LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Këfferchen bis Kollakéis (Bd. 2, Sp. 418b bis 420a)
 
Këfferchen (Dim. zu Koffer vgl. auch Wallis)) — übtr. in der Ra.: eng fatzeg am K. hun (schwer betrunken sein); 2) a. «der beim Straßenbau zwischen den beiden Summerweën (s. d.) oder Trëttoiren (s. d.) freigelegte, kastenförmige Teil, der zur Aufnahme des Gestécks (der Füllsteine) dient» — de K. vun der Strooss as souwäit fäerdeg — frz. coffre; b. «freigelegter, kastenförmiger Teil beiderseits einer Straße zwecks Anlage von Straßenrinnen» — en as emol nët ëmstand e K. uerdeklech auszegruewen.
 
Kofferfor (Pl. Kofferforen) M.: «Geldschrank» — frz. coffre-fort — se hun em de K. gepleimt (haben ihm den Geldschrank ausgeräumt) — en [Bd. 2, S. 419] as esou éierlech, 't kënnt än en an e K. spären.
 
Coiffe (wie frz.) F.: 1) «Haube»; 2) «Schweißfutter im Hut»; 3) «Perückennetz» (Ga) — s. Réseau.
 
coifféieren trans. V.: «die Haare ordnen, frisieren» — frz. coiffer.
 
Coiffeur (wie frz., doch Ton 1) M.: «Friseur».
 
Coiffeuse (wie frz., doch Ton 1) F.: 1) «Friseuse»; 2) «Frisiertisch mit großem Spiegel».
 
Coiffure (wie frz.) F.: 1) «Kopfbedeckung» (Ga); 2) «Frisur».
 
kojhelliko Interj.: «Ausruf der übermütigen Lust oder der Verwunderung» (veraltet).
 
Kok M.: Schimpfwort, an der Grenze gebraucht für luxemburgisch sprechende Lothringer — d'Nonkeiler Koken — d'Wolmerénger Koken — lok. Pl. Kooksen für prahlerisch auftretende Luxemburger an der Lothringer Grenze — s. Gok(es).
 
kokett (Ton 2) Adj.: 1) «gefallsüchtig»; 2) (von Sachen) — eng k. Villa.
 
kokettéieren intr. V.: «gefallsüchtig tun» (von Frauen).
 
Koketten Pl. F.: «rundgehauene Dachschieferplatten».
 
Coquetterie (wie frz.) F.: «Gefallsucht».
 
Kokosnoss F.: 1) «Kokosnuß»; 2) «Schlag auf den Kopf».
 
kol s. kuel.
 
Kola F. u. M.: Kurzname für «Koka-Kola» — cf. Kocka.
 
Kolänner s. Kalänner.
 
kolen intr. V.: «törichtes Zeug reden, aufschneiden, schwindeln» — mer hu matenee gekoolt (wir haben mit einander geschwatzt) — en huet mat dem Meedchen gekoolt (er hat mit jenem Mädchen geschäkert) — cf. verkolen.
 
Kolonell, Korenell, Colonel M.: «Oberst».
 
Koler I ON.: «Kahler» — Gem. Garnich, Kant. Capellen — 387 — dazu: Kolerbaach BachN.: «Kahlerbach» (örtlicher Name für die Äisch s. d.) — riicht ewéi d'K. (iron.: schnurgerade wie der Kahlerbach, der in Wirklichkeit stark gewunden ist).
 
Koler II (lok. Echt. s. Kieler sub 1) — übertr. in der Ra.: newen dem K. gon (Spielverderber sein).
 
Colette (wie frz., doch Ton 1) weibl. Vorn. — dafür häufiger Nicole s. d.
 
Koli, Colis (wie frz., doch Ton 1) M.: «Ballen, Kiste, Paket» (zum Versand bestimmt) — dazu die Zussetz.: Postkoli.
 
Koll I, Kolléi, Kolli, Col (wie frz. — Dim. Këllchen) M.: 1) «Kragen, Halsteil an Kleidungsstücken» — von Hemdkragen unterscheidet man: e mëlle K. (ungestärkt) — e steiwe K. (gestärkt) — en héige K. (Stehkragen) — en ëmgeluegte K. (Umlegekragen) — e Kautschuskoll (Gummikragen, veraltet); de K. as voller Kratten (voll Schmutzstreifen) — e proppere K. (auch spaßh. für Protokoll s. d.); von Kragen von Anzügen und Mänteln unterscheidet man: e seide K. — e samette K. — e pelze K. — e Mariskoll (Ton 1 — Matrosenkragen an Kinderanzügen); übertr.: ech huelen e beim K. (nehme ihn beim Kragen, stelle ihn zur Rede) — deen huet sech e gesonde K. gezillt (er ist fett geworden) — Zussetz.: Kollisknapp, dafür meist das Dim. Kollisknäppchen M.: «Hemdkragenknopf» (aus Metall oder synthetischen Stoffen) — de Kobel vum Gäiz: wann än sech eng Waarzel wuesse léisst, fir de Kollisknäppchen ze spueren; 2) «Hals, Kamm» (vom Schlachtvieh) — in dieser Bedeutung meist Kolli — maacht mer e Stéck vum K. (zum Fleischer gesagt); 3) «Schaumrand an einem Glas Bier» — ä (scil. Humpen) mat engem K. (ouni K.); 4) «obere Verengung an einer Vase, einem Gefäß».
 
Koll II M.: «Kleister, Leim» — frz. colle — 't mengt ä grad, en hätt K. um Hënner (von einem, der nicht weiß, wann er sich verabschieden soll).
 
Koll III s. Kaul.
 
Kolla, Kollak (Grevenmacher), Kollar (Mosel) M.: 1) «Krähe» (Wb 06) cf. Jhak; 2) «Eichelhäher» — cf. Jhäkert, Maarkollef — zu letzterem die Zussetz.: Kollasplaimchen F.: «Spiegelfeder des Eichelhähers» (mit blauen, schwarzen und weißen Querstreifen — oft von Förstern u. Jägern am Hutband getragen); 3) «alberner Mensch».
 
Kollaasch (Ton 2), Collage (wie frz.) M.: «wilde Ehe».
 
Collaborateur (wie frz.) M.: «Mitarbeiter» — seit der widerrechtlichen Besetzung des Landes (1940-1944/45) hat das Wort auch die spezielle Nebenbedeutung: «Luxemburger, der sich während jener Zeit im Sinn der von dem Okkupanten herausgegebenen Parole »heim ins Reich« politisch betätigt hat» — cf. Gielemännchen sub [Bd. 2, S. 420] 4 — entsprechende Nebenbedeutung kommt auch folgenden beiden Wörtern zu:
 
Kollaboratioun F.: «Mitarbeit, Zusammenarbeit mit jemandem» — frz. collaboration.
 
kollaboréieren intr. V.: «Beiträge liefern» — frz. collaborer.
 
Kollakéis M.: 1) «Quark, Milchkäse» (Lieblingsspeise der zahmen Krähe Wb 06) — s. Futtchen, Schäissmates; 2) übtr.: «Gerede, Quatsch» — 't ass elo dees K. genuch — dafür gelgtl.

 

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