LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Konscht- / konscht- bis Constant (Bd. 2, Sp. 434b bis 436a)
 
Konscht- / konscht- -dénger M.: «Kunstdünger»; -räich Adj.: «kunstreich»; -seid F.: «Kunstseide»; -stéck F.: «Kunststück» (meist Kniff, mit der Absicht, jemand etwas vorzumachen); -wierk N. «Kunstwerk».
 
Konschtebréck, zersungen aus Konzerbréck F.: «Konzerbrücke» in dem Kinderlied: Herduurch, herduurch, déi Konschtebréck/ Déi K. as zerbrochen/ [Bd. 2, S. 435] Mer wëllen se hannescht maachen/ Woumat? woumat?/ Mat Speicherneel/ Wat as onse Loun?/ E grénge Spoun/ Pas, pa, di/ pas, pa, do/ retto! (MERSCH, Luxemburger Kinderreime Nr. 424). In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde das Lied in Grevenmacher folgendermaßen gesungen: Duurch an duurch die Konzfabrek/ die Konzfabrek, die ist versprochen/ Womit? womit?/ Mit der Speise Lohn/ der Grünespan!/ Laß mich herein, passmadrine/passmadrine, laß mich herein! Aus späterer Zeit stammt folgende Variante aus Bondorf: Durech an durech meng Konschtebréck/ dee leschte gët gefaangen. Die Verse gehören zu dem weit verbreiteten Brückenspiel, bei dem zwei Kinder mit erhobenen Händen eine Brücke bilden, durch die der Zug der andern Kinder, von denen jedes sich an den Kleidern des vorhergehenden festhält, hindurchzieht; jeweils das letzte Kind des Zuges wird durch Herablassen der «Brücke» gefangen und muß sich entscheiden, welcher von zwei Parteien es angehören will (s. Däiwelchen sub 5. cf. F. M. BÖHME, Deutsches Kinderlied und Kinderspiel, 1924, 522 ff. HALLIWELL, Nursery rhymes of England, 1844, 110. ROLLAND, Rimes et jeux de l'enfance, 1883, 141). Der Name der Brücke ändert mit der Landschaft. — Am 11. August 1675 wurde eine aus Diedenhofen unter Marschall Créqui heranrückende französische Armee, die das von den Franzosen besetzte, aber von den Kaiserlichen belagerte Trier entsetzen sollte, von letzteren, denen sich Luxemburger Streitkräfte unter Graf von Elter angeschlossen hatten, bei der Konzerbrücke geschlagen. Darüber gibt es ein hochdeutsches Lied, in dem es u. a. heißt: Der Créqui zog auf d'Conzerbrück/ der Herr von Elter schlug ihn zurück/ sie schwenkten gen die Saaren/ bis Margareten Flaren. . . (de la FONTAINE, Luxemburger Volkslieder, 1904, 44 f. TRESCH, La chanson populaire luxembourgeoise, 1929, 56 ff.). Von einer Zerstörung der Brücke verlautet dort nichts. Ein Wiederaufbau derselben erfolgte gegen 1785 unter dem letzten Trierer Kurfürsten Clemens Wenzeslaus, einem Prinzen von Baden und Onkel der Königin Marie-Antoinette. Der damalige französische Kriegsminister gab dazu einen Zuschuß (cf. Trierer Jahrbuch I [1959] 29.).
 
Konschtemécher M.: 1) «Taschenspieler»; 2) «Hanswurst»; 3) «Zieraffe, Schmeichler, Schönschwätzer»; 4) «Umstandskrämer».
 
Konsderf, Konsdref, Consdorf ON.: «Consdorf» — Gem. Consdorf, Kant. Echternach — 284.
 
Conseil I (wie frz., doch Ton 1), Kossel, Koossel, Kounzel M.: «Gemeinderat» — auch K. kommenal — frz. Conseil communal — en as mat deene määschte Stëmmen an de C. komm — deen huet nach grad am C. gefeelt — spaßh. de ganze K. huet sech dra geluegt (hat sich der Angelegenheit angenommen) — dafür auch Gemengerot s. d.
 
Conseil d'Etat M.: «Staatsrat».
 
Conseil de discipline M.: «Disziplinarrat» (Verwaltungsspr.) — e kënnt vrun de C. (wird vorgeladen).
 
Conseil II (Pl. Kosséilen) M.: «Rat, Ratschlag» — spuer deng gutt Koséile fir dech.
 
Conseiller (wie frz., doch Ton 2), Konsselje, Kosseljen, Koosseljen (Ösl.), Kounzeljen (Westen) M.: 1) «Gemeinderatsmitglied»; 2) Staatsbeamtentitel, wie z. B. C. de Gouvernement M.: «Regierungsrat», C. à la Cour (supérieure de justice) M.: « Obergerichtsrat»; 3) C. d'Etat M.: «Staatsrat».
 
Konsenz M.: «Einwilligung, Zustimmung» — dozou gin ech ni an nëmmer mäi K.
 
Consentement (wie frz., doch Ton 2) M.: wie das vorige — d'Elteren hun hire C. nët gin (z. B. zu einer Heirat) — dafür auch Awëllegong s. awëllegen, Verwëllech (s. d.).
 
konsequent Adj.: «folgerichtig» — dee bleift sech ni k.
 
Konsequenz F.: «Folgerung» — lo kanns de deng Konsequenzen draus zéien — das d'K. vun denger Dommhät — ech huelen all Konsequenzen op mech — e geet bis zur leschter (bis op d'lescht) K. — d'Saach hat Konsequenzen (Folgen eines Liebesverhältnisses) — dafür auch Folleg s. d. sub 1.
 
Conservateur (wie frz.) M.: «Konservator» (Beamtentitel) — z. B. C. du Musée M.: «Museumskonservator», C. des hypothèques M.: «Hypothekenbewahrer».
 
konservativ Adj.: «konservativ, am Hergebrachten festhaltend» — en as aus enger stackkonservativer Familjen.
 
Conservatoire (wie frz.), Konservatoire, Koosservatoire M.: 1) «Musikschule»; [Bd. 2, S. 436] 2) «Musikkursus im C.» — de C. as fräi fir eis Leit (die Musiklehrkurse sind kostenlos).
 
Kons(s)erven Pl. F.: «Konserven» — dafür auch Agemaachtes s. d. — Zussetz. Kons(s)ervebéchs F.: «Konservendose»; Kons(s)serveglas N.: «Konservenglas», Kons(s)ervegeméch, -gedéng(el)s N.: beide abfällig für «Konserven aller Art.»
 
konsiderabel (Ton 4) Adj.: «ansehnlich, bedeutend» — frz. considérable.
 
Konsideratioun (Ton 6) F.: 1) «Betrachtung, Überlegung» — mer hun dat alles a K. gezun (haben das alles erwogen); 2) «Ansehen» — en huet keng K. nirgendwou — frz. considération.
 
konsideréieren trans. V.: 1) «erwägen» — 't as fir ze baschten, wann än déi Zoustänn konsideréiert; 2) «achten, schätzen» — déi Leit sin iwerhaapt nët konsideréiert — frz. considérer; 3) «in Betracht ziehen» — dat do kënnt een emol k.
 
Consigne (wie frz., Ton 1 oder 2) F.: 1) «Weisung» — en huet sech nët un d'C. gehalen (hat die Weisung nicht befolgt); 2) «Instruktion, Tagesbefehl» (Militärspr.); 3) «Stubenarrest» (Militärspr.); 4) «Bereitschaftsstellung der Soldaten in der Kaserne» — zu letzterem das Vadj.: kosignéiert, konsignéiert: «in Bereitschaft stehend» — d'Zaldote sin haut den Owend k.; 5) «Aufbewahrungsraum für Handgepäck auf Bahnhöfen» — meng Wallis as an der C.
 
Console (wie frz., Ton 1 oder 2) F.: «Konsole, Wandtischchen».
 
Kosommatioun, Konsommatioun F.: 1) «Getränk, das man im Wirtshaus konsumiert» — hues de d'Konsommatioune scho bestalt? — mer hun dräi Konsommatiounen; 2) lok. iron. «Glas Schnaps mit Glas Bier».
 
Consommé (wie frz., doch Ton 2) M.: «konzentrierte Fleischbrühe».
 
Konsortium M.: «Konsortium» (Zusammenschluß von Personen oder Firmen zu einem bestimmten Zweck) — e Juegdkonsortium (die gemeinschaftliche Pacht einer Jagd betreffend) — wee baut dat Appartementshaus do? Antwort: e K.
 
Constance (wie frz., doch Ton 1), Koostace: weiblicher VN.: «Konstanze», erscheint auch als Costi.
 
Constant (wie frz., doch Ton 1), männlicher VN.: «Konstantin» — erscheint auch als Koostang, Koosto, Koosti, Kos, Kosi.

 

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