bös auslegen» — wat huet deen do ze k.
 
Knaschterei F.: 1) «Verschmutzung» — wat fer eng K. hues de dann elei erëm gemaacht?; 2) «hinterhältiger Streich» — e mecht engem Knaschtereie wou en nëmme kann; 3) «Widerwärtigkeit, unangenehme, schwierige Lage»; 4) «sexuelle Schmutzerei» (cogitatione, verbo et opere).
 
knascht(e)ren trans. V.: «schmutzig machen» — s. beknaschten.
 
Knaschtert (Dim. Knäschtchen s. d.) M.: 1) «Schmutzfink»; 2) «Geizhals»; 3) «hinterhältiger, gemeiner Mensch» — du knaschtege Knaschtert.
 
Knaschtges iron. Name für ein schmutziges, unordentliches Haus — a K.
 
Knasknaden Pl. F.: «Geschäftskniffe» (Viehhändlersprache) — s. Gaskonaden — cf. auch Gehuddels sub huddelen.
 
Knasknadekréimer M.: «Roßtäuscher» — s. Päerdsfockert.
 
Knaster M. s. Kanaster — wat fer en infame K. fëmms de do — s. Kraut sub 1c), Kraitchen.
 
knastig (Nösl.) Adj.: «streitsüchtig».
 
knatsch: Schallwort, bezogen auf einen von einem patschenden Geräusch begleiteten Vorgang, z. B. von einer Sumpfstelle, wenn man sie betritt, von Schuhen, wenn Wasser in sie eingedrungen ist, von einer Ohrfeige u. ä. — k.!. goung et an de Schong — k.! hat en eng sëtzen (eine Ohrfeige).
 
knatschdeg Interj.: «plumps» — s. batschdeg — en huet em k. eng an d'Schnëss geschloen — bisweilen dafür k., batschdeg.
 
knatscheg a matscheg Adj.: «schmierig weich» — wéi de Schnéi ofgoung, war et därmoosse k. a m. an eisem Gaard, datt ä bal dran hänke blouf.
 
knatschen, knätschen intr. V.: 1) «ein patschendes Geräusch hervorbringen» — s. knatsch — wéi dat knätscht (beim Betreten einer Sumpfstelle); 2) «schmatzend essen» — e knatscht wéi e Fierkel.
 
knatschgeckeg Adj.: «total verrückt».
 
Knattert M.: volkstümlicher Name eines Heiligen, der von Frauen um Hilfe gegen ihre stets unzufriedenen, nörgligen Ehemänner angerufen wurde — cf. Knadder sub 2 u. die Kompos. unter Knadder — cf. Krëschert, Muffert, Mëffert.
 
Knatz (lok. Echt. Gnatz s. d.) M. bisweilen N.: 1) «Verwachsung, Mißwachs» (von Pflanzen, Früchten, Tieren) — oft mit Batz zusammengetan; 2) «mürrischer Mensch»; 3) «kleines Mädchen» (lok. Arlon F.) — s. Knätzel, Knätzchen.
 
knatzeg (lok. Echt. gnatzig, häufiger gnatzlich) Adj.: 1) «mißwachsen»; 2) «mürrisch» — en as haut esou k., e kann sech weder hiewen nach droen (auch: e kann sech selwer nët leiden); 3) «unlieb, eigensinnig» (von einem kleinen Mädchen).
 
Knauel (lok. Echt.) F.: «Durcheinander, Wirrnis, Geknäuel» — im übr. s. Knälen — 't war än K.

 

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