LWB Luxemburger Wörterbuch
 
kommentéieren bis Kommiounswuel (Bd. 2, Sp. 426b bis 428a)
 
kommentéieren trans. V.: «auslegen, beurteilen» (meist abfällig) — déi Saach as vill kommentéiert gin.
 
Kommer I M.: 1) «Kummer» — d'Kanner maachen him vill K. — en huet en häämleche K., deen en dréckt — K. a Läd — K. a Verdross; 2) «Mühe» — en huet säi bore K. fir fäärdeg ze gin (seine liebe Mühe); cf. Këmmernës, verkommert.
 
Kommer II M.: «Schutthaufen» (C.).
 
Commère (wie frz., doch Ton 1) F.: 1) «Gevatterin» — cf. Kommärschaaft; 2) «Klatschbase» — huel dech an Uecht vrun er, 't as eng al C. — s. Baass sub 1, Clabaude, Klap sub 3 — dazu die Abl.: Commérage (Ton 3) Kommäraasch M.: «Gerede, Klatsch» — dafür auch Geklaaps, Geklabotts; 3) «Hauptperson (neben dem Komper s. d.) in Lokalrevuen» (sie sprechen die verbindenden Worte zwischen den Revueszenen und greifen durch Frage- und Antwortspiel in diese ein) — cf. Gevuedesch. [Bd. 2, S. 427]
 
Commerce (wie frz.) M.: 1) «Handel» — dat deet de C. goen; 2) «Gewerbe- und Handelsunternehmen» — si hun e gudde C.; 3) «Bewirtschaftung eines bäuerlichen Anwesens»; 4) übertr. «vertraulicher Umgang» — se hun esou en häämleche C. matenän; 5) «Handelsabteilung einer höheren Schule» — en as op C. (er besucht die betreffende Abteilung) — dafür auch Commerciale nach dem Titel der ehemaligen höheren Schule: École industrielle et commerciale, die inzwischen im hauptstädtischen und im Escher staatlichen Lycée de garçons aufgegangen ist; 6) Art Kartenspiel.
 
Kommers (Ton 2) M.: «studentisches Fest» (z. B. der Luxemburger Studenten in Löwen) — dazu die Zussetz. Kommersbuch N.: «studentisches Liederbuch».
 
Kommersleit (Ton 2) Plur. tant.: «Handelsleute, Kaufleute» — dafür heute meist Kommerssanten s. d.
 
Kommersmillen (Ton 2) F.: «Handelsmühle» — im Gegensatz zur Konnemillen s. d. — dazu Kommersmiller M.: «Müller, der sein Gewerbe auf eigene Rechnung betreibt».
 
Kommerssant (Ton 3) M.: «Kaufmann» (sagt sich besonders von dem, der kaufmännischen Geist, meist im guten Sinne, besitzt) — dat do as e gudde K. — deen do gët alles ewech, wat en huet; 't as kä (gudde) K. — frz. commerçant.
 
kommersséieren intr. V.: «Handel treiben» — matenä k., dat dät de Bock schnadderen (das führt zu Erfolg).
 
Kommi, Commis (wie frz., doch Ton 1) M.: 1) «unterer Beamter»; 2) «Handlungsgehilfe» — ech si säi C. nët (er hat mir nichts vorzuschreiben, er mag die Sache selbst übernehmen oder zu Ende führen); 3) «Handelsreisender» — dafür auch Commis voyageur (Ton 1 oder 3 für voyageur) — sou e Säfe- (sou e Wichs-)kommi (der in Seife oder Bodenwichse reist) — K. wird in sämtlichen Bedeutungen häufig abfällig gebraucht — dazu: Kommiswutsch (lok. Wecker) M.: «Windbeutel».
 
kommi(l)fo, comme-il-faut (wie frz) Adj./Adv.: 1) «wie es sich gehört» (Inbegriff der guten Erziehung, heute etwas veraltet) — ech loossen näischt géint e soën, mat mir war en ëmmer k. (hat sich mir gegenüber immer anständig benommen) — dat as nët k. (das gehört sich nicht) — e war k. gekleed — maach, dass de stëll bas, soss kriss de den Hënner ersielt, an dat k. (ganz gehörig) — behuel dech, sëff ëmmer k.; 2) entstellt in dem Ammenreim: comment (statt ainsi) font, font font (= comme font = kommifo) les petites marionettes; fordert man das Kleinkind auf: da maach emol schéi k., dann führt es, wie man es gelehrt hat, mit der Hand und ausgespreizten Fingern eine Drehbewegung aus, die an das analoge Spiel der Handpuppenspieler erinnert.
 
Kommioun (Ton 3) F.: 1) «Kommunion» — d'Kanner kommen zur K. — en as aus der K. (braucht den sonntäglichen Religionsunterricht nicht mehr zu besuchen) — déi éischt, déi zwät, déi drëtt K. — de Paschtouer huet dem Kranken d'K. gedroën (die Wegzehrung) — de Kranken huet d'K. kritt — mer hun d'K. matenä gemaach (zur Altersbestimmung) — 't mengt än, du kéims eréischt zur K. (so naiv bist du) — 't mengt än, e wär an deem Gezei zur K. komm (so altmodisch ist er angezogen oder der Kleidung entwachsen); 2) «Kommunionsfeier» — si hu K. — mer sin op d'K. ivitéiert — si haten eng déck K. (eine groß aufgezogene Kommunionfeier).
 
Kommiouns- -bänk F.: «Kommunionbank» — dafür meist Kommiounbänk — de Paschtouer huet en op der K. sëtze gelooss (hat ihm das Sakrament nicht verabreicht, weil er ihn für unwürdig hielt); -bild N.: «Kommunionsbild» — a. ein größeres Bild, das der Pfarrer jedem Kommunionkind schenktb. kleineres Bild, das der Erstkommunikant an Familienangehörige und Bekannte als Andenken verteilt; -blumm F.: «Hortensie»; -dag M:: 1) «Tag der ersten hl. Kommunion»; 2) «Tag der Monatskommunion der Schüler in den Mittelschulen». -examen M.: «Kommunionsexamen»; -feier F. s. Kommioun sub 2; -geschenk N.: «(Paten) Geschenk an den Erstkommunikanten» — s. cadeau; -gezei N.: «Anzug (Kleid) der Erstkommunikanten (-kantinnen)»; -cadeau (letzteres wie frz., doch Ton 1) M. s. -geschenk; -kand N.: «Erstkommunikant(in)»; -kannerléier F.: «Vorbereitungslehre zur Erstkommunion»; -käerz F.: «Kommunionskerze»; -kläd N.: «Kommunionskleid»; [Bd. 2, S. 428] -kranz M.: «Kranz der Erstkommunikantinnen»; -kuch M.: «Kommunionskuchen» (meist Baumkuchen, mit daraufstehender Kommunikantenfigur); -mass, -mëss F.: «Kommunionsmesse»; -rack M.: «Rock der Erstkommunikantinnen» (wird zur zweiten Kommunion häufig erlängt (verlängert)); -schlapp M.: «weiße, spitzenbesetzte Schleife, die der Erstkommunikant am linken Ärmel trägt» — dafür auch: -flätsch, -band; -schlär M.: «Schleier der Erstkommunikantinnen» — dafür auch: -wuel;

 

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