LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Knolles, Knulles bis Knuedlermaart (Bd. 2, Sp. 413a bis 414a)
 
Knolles, Knulles M.: «ungehobelter Kerl» — dazu die Zuss.: Bauereknolles M.
 
Knolli M.: Spitzname, z. B. Haans (Hausname) Knolli.
 
Knollkapp M.: «halsstarriger, grober Mensch».
 
knorklig s. knuerkeleg.
 
Knorr, Knorri, Knorres s. Knarri — cf. Knuer.
 
knorren s. knueren.
 
knoschelen (Nösl. u. Ostrand) trans. V.: «undeutlich, unverständlich sprechen» — e knoschelt jett, a wann s den en dann hannena fräächs, gët e biis (Nösl.: er murmelt etwas, fragst du ihn dann nachher, was er gesagt hat, wird er böse) — knoschel nët esou vill a so deng Sënnen (im Beichtstuhl: mach nicht soviel Worte und sag deine Sünden) - dazu die Abl.: Geknoschels N.
 
Knoscheler M., Knoschelesch F.: «jemand, der undeutlich spricht».
 
knoschteren s. koschteren.
 
Knoschterer, Knoschteresch s. Koschterer.
 
Knoss F.: «Blumenzwiebel, Wurzelstock» (lok. Mess, Rœdgen).
 
knoutereg (Echt. knoaterig) Adj.: «brummig, nörglich».
 
knouteren (Echt. knoatren) trans./ intr. V.: «brummen, murren, knurrend Einspruch erheben» — ech hun nët verstan, wat e geknoutert huet — all Kéier, wann en eppes ugestallt gët, dann huet en ze k. (jedesmal, wenn er zu etwas herangezogen wird, erhebt er brummend Einspruch) — e knoutert an d'Zänn — e knoutert alt fir sech — mam K. as et nët gedoen — dazu die Abl.: Geknouters N.: «andauerndes Murren» — senges G. gët ä bal midd.
 
Knouterer M., Knouteresch F.: «Brummbär, Nörgler» — sou en ale K.! — ähnlich: Knouterjhang, Knouterjann, Knouteriann, Knoutertinnes M., Knouterkätt F. u. ä.
 
Knoutzelen Pl. F. (lok. Olingen): «Spielküglein für Kinder» — s. Mierbel, Wak.
 
Knouz (lok. Echt., Pl. Knäizercher) M.: «kleiner, verkümmerter Apfel» — s. Gnatz, Knappertchen — Abl.: knouzig Adj.: «verkümmert».
 
knuarreg s. knarr(el)eg.
 
knuarren s. knarrelen.
 
knubbeleg Adj.: 1) «uneben, holperig, beulig» — k. Fangeren — s. kniw(w)eleg sub 2, knuppeg sub 1; 2) «ungeschlacht» — s. knuppeg sub 3.
 
Knubberdulles, Knupperdulles M.: 1) «plumper Mensch, Grobian»; 2) «grob angefertigter Gegenstand» (z. B. Wanderschuhe) — donk deng Knubberdullessen un!; 3) «saurer Wein» — s. Batzko, Dräimännerwäin, Knéibrécher, Knout sub 7, Kruppes, Kofferbotz sub 2, Nassauer.
 
knubberdullesseg Adj. Adv.: «plump, grob» — esou k. Manéieren — en huet sech k. opgeféiert.
 
Knueb M.: «Knabe, Bursche» (veraltet) — e gesonden, e ferme K. — cf. Kniecht sub 2 — s. Knëff, Knuef.
 
knuedig s. knoutereg.
 
Knuedler M.: 1) urspr. «Franziskanermönch» (weil er einen Knotengürtel trägt). — Franziskanerkloster, -kirche u. Dependenzien (s. unten) standen ehemals auf dem jetzigen Wilhelmsplatz in Luxemburg-Stadt — die Erinnerung an den im Jahre 1795 aufgehobenen Orden hat sich im Platznamen und in der Sage erhalten (GREDT, Sagenschatz Nr. 904) — dazu auch wohl die Ra.: ech wëll der mei K. sin (ich gebe dir mein Wort drauf) — daher: 2) «Wilhelmsplatz in Luxemburg» mit Stadthaus (seit 1838) und dem 1884 errichteten Reiterstandbild Wilhelms II., Königs der Niederlande und Großherzogs von Luxemburg (1840-1849) — ma. gilt nur K. — dort wird auch der Knuedlermaart und das Oktavmäärtchen s. d. abgehalten — de Wëllem um K.
 
Knuedler- -gaart M.: 1) «ehemaliger Garten des Franziskanerklosters» (auf dem westlichen Teil des jetzigen Wilhelmsplatzes gelegen), wurde in den Jahren 1804 u. 1805 nebst Franziskanerkirche, -kloster u. -kirchhof von Napoleon I. [Bd. 2, S. 414] der Stadtverwaltung geschenkt; 2) «ehemalige baumbestandene Promenade», von der Stadtverwaltung nach 1805 an der Stelle des Franziskanerklosters u. -kirchhofs angelegt und PLACE NAPOLÉON genannt, 1817 in PLACE GUILLAUME umbenannt zu Ehren des neuen Landesherrn Wilhelms I., Königs der Niederlande und Großherzogs von Luxemburg (1815 bis 1840) — der Name war noch vor kurzem geläufig: mer gin an de K. spillen, sagten die Kinder — der K. dient seit 1959 vornehmlich als Park- u. Wochenmarktplatz; -gaass F.: «ehemaliger Name der östlich der Franziskanerkirche gelegenen Straße»; -gäertchen (Pl. -gäerdercher) M.: «Plätze in der Liebfrauenstraße zu beiden Seiten des Stadthauses», früher Krammarkt (s. Fripiersmaart), heute Parkplätze; -kierfech M.: «ehemaliger Franziskanerkirchhof» — s. sub Knuedlergaart; -kirech F.: «ehemalige Franziskanerkirche» (um 1230 gegründet, 1662 Neubau, 1795 säkularisiert, 1830/33 abgebrochen); -klouschter N.: «ehemaliges Franziskanerkloster» (um 1230 gegründet, 1817 u. 1830 abgebrochen) — cf. oben sub Knuedler 1; -lach N.: «früherer Name eines südöstlich des Knuedler gelegenen Straßenteils»; -maart M.: 1) «ehemaliger Wochenmarkt in und beim Knuedlerklouschter» — der Fruuchtmaart befand sich damals nördlich der Knuedlerkirech (s. d.) und wurde 1838 in die Fruuchthal (s. Hal II) verlegt; 2) «jetziger Markt, der zweimal in der Woche auf dem Knuedler abgehalten wird».

 

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