LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Colocataire bis Komes (Bd. 2, Sp. 421b bis 423a)
 
Colocataire (wie frz.) M.: «Mitmieter».
 
Kolofon, Kolophon M.: 1) «Geigenharz»; 2) «Schlußseite eines Buches mit Drucker- und Abschlußvermerk» (Druckerspr.).
 
Kolombofill, Colobophile (wie frz.) M.: «Besitzer u. Züchter von Brieftauben» — frz. colombophile.
 
Kolonie F.: 1) «auswärtige Besitzung eines Staates»; 2) «Siedlung» a. «Arbeitersiedlung, Ortsviertelname» — d'italiéinesch K. zu Dideleng (italienisches Arbeiterviertel in Düdelingen) — auch deren Einwohner: d'ganz italiéinesch K. huet sech bedälegt; b) «größere Anzahl von Tieren, bes. Vögeln, die sich stets am selben Ort versammeln oder brüten»;
 
Kolonn I, Colonne (wie frz.) F.: 1) «Säule»; 2) «Spalte einer Zeitung, eines Buches» — 't stät an der éischter K. (in der ersten Spalte); 3) «Militärzug» — d'Kamioe fuere K.; 4) «Arbeitsgruppe» — eng K. Aarbechter — d'fënneft K. (Verrätergruppe vor dem letzten Weltkrieg; in der Rundstedtoffensive besonderer deutscher Abwehrdienst).
 
Kolonn II für frz. Cologne in o·tkO/lon (eau de Cologne) und /o:tεl tkO/lon (Hôtel de Cologne, früher Kölnischer Hof in Luxemburg-Stadt), auch kurz Kolonn genannt — en as am K. (ist dort abgestiegen).
 
Kolonnad (Ton 3) F.: «Kolonnade, Säulengang».
 
Kolonnenuewen M.: «Säulenofen aus Gußeisen» — früher auch im Luxemburgischen hergestellt, z. B. in Eich und Colmar. [Bd. 2, S. 422]
 
Koloss M.: «großer Mensch» — 't as e K. vun engem Mënsch (vun engem Framënsch).
 
Kolpech (lok. Koulbech) ON.: «Colpach» — Gem. Ell, Kant. Redingen — man unterscheidet Uewer- und Ënnerkolpech — 202/203 — d'Kolpecher Schlass (heute Erholungsheim).
 
Kolportaasch (Ton 3) M.: 1) «Hausierhandel» — frz. colportage; 2) «Verbreitung von Neuigkeiten und (meist falschen) Gerüchten».
 
kolportéieren trans. V.: 1) «Hausierhandel treiben»; 2) «Neuigkeiten, (falsche) Gerüchte verbreiten» — cf. hauséieren.
 
Colporteur (wie frz., doch oft Ton 2), Kolporter M.: 1) «Hausierer» — s. Gäng(e)ler, Hauséier(rer) — F.: Colporteuse, Kolportesch; 2) «Neuigkeitskrämer, Herumträger von (falschen) Gerüchten» — s. Mallendréier, Rapportendréier — cf. Clabaude.
 
Kolraf, Kolrab (Pl. Kolrawen, Kolraben — Südw. Koulraf, Westen Kollrab, Osten Kullrab, Nösl. Kullraf) F.: 1) «Kohlrübe» (Unterkohlrabi) — dafür auch Äärdkolraf (s. d.) oder mit dem Zus. an (ënner) dem Buedem — es handelt sich um Brassica Napus L., forma Napo - Brassica/Rutabaga — dient zum Viehfutter, oft gemischt mit Runkelrüben (Rommelen s. d.) — im Krieg 1914/18 diente die Kohlrübe auch als Nahrungsmittel für die Bevölkerung; 2) «Kohlrabi» (Oberkohlrabi, Gartenkohl) — Brassica oleracea gongylodes — dafür auch Knuppekoul (s. d.) oder mit dem Zus. op dem Buedem — cf. Koul.
 
Kolsa M.: «Ölraps» (Brassica napus L. oleifera — gelb blühende Ölfrucht) — frz. colza — cf. Ribsom.
 
Kolsa- -kuch M.: «Futtermittel, hergestellt aus den bei der Gewinnung von Rapsöl abfallenden Preßrückständen» — dafür auch Uelechkuch s. d.; wird auch als Lockmittel beim Fischen verwendet; -uelech M.: «Rapsöl» (muß gereinigt werden und diente früher armen Leuten zum Backen von Fastnachtsbrocken s. Mais) — dafür meistens Rapuelech s. d.
 
Kolter I M. u. F.: «Pflugmesser» — lat. culter — esou brät gedréckt wéi eng K. (Bettborn).
 
Kolterschlass N.: «Halteschloß des Sechs am Grindel des Pfluges».
 
Kolter II (lok. Echt. Golter) F.: «rauhe Wolldecke» — dazu die Abl.: Gekolters N.: «unordentliche Kleidung».
 
Kolter-Molter M.: «Durcheinander».
 
koltereg Adj.: 1) «uneben»; 2) «unordentlich» — k. gekläd — dafür auch das Vadj.: gekoltert — wat as deen haut erëm g.
 
Kolwent, Koulwent ON.: «Colbette» — Gem. Consdorf, Kant. Echternach — 268.
 
Combinaison (wie frz., doch Ton 3) F.: 1) «gedankliche Herstellung eines Zusammenhangs, Mutmaßung»; 2) «Verknüpfung und Realisierung mehrerer Gedankengänge, um eine Sache in Gang zu bringen»; 3) «Schwindelmanöver» — eng louche C. — dafür meistens Combine s. d.; 4) «Damenunterkleid, -unterrock» (veraltet: «Damenhemdhose»); 5) «Arbeitskleidung aus einem Stück» (meist für Männer, z. B. Mechaniker) — eng Mécanicies C.
 
Combine (wie frz.) F.: «Verbindung von (meist unredlichen) Kniffen, um einen bestimmten Zweck zu erreichen» — dat as esou eng vu senge Cobinen.
 
kombinéieren trans. V.: 1) «verschiedene Elemente methodisch einordnen zur Erreichung eines bestimmten Zweckes» — si haten dat gutt kombinéiert; 2) «richtig berechnen, planvoll (zusammen-)spielen» (z. B. im Schach, Bridge, Sport); 3) «vermuten» — ech kombinéieren, datt mer geschwënn eppes Neis gewuer gin (ich vermute, daß wir bald etwas Neues hören — etwa eine Verlobung u. ä.).
 
Comble, Kobel (wie frz.) M.: «Höhe, Übermaß» — häufig in Raa. u. Rätselfragen — 't as de K., fir mat der Nues op de Réck ze falen (das ist die Höhe) — 't as e K. (das hat noch gerade gefehlt) — wat as de K. vun der Frechhät, vum Gäiz, vun der Zersträthät?
 
Komediant M.: «Heuchler» (nur in dieser Bedeutung — für «Schauspieler» gilt Acteur (wie frz., doch Ton 1)).
 
Komediantekoméidéi M.: «Vorspiegelung falscher Tatsachen, Verstellerei».
 
Koméidi, Koméidéi u. Zussetz. — s. Kaméidi.
 
Koméidiskréimer M.: «jemand, der es liebt, lästige Szenen zu machen» — s. Kaméidismécher sub 3.
 
Koméit M.: «Komet» — wann e K. kënnt, da geschitt eppes Uerges (sein Erscheinen ist von übler Vorbedeutung) — dazu die Zussetz. Koméitewäin [Bd. 2, S. 423] M.: «Kometenwein» (Wein des Jahrgangs 1811).
 
Komerod s. Kamerod — dazu: léif Komeroden a Frënn (Anrede in kleinem Kreis) — se si gutt K. zesummen (= se si Frère Jacques zesummen s. sub Frère) — dat gät ënner Komeroden, mee soss nët.
 
Komes M.: «Pfahleisen zum Eindrücken der Rebpfähle» — das Gerät soll seinen Namen von dem Erfinder erhalten haben, dem Landmesser Comes, der in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts von der Saar nach der Luxemburger Mosel kam.

 

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