LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Knauzbudderig bis Knätzchen (Bd. 2, Sp. 406b bis 407b)
 
Knauzbudderig (Kant. Clerf) M.: «kleiner, mürrischer Knabe».
 
knauzeg s. knatzeg.
 
Knäbbelchen s. Knais-chen.
 
Knäf (Pl. Knäfen) F.: «Spule» (des Leinewebers).
 
Knäip, Kneip I (lok. Echt. Gnäip) M.: 1) «starkes Handmesser, Kneif» (besonders Schuster-, Taschenmesser, Dolch, gelgtl. Schlachtmesser) — huel dech an Uecht, soss kommen ech mam K. — e goung mam K. op e lass — für «Schälmesser» häufig das Dim. Knäipchen, dafür lok. Mertzig auch Jhekel M. (angeblich nach dem Vornamen eines Hausierers der Trierer Firma Schmelzer); 2) «altes, abgenutztes Messer» — dafür auch Gaudi II s. d.
 
Knäip, Kneip II F.: 1) «bescheidene Schenke»; 2) «Studentenkneipe».
 
knäipen, kneipen I intr. V.: 1) «heimlich abschreiben bei Prüfungen» (Pennälerspr.) — du kriss eng Äänt am K. — en as beim K. erwëscht gin — en huet sech duurch de Kolléisch geknäipt; dazu die Abl. Geknäips N., Knäiperei F.: «allgemeines Abschreiben einer Schulklasse»; 2) «plagiieren».
 
knäipen, kneipen II intr. V.: «gemeinschaftlich zechen» — dazu die Abl.: Knäiperei F.: «Trinkgelage».
 
Knäip-/Kneip- -dixionär M.: «Miniaturwörterbuch» (heimlich bei Prüfungen benutzt); -hengscht s. Klapphengscht; -ziedel M.: «beschriebener Zettel, der zum heimlichen Abschreiben dient».
 
Knäiz(ch)en M.: «kleine, verwachsene Frucht».
 
Knälen, Knelen (phV. Echt. Knail, Klaiel, Vianden Knail, Nösl. Klailen) — s. Klälen, Knail.
 
Knäll F.: «Dirne».
 
knällen trans. V.: 1) «den Klicker des Mitspielers treffen»; 2) «ohrfeigen» — en huet em eng kräfteg geknällt; 3) «heimlich schießen» — en Hues k.; 4) obszön «coire».
 
Knällert M.: «Schürzenjäger».
 
Knäpp(e)- (s. a. die Komp. unter Knapp)- -lach s. Knapplach; -männchen M.: «Gebäckmännchen» (um St. Nikolaus) — dessen Kleiderknöpfe werden durch in den Teig eingedrückte Rosinen dargestellt; [Bd. 2, S. 407] -mécher M.: 1) «Knopfmacher»; 2) «Knirps, kleiner Bube, Lausbube» (Westen u. Ösl.) — et war nëmmen esou e K.; -schéier F.: «Knopfschere»; -schong Pl. M.: «Schuhe zum Zuknöpfen»; -seid F.: «Seide zum Einborden von Knopflöchern» — s. Cordon. -spill N.: «Kinderspiel mit Knöpfen».
 
Knäppchen (lok. Kneepchen — Dim. zu Knapp) M.: 1 a) «Kleiderknöpfchen»; b) s. Hiemerknäppchen, Kollisknäppchen, sub Koll; c) «Klingelknopf» — dréck op de K. (fir de Garçon — rufe den Kellner herbei); d) «Nabel» (Nösl.) in der Zss. Bauchknäppchen; 2) «hügelartige Erhöhung» — e kënnt op de K. leien (lok. Lannen: auf den Friedhof — dieser liegt etwas höher als die Umgebung); häufig in FN. wie Äächer Knäppchen, Gäässeknäppchen, Trooskneepchen — gelgtl. Bezeichnung eines Ortsteils, z. B. in Stegen; 3) «großer Wiesenknopf» (Sanguisorba officinalis); 4) «Anschnitt vom Brot» s. Bootsch, Knais-chen, Opschnatz.
 
knäppeg (lok. Echt. knepig) Adj.: 1) «mit Pusteln besetzt»; 2) «geklumpt, von Knötchen durchsetzt» (vom Mehl, Teig u. ä.); 3) von Kartoffeln, die beim Kochen nicht mehlig werden; 4) übertr.: «wählerisch, empfindlich» (bes. beim Essen) — du bas dach nët k. — dafür auch kläpeg (s. d. sub 2), kriddeleg (s. d.).
 
knäppen trans. V.: 1) «knöpfen» — knäpp däi Gueder mol zou, ier s de bei d'Leit gäs; dazu die Abl. Geknäpps N.: «wiederholtes Knöpfen» — wat hues de do fir e G. un dengem neie Kläd (wat as dat fir e G.); 2) «knoten» — knäpp däi Schongstréckel (deinen Schnürsenkel); 3) intr.: «klumpen» — gesäis de dann nët, datt däi Miel knäppt? (beim Bereiten einer Mehlschwitze und sonstiger Saucen) — s. verknäppen, lassknäppen, ofknäppen, zouknäppen.
 
Knärrchen s. Knierchen.
 
Knäschtchen M.: 1) «verschmutztes Schweinchen»; 2) «schmutziges (auch häßliches) Mädchen» — du klenge K.! — wat e K. — s. Knaschtmippelchen, -piddelchen; 3) übertr. «moralisch unsauber» (bes. von Mädchen).
 
Knätsch M.: 1) «Kaugummi» — dafür auch Knätschgummi; 2) «Modellierpaste» — dafür auch Knätz; 3) «Klebrigkeit»; 4) «der klebrige Teil des unausgebackenen Brotes» — dat Brout as (e) Rimm an (e) K. (ist total unausgebacken oder verbacken) s. Rimm; 5) «schlammige oder zähe Masse» (lok. auch F.) — dafür häufig (oder in Verbind. mit) Matsch, Mätsch, Bullimatsch — haut gët nët gespillt, den Terrain as ä K. an ä Mätsch (auch ä Matsch an eng K. — beim Fußballspiel).
 
knätsch, knätschdeg Interj.: s. knatschdeg.
 
knätscheg Adj.: 1) «überweich» — de Botter as elo rëm déi ganz Zeit k.; 2) «klebrig» (bes. von nicht ausgebackenem, teigigem Brot) — am véierzéngter Krich war d'Brout dacks rimmeg a k.
 
knätschen (lok. knatschen) intr. V.: 1) «schmatzend essen» — s. knatschen sub 2; 2) «Kaugummi kauen» — e knätscht an engem Stéck; 3) «das Geräusch hervorbringen, das beim Kneten oder Durchwaten einer schlammigzähen Masse entsteht, oder wenn Wasser in die Schuhe eingedrungen ist» — de naasse Schnéi knätscht ënner de Féiss — en trätscht a knätscht am Dreck — d'Wasser knätscht mer an de Schong — s. knatschen sub 1; 4) «etwas Weiches kneten»; 5) trans.: «eine schallende Ohrfeige versetzen» — en huet em eng elle geknätscht; 6) übtr. (Arlon u. Westen): «jemand mit verdienten oder unverdienten Vorwürfen belästigen» — dazu Knätschert M.: «Nörgler».
 
Knätz M. s. Knätsch sub 2.
 
Knätzchen F.: Dim. zu Knatz s. d.

 

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