LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Kräizerbauer bis Kräps (Bd. 2, Sp. 461a bis 462a)
 
-bauer (Dim. -baierchen) M.: 1) «Kleinbauer» — e Kräizerbaierchen, än, deen seng bor Méi huet, sech an seng Familjen ze ënnerhalen — dafür auch Schuppert s. d.; 2) «Kreuzbauer» (Spielkarte, Haupttrumpf beim Skat); -berreg (Grevenmacher) M.: «Kreuzerberg» (mit Kreuzweg und Kreuzkapelle); -buch ON.: 1) «Kreuzerbuch» — Gem. Hobscheid, Kant. Capellen; 2) Name einer Buche mit daran angebrachtem Kruzifix im Walde von Säul; -damm F.: «Kreuzdame» (Haupttrumpf im Mënschspill) — dafür auch -madamm; -kinek M: «Kreuzkönig» (im Kartenspiel); -mécher M.: «Grabsteinhauer».
 
kräizillichen refl. V.: «sich plagen und trotzdem keinen Erfolg haben» — s. kristillichen.
 
Kräizong F.: 1) «Straßenkreuzung»; 2) «Paarung verschiedener Rassenarten oder Gattungen»; 3) «Ergebnis einer solchen Paarung».
 
kräken intr. V.: «wie die Krähe schreien».
 
Kräll F.: 1) «Glasperle zum Schmuck des Halses» — si huet Aën ewéi Krällen —cf. Korall; 2) «Perle des Rosenkranzes» — loosse mer eng K. fir e fale loossen (wir wollen im Gebet seiner gedenken) — si mecht aus sechs (néng) Krällen e ganze Rousekranz (sie bauscht die Sache auf); 3) «Luftbläschen im Wein und Branntwein», auch: «die im Glas hängengebliebenen Tropfen» — d'Krällen, dat sin Nondiën (Flüche), déi de Brenner beim Brenne gemaacht huet; 4) «Fettauge» — d'Krällen op der Zopp; 5) Kurzname für Caroline.
 
Krälle(n)- -collier (Grundw. wie frz., doch Ton 1) M.: «Halsband aus Glasperlen» (früher auch für die Halsbänder aus kleinen, roten Korallenstücken — (Ga)); -kranz M. s. das vor.; -schnouer F.: «Perlenschnur»; -tréinen Pl. tant. s. Hädertréinen.
 
krälleg Adj.: «perlend» (vom Wein und Branntwein) — cf. Kräll sub 3.
 
krällen intr. V.: 1) «perlen» — wann de Wäi krällt, dat as määschtens kä gutt Zäächen; 2) «funkeln, blinken» (von den Augen) — d'Aë krällen him vu gellecher Fräd.
 
Krämpchen, Krëmpchen (Dim. zu Kramp s. d.) M.: 1) «kleiner Haken»; 2) a. «kleiner Krampf» — ech hun de K. vun elauter Laachen; übtr.: d'Kand kritt de K. an d'Aën (wird schläfrig); b. «Wadenkrampf» — wann än sech am Bett streckt, da kritt ä liicht de K.
 
Krämp- -lek M.: «Ranke» (Kletterglied an Pflanzen); -lo F.: «Schicht in einem Kalkbruch, wo die Steine wie ineinander verkrampft sind» (C); -spéngel F.: «Sicherheitsnadel» (lok. Grümmelscheid) — s. Fabriksspengel. -zaang F.: «kleine Rundzange zum Drahtbiegen» (z. B. beim Anfertigen eines Rosenkranzes) — cf. Krämpenzaang.
 
Krämpelen Pl. tant. «Hautausschlag» in der Cholerazeit (1866) spotteten die Wellensteiner die von der Krankheit verschont geblieben waren: géi du no Réimech an d'Aptéikt fir fënnef Su K. kafen, bis die Epidemie auch in Wellenstein ausbrach.
 
krämpen trans. V.: «mit einem Kramp (s. d.) schließen» — bes. in Verbindung mit den Vorsilben an-, aus-, eraus-, erop-, op-, u-, ver-, zoukrämpen — Abl.: Gekrämps.
 
Krämpenzaang F.: «Backenzange» — cf. Krämpzaang.
 
Krämpes Pl. tant.: «Krämpfe, Mühe» — dat huet K. kascht.
 
Krändel, Kreendel, Kréindel ON.: «Crendal» — Gem. Bögen, Kant. Clerf — 38.
 
kränk(e)lech (lok. Echt. grénkelech) Adj.: «kränklich» — dazu die Abl.: Kränklechkät F.
 
kränkelen intr. V.: wie hd. — Abl.: Gekränkels.
 
kränken (lok. Echt. krénken) trans. V.: «kränken» — dat huet mech schwéier gekränkt — wat den Här esou krénkt.
 
kränkerlech (lok. Echt. krénkerlech) Adj. s. krankhaft.
 
Kränkt F.: 1) «epidemische Krankheit» — eng Kannerkränkt — d'englesch K. — 't as eng K. ënner de Leiden — Zussetz. Friessekränkt s. Féiwer sub 1; 2) «Fallsucht» — e fällt an d'K. (er hat die Fallsucht) — dafür auch d'fale K. — 't as fir d'K. ze kréien (wenn man ärgerlich ist); 3) «Viehseuche».
 
Kränzchen, Krënzchen (Dim. zu Kranz s. d.) M.: 1) «kleiner Kranz» — e K. am Hoer vun der Braut (vum jonge Gääschtlechen bei der Primiz); [Bd. 2, S. 462] 2) «Kaffeekränzchen»; 3) «Lokalgebäck in Vianden» — d'Veianer Kränzercher.
 
Kräpp Pl. tant: «Preßrückstände im Wein».
 
Kräppert M.: «Kropftaube».
 
Kräps M.: 1) «Kreis» (Wb 06); 2) Art Knickerspiel — die Knicker werden in einen auf dem Boden gezeichneten oder eingefurchten Kreis eingesetzt; die Spieler versuchen reihum mit ihren Schießknickern die eingesetzten Knicker aus dem Kreis hinauszuschießen. Bleibt ein Schießknicker innerhalb des Kreises liegen oder wird er außerhalb des Kreises von einem andern Schießknicker getroffen, dann ist er kräps (= tot) und darf nicht mehr am Spiel teilnehmen (HUMMER, Die Luxemburger Kinderspiele, 1886 Nr. 42).

 

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