LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Koppenn bis Korbiljar (Bd. 2, Sp. 441b bis 443a)
 
-enn N.: in der Ra. iwer K. ewechfléien (in aller Eile); -däl M.: «Armlehne» (Sattlerspr. C); -här M. s. Kapphär — dazu deen as ëmmer beim Spillen de K. (von einem Jungen, der sich beim Spiel immer die Führung aneignet) — dee Wéngert as a bleift de K. vum ganze Bann (jener Weinberg ist und bleibt der erste auf der ganzen Flur); -labunz s. Kapp(e)libunzel — dazu Koppedus (Vianden) und die Dim: Kopplabinzelchen, Koppedais-chen, Koppediis-chen (Vianden) — gängigste Ra.: d'K. schloen, seltener: d'K. maachen (z. B. Schengen).
 
koppeg (Ostrand koppig) Adj.: 1) «gewölbt» — eng k. Gääss (Ziege ohne Hörner) — e koppege Wann (mechanische Getreideschwinge, durch Kurbelantrieb in Bewegung gesetzt); eng k. Ischt (Osten, Eggenart); 2) «holperig» — e koppege Wee; 3) «buckelig» (von Menschen) — 't as fir sech k. ze laachen (auch: kromm a gebockeleg); 4) «sonderbar, wunderlich» — 't as e koppege Kärel (ein [Bd. 2, S. 442] Kauz) — e koppecht Mënsch (ein sonderbares Frauenzimmer) — eng k. Geschicht (ein sonderbarer Vorfall, eine eigenartige Angelegenheit) — substantiv.: en huet eng K. geschniden (hat ein sonderbares Gesicht gemacht — meist abschätzig) — sou eppes Koppeches hat ech nach nët erlieft; 5) «halsstarrig» (Ga); 6) in dem Ausdruck e koppege Kaarp — s. Kaarp.
 
Koppegkät, -keet F.: «Absonderlichkeit».
 
Koppel I M.: 1) «Ortscheit, Schwengel» (zur Befestigung der Zugstränge an Fuhrwerken) — en hëlze K. — en eise K. — en duebele K. — d'Päärd hun de K. futti gerass — ech muss deem enge Päärd méi K. gin (damit die Zugkraft des stärkeren Pferdes zu Gunsten des schwächeren ausgenutzt wird) — s. Balance sub 2, dafür auch: Wuet; 2) «Koppel (am Seitengewehr), Leibriemen, Degengehenk».
 
Koppel II F.: 1) «zum Anspannen geeignetes, auf einander abgestimmtes Paar (Joch) Ochsen»; 2) «zusammen passendes Paar von Menschen, Tieren, Sachen» — dat gët eng schéi K. (meist Dim.: Këppelchen s. d., ein zusammen passendes Ehepaar) — eng K. Kanner (Zwillinge — s. Dublett sub 2) — ech muss än hun, dee mer d'K. hält (das Gleichgewicht) sot de Schnappsert; 3) «zwei Stück gleicher Art» — eng K. Är — eng K. Wirschtercher; 4) «Beutelnetz» (Fangnetz mit Bügel und Griff); 5) «Koppelriemen oder Koppelseil».
 
Koppel- -bengel M.: «Führstange» (Jochstecken Wb 06); -gréitchen N.: «Vorrichtung, beim Drehen von Seilen gebraucht» — ein Rad ist auf einem aufrecht stehenden Pflock befestigt. Wenn der Faden am Rande angeknüpft ist, wird er mit der rechten Hand angezogen und das Rad in einem ziemlich schnellen Tempo herumgeworfen, wodurch die Drehung erzielt wird. Dabei läßt die linke Hand das Werg nachkommen. Ist die Drehung genügend und hat der Faden 1½ Meter Länge erreicht, so wird er auf einem Zapfen hinter dem Rade aufgewickelt. Sind die Zapfen ganz angefüllt, so wird der Faden zu einem Knäuel abgewickelt (Wb 06); -schanz M: «Eichhörnchen» (Sierck) — s. Kawäächelchen; -still(ert) M.: «Art Apfel mit besonderer Form am Stiel».
 
koppelen trans. V.: 1) «zwei oder mehrere Tiere durch Stricke oder Ketten aneinanderbinden» — koppel déi zwou Kéi an da fiirs de mat hinnen aus — cf. ukoppelen; 2) «ein Paar bilden, heiraten, kopulieren» — se koppele sech (beim Tanz bilden sich Paare) — elo sin se gekoppelt (getraut) — hingegen: déi si schon laang gekoppelt (leben schon lange in wilder Ehe) — gekoppelt as nach laang nët bestued; 3) auch absol. «(unerlaubten) Tauschhandel treiben» (besonders von Kindern gesagt) — maach, dass de nët koppels! — dee Bugger (kleiner Bursche) koppelt scho wéi en ale Judd — dazu die Abl.: Gekoppels N. — dat war e G. ouni Enn; 4) «Schläge, Ohrfeigen in Tausch nehmen» — ech fierchten, du koppels mer eng of (eine Ohrfeige); 5) «mit der Koppel (s. d. II sub 4) fischen».
 
Koppeler M.: «Junge, der gerne Tauschhandel treibt».
 
Kopp(e)lerei F.: «Tauschgeschäft».
 
Koppmar (Ösling) — s. Kockmar.
 
Koprous M.: «Eisenvitriol» (in Wasser aufgelöst, wird zum Schwärzen der Schuhe verwandt) — frz. couperose.
 
Coquin (wie frz., doch Ton 1) M.: «Nichtsnutz, Schelm».
 
Coquinerie (wie frz.) F.: «Schurkerei».
 
Kor (an der Südwestgrenze), Kar (Westen), Kuer (Luxbg.-Stadt) Flußname F.: «Korn».
 
Cor M.: «Horn» (Musikinstrument) — dazu: Cor anglais: «englisch Horn» — Cor de chasse: «Jagdhorn».
 
Choral M.: «Choral» (Kirchengesang) — se hun de Ch. nach geprouft — ech ka kä Ch. (kenne die Choralnoten nicht) — dazu die Zussetz.: Choralbuch N.: «Choralbuch» — 't sin elo nei Choralbicher eraus (sind erschienen).
 
Chorale (wie frz.) F.: «Kirchenchor, Sängerchor in der Schulen» — im besondern «gemischter Männer- u. Frauenchor» (als Kurzname für Chorale mixte) — d'Ch. mécht haut hiren Ausflug — en as an der Ch.
 
Korall F.: «Koralle» — dazu die Zussetz.: Koralleketten, -collier M. (wie frz., doch Ton 4): «Korallenhalsband» — cf. Kräll.
 
koraméieren trans. V.: «zur Rede stellen, scharf tadeln» (unter vier Augen).
 
koranzen, kuranzen trans. V.: «derb anfahren, prügeln».
 
Koräntchen (Pl. Koräntercher) M.: «Geldstück aus Silber» (= 50 Pfennig Goldwährung) — schon gegen 1900 veraltet, [Bd. 2, S. 443] dafür damals meist: Stéckelchen s. d. — zu K. die veralteten Zussetz.: Koräntches-, Koränterchesbuttéck, -buttick M.: «Laden, in dem alle Waren einen K. kosteten» — s. Stéckelchesbuttéck.
 
Corbeille (wie frz., doch Ton 1) F.: 1) «Blumenarrangement in Zierkorb» (als Geschenk bei Familienfesten wie Verlobung, Hochzeit, Kommunion); 2) «Blumenbeet»; 3) «eingefaßter Platz an der Börse».
 
Corbeille d'or (wie frz., doch Ton 1), Korbeildor F.: «Felsensteinkraut» (Alyssum saxatile).
 
Corbillard (wie frz., doch Ton 1), Korbiljar M.: «Leichenwagen».

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

© 2010 - Projekt LexicoLux des Laboratoire de linguistique et de littératures luxembourgeoises der Universität Luxemburg, in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier
Hinweis zum problematischen Wortgut