LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Kränzchen bis Kréckel(es) (Bd. 2, Sp. 461b bis 462b)
 
Kränzchen, Krënzchen (Dim. zu Kranz s. d.) M.: 1) «kleiner Kranz» — e K. am Hoer vun der Braut (vum jonge Gääschtlechen bei der Primiz); [Bd. 2, S. 462] 2) «Kaffeekränzchen»; 3) «Lokalgebäck in Vianden» — d'Veianer Kränzercher.
 
Kräpp Pl. tant: «Preßrückstände im Wein».
 
Kräppert M.: «Kropftaube».
 
Kräps M.: 1) «Kreis» (Wb 06); 2) Art Knickerspiel — die Knicker werden in einen auf dem Boden gezeichneten oder eingefurchten Kreis eingesetzt; die Spieler versuchen reihum mit ihren Schießknickern die eingesetzten Knicker aus dem Kreis hinauszuschießen. Bleibt ein Schießknicker innerhalb des Kreises liegen oder wird er außerhalb des Kreises von einem andern Schießknicker getroffen, dann ist er kräps (= tot) und darf nicht mehr am Spiel teilnehmen (HUMMER, Die Luxemburger Kinderspiele, 1886 Nr. 42).
 
kräpseg Adj.: «nach Trebern schmeckend» (vom Wein) — die Wäin as k.
 
kräpsen intr. V.: 1) «Trebergeschmack haben»; 2) «Kräps spielen» — cf. Kräps sub 2.
 
Kräs (Pl. Kräässer), Kräz, Kräiz, Krees, Kreez M.: 1) «Kreis» — se soutzen an engem K. — Kräässer zéien wéi en Héngerdéif — viele Kinderspiele werden am K. gespielt — stellt iech an de K.; 2) «Umkreis» — honnert Stonnen am K. — du gesäis nët méi wäit wéi däi K.
 
Kräs- -filet (Grundwort wie frz., doch Ton 1) M.: «Kreislinie im Stempelsatz» (Druckerspr.); -see F.: «Kreissäge».
 
Kräsi, Kräss s. Crasse.
 
Krätsch, Grätsch I F.: 1) «Krücke» — dafür auch Kréck s. d. sub IV — e gät vu Kandsdeën un op Krätschen; 2) «Handhabe an der Sense»; 3) «halbrunder oder rechteckiger Griff am Spazierstock, am Regenschirm».
 
Krätsch II s. Graatsch II.
 
Krätschenholz N. s. Kräizholz.
 
Krätz M.: 1) a. «Krätze» (Hautkrankheit, hervorgerufen durch Krätzdéiercher s. d.); b. «beliebige Hautkrankheit» (Ausschlag) — wat hues du do fir e K.?; 2) «Krätze, Bleiasche» (von oxydierenden Schriften oder Klischees — Druckerspr.); 3) «Plunder» — huel emol dee ganze K. do ewech; 4) «unangenehme Aufgabe» — dee ganze K. gät mer op d'Nerven; 5) «Lumpenpack».
 
Krätz- -bock M.: 1) «mit Krätze behafteter Mensch»; 2) «schmutziger Mensch»; 3) «moralisch nicht einwandfreier Mensch»; 4) (Pl.) «Unpäßlichkeiten» — all déi Krätzbéck, déi d'Mënsche ploen; -déierchen M.: «Krätzmilbe» — dafür auch Krätzert s. d.
 
krätzeg Adj.: «mit Krätze behaftet».
 
Krätzert s. Krätzdéierchen.
 
kräzen, krezen intr. V.: 1) «herumlungern» (Wb 06); 2) «zanken».
 
Créance (wie frz.) F.: «Guthaben».
 
Créancier (wie frz., doch Ton 2) M.: «Gläubiger».
 
Kreatioun (Ton 4) F.: «Schöpfung» — das déi lescht K. (die letzte Modeneuheit — s. Krääsch sub 2).
 
Kreatur F.: «Kreatur» — im bes. 1) «Geschöpf» — eiser Härgott an all seng Kreaturen, helleft mer! (Himmel und Erde anrufen); 2) «haltloser Mensch» — esou eng aremséileg K.
 
Crebleu (wie frz.): Fluchwort, verkürzt aus sacrebleu — dafür auch Kërbleu, Sackerbleu, Mackerbleu.
 
Crêche (wie frz.) F.: 1) «Weihnachtskrippe» — für Stallkrippe nur Krëpp s. d.; 2) «Tagesheim für Kleinkinder» — dafür spaßh. auch Krääsch cf. d. sub 1.
 
Kréchel, Kréchelek M.: 1) «Turmfalke» (Falco tinnunculus); 2) «Bohrkäfer in Erbsen» — dafür auch Kridel s. d.
 
Krécher M.: 1) «Käfer» — dazu die Zussetz. Päärdskrécher s. d.; 2) «Kriecher, niedriger Schmeichler» — Krécher a Schlécher as e Gedéiesch, wat ech ämol nët ausstoe kann — dazu die Zussetz. Aaschkrécher s. d.
 
Kréck I M.: 1) «Kerbe im Holz» (z. B. Medernach, Syren) — dafür auch Kierf s. d.; 2) «Furche, Kerbe am Gaumen des Pferdes» (Ga).
 
Kréck II s. Kléck sub 3.
 
Kréck III F.: 1) «Nußknacker» — Kurzwort für Nësskréck s. d.; 2) «altes, zahnloses Weib».
 
Kréck IV s. Krätsch I.
 
Kréck s. Kréi.
 
Kréckchen s. Laiskraitchen.
 
Kréckebësser M.: «alter, gebrechlicher Mann» (Ga).
 
kréckeg I Adj.: «gekerbt» — cf. Kréck I sub 1, Krack sub 1.
 
kréckeg II Adj.: «schwach, entkräftet» — cf. Krak sub 1-3.
 
Kréckel(es) I F.: «wilde Pflaume» — frz. crèque — dafür auch wëll Kréischelen, cf. Kréischel.
 
Kréckel(es) II N. s. Kréckelschong. [Bd. 2, S. 463]

 

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