LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Knaschtmokel bis Knauzbudderig (Bd. 2, Sp. 405a bis 406b)
 
-mokel M. s. Knaschthammel; -piddelchen M.: «unreinliches Kind»; -sak M.: 1) «unreinlicher» auch: «sittlich verkommener Mensch»; 2) «hinterhältiger, gemeiner Mensch» — du bas mer jo e proppere K. (ein sauberer Schweinehund). — Vorstehende Komposita werden häufig als Beleidigungen gebraucht.
 
knaschteg, knaschdeg (Echt. knoastig, Nösl. knoostig) Adj./Adv.: 1) «unreinlich» — bleif ewech do, du mechs dech k.! (zu einem Kinde) — cf. verknaschten; 2) «unsauber, obszön» — Kindern verbietet man k. Wiirder (unsaubere Wörter) — hie verzielt nëmme k. Witzen (obszöne Witze); 3) «filzig, geizig»; 4) «böswillig, schadenfroh, unfair» — en huet esou eng k. Laach (ein böswilliges, schadenfrohes Lachen) — en huet e knaschtege Charakter — en huet sech k. beholl (unfair); 5) allgemein beleidigend: du k. Louder! — du knaschtegen Hond do! — wann s de nët ophäls, kriss de eng an deng k. Schnëss!; 6) dient manchmal zur Verstärkung eines Begriffs: e krut der (al) knaschteger an d'Sabbel.
 
Knaschtegkeet, -kät F.: 1) «Hinterhältigkeit»; 2) «Filzigkeit».
 
knaschten trans. V.: 1) «schmutzig, sorglos ausführen» — cf. verknaschten; 2) übertr.: «einen bösen Sinn in eine Rede legen, bös auslegen» — wat huet deen do ze k.
 
Knaschterei F.: 1) «Verschmutzung» — wat fer eng K. hues de dann elei erëm gemaacht?; 2) «hinterhältiger Streich» — e mecht engem Knaschtereie wou en nëmme kann; 3) «Widerwärtigkeit, unangenehme, schwierige Lage»; 4) «sexuelle Schmutzerei» (cogitatione, verbo et opere).
 
knascht(e)ren trans. V.: «schmutzig machen» — s. beknaschten.
 
Knaschtert (Dim. Knäschtchen s. d.) M.: 1) «Schmutzfink»; 2) «Geizhals»; 3) «hinterhältiger, gemeiner Mensch» — du knaschtege Knaschtert.
 
Knaschtges iron. Name für ein schmutziges, unordentliches Haus — a K.
 
Knasknaden Pl. F.: «Geschäftskniffe» (Viehhändlersprache) — s. Gaskonaden — cf. auch Gehuddels sub huddelen.
 
Knasknadekréimer M.: «Roßtäuscher» — s. Päerdsfockert.
 
Knaster M. s. Kanaster — wat fer en infame K. fëmms de do — s. Kraut sub 1c), Kraitchen.
 
knastig (Nösl.) Adj.: «streitsüchtig».
 
knatsch: Schallwort, bezogen auf einen von einem patschenden Geräusch begleiteten Vorgang, z. B. von einer Sumpfstelle, wenn man sie betritt, von Schuhen, wenn Wasser in sie eingedrungen ist, von einer Ohrfeige u. ä. — k.!. goung et an de Schong — k.! hat en eng sëtzen (eine Ohrfeige).
 
knatschdeg Interj.: «plumps» — s. batschdeg — en huet em k. eng an d'Schnëss geschloen — bisweilen dafür k., batschdeg.
 
knatscheg a matscheg Adj.: «schmierig weich» — wéi de Schnéi ofgoung, war et därmoosse k. a m. an eisem Gaard, datt ä bal dran hänke blouf.
 
knatschen, knätschen intr. V.: 1) «ein patschendes Geräusch hervorbringen» — s. knatsch — wéi dat knätscht (beim Betreten einer Sumpfstelle); 2) «schmatzend essen» — e knatscht wéi e Fierkel.
 
knatschgeckeg Adj.: «total verrückt».
 
Knattert M.: volkstümlicher Name eines Heiligen, der von Frauen um Hilfe gegen ihre stets unzufriedenen, nörgligen Ehemänner angerufen wurde — cf. Knadder sub 2 u. die Kompos. unter Knadder — cf. Krëschert, Muffert, Mëffert.
 
Knatz (lok. Echt. Gnatz s. d.) M. bisweilen N.: 1) «Verwachsung, Mißwachs» (von Pflanzen, Früchten, Tieren) — oft mit Batz zusammengetan; 2) «mürrischer Mensch»; 3) «kleines Mädchen» (lok. Arlon F.) — s. Knätzel, Knätzchen.
 
knatzeg (lok. Echt. gnatzig, häufiger gnatzlich) Adj.: 1) «mißwachsen»; 2) «mürrisch» — en as haut esou k., e kann sech weder hiewen nach droen (auch: e kann sech selwer nët leiden); 3) «unlieb, eigensinnig» (von einem kleinen Mädchen).
 
Knauel (lok. Echt.) F.: «Durcheinander, Wirrnis, Geknäuel» — im übr. s. Knälen — 't war än K.
 
Knauf (lok. Osten) s. Knaus.
 
Knaup (lok. Knaups) F.: 1) «mit gespanntem Zeigefinger versetzter Nasenstüber» — elo kriss d'eng K. — dafür auch Knaupsert M. — Zss. Stirknaup — dafür auch Stireknackes, Stireknappert s. d.; 2) «Anstoßen mit dem Kopf an einen harten Gegenstand» [Bd. 2, S. 406] — dat gouf nach ewell eng gutt K. — dafür auch Tuckert s. d.
 
knaupeg s. kraupeg.
 
knaupsen trans. V.: 1) «eine Knaup (s. d.) versetzen»; 2) «knicken, mit dem Fingernagel zerdrücken» — Lais k. — s. knécken; 3) (lok. Echt.) «sich etwas überraschend aneignen» (etwa einen Stich beim Kartenspiel); 4) (lok.) «lochen» (von Fahrkarten) — dafür häufiger pëtzen s. d.
 
Knaupsert I M. s. Knaup.
 
Knaupsert II M. in der Vbdg. Kaarteknaupsert M.: «Eisenbahner, der die Fahrkarten locht» — dafür häufiger Kaartepëtzert s. d.
 
Knaus (lok. Osten Knauf) F.: 1) «großes Stück, Klumpen» (Brot, Butter, Fleisch, Holz, Metall) — nach nët fir eng K. Gold déit ech et — cf. Knoll, Knupp; 2) «Anschnitt» oder «Reststück vom Brot» — Dim. Knaischen s. d.; 3) «kurzes, gedrungenes Frauenzimmer» — wat eng K. as dat gin!
 
knausen, knauser(e)n intr. V.: «kleinlich, übermäßig sparen» — um Kascht daarf nët geknaust gin (am Essen darf man nicht sparen).
 
knausereg Adj.: «geizig» — s. knéckeg.
 
Knausert M.: «Geizhals» — s. Knéckert.
 
Knauter F.: 1) «Knickfalte» — däi Kläd as nëmme méi eng K. an eng Fal (ist ganz zerknüllt); 2) «Runzel, Hautfalte»; 3) «unordentliche Frau» — zu 2 u. 3. s. Ronschel, Rompel.
 
Knauterbal M.: 1) «Ball, wo es schlecht und recht, ohne feine Manieren hergeht»; 2) «tolles Durcheinander» — dafür auch Juddebal.
 
knauteren, knäuteren V.: 1) intr.: «Falten werfen» — huel dee Stofft nët, e knautert; 2) trans.: «zerknittern» — knauter mer de Pobeier nët esou — deng Box as geknautert, 't mengt än, du häss dra geschlof — du hues däi Gezei ganz geknautert, wéi s de dech drop gesat hues; dafür häufig verknauteren, zerknauteren s. d. — s. a. kniw(w)elen, knujhelen, knuselen; 3) als Vadj.: «runzelig» — säi Gesiicht as geknautert wéi eng gebake Bir (wéi eng gedréchent Quetsch) — Abl.: Geknauters.
 
knautschen trans. V.: 1) «zerknittern» — dafür auch verkniw(w)elen, verknutschen, zerkniw(w)elen, zerknutschen s. d.; 2) «zärtlich drücken» — dafür auch knuutschen s. d.
 
Knauz M.: 1) «verkümmerter, im Wachstum zurückgebliebener Apfel» — Dim. Knäiz(ch)en s. d.; 2) «Knirps».
 
Knauzbudderig (Kant. Clerf) M.: «kleiner, mürrischer Knabe».

 

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