LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Krëpp bis Krëschtrous (Bd. 2, Sp. 467a bis 468a)
 
Krëpp III F.: «Biege, Knick» (in einer Eisenstange) — maach uewen eng K. dran.
 
Krëppchen F.: «Weihnachtskrippe» — wird zur Weihnachtszeit in den Kirchen aufgestellt — in Luxemburg-Stadt gehen die Kinder in die verschiedenen Kirchen d'Krëppercher kucken.
 
Krëppebësser M.: 1) «Pferd, das an der Holzkrippe beißt» (Untugend der Pferde); 2) «bösartiger Mensch».
 
Krëppel M.: «Krüppel» — ech schloen dech zum K. (dass d'e K. gëss).
 
Krëppelcheszocker M.: 1) «Streuzucker» (Ga); 2) «kleine farbige Zuckerkörner» — dafür auch Féngerches s. d.
 
krëppeleg Adj.: «krüppelig» — se hun e kromm a k. geschloen — als Beleidigung: du krëppelegen Hond!
 
Krëppelfruucht F.: «verkümmertes Getreide» — s. Maartelfruucht.
 
Krëppert M.: «männlicher Salm».
 
krëppen, verkrëppen trans. Verb.: «verbiegen, knicken» — eng verkrëppte Staang — dazu: Verkrëppong s. Krëpp III.
 
Krësch M.: «Kleie» — dee sech an de K. leet, gët vun de Schwäi gefriess.
 
Krëscher M.: 1) a. «Greiner, weinerlicher Mensch, der stets zu klagen hat» — e grousse K., e séiere Vergësser (viel geweint, schnell vergessen) — d'Krëscher an d'Léier sin nët deier (Greiner und Lügner taugen nicht viel — Consthum); b. «Mensch, der sich arm u. unglücklich stellt, um bei Geldsammlungen verschont zu bleiben» — zu a und b das F.: Krëschesch; 2) den hellege Krëscher, volkstümlicher Name des hl. Pantaleon in Merscheid und des hl. Erasmus in Münschecker, die gegen das krankhafte Weinen der Kleinkinder angerufen werden.
 
krëschereg Adj.: «weinerlich» — 't as mer sou k. — en huet esou eng k. Stëmm.
 
Krëschernéckel M. s. Krëscher sub 1 (kann je nach dem Vornamen ändern).
 
Krëscht I (Osten Krëst) M.: «Christ» e kale K. (ein Christ, der seine Religion wenig oder gar nicht ausübt).
 
Krëscht II (Osten: Krëst): männlicher VN., Kurzform für 1) Krëschtjann s. d.; 2) Krëschtaff(el) s. d.
 
Krëscht III s. Kräit II.
 
Krëscht IV (lok. Westen) s. Kuuscht.
 
Krëscht- / krëscht- (Osten Krëst-/ krëst-) -bam (Dim. -bäämchen) M.: «Weihnachtsbaum» — der K., der früher im Luxemburgischen nur in deutschen, besonders protestantischen Familien bekannt war, hat sich seit den achtziger Jahren des 19. Jh. immer weiter verbreitet und ist heute allgemein; -blumm F.: «schwarze Nieswurz, Christ-, Schnee-, Weihnachtsrose» (Helleborus niger); -brand M.: «Christbrand» — bis zum Ende des 18. Jh. erhielt sich nach DE LA FONTAINE in Schoos (Gem. Fischbach, Kant. Mersch) die Sitte des Anzündens eines K., den man auch Schnéikuescht (s. d.) nannte. Es handelte sich um den Stamm einer Eiche oder Buche, den man mit 3 Pferden aus dem Wald schleppte (Luxemburger Sitten und Bräuche, 1883, S. 6). Sonst ist der Brauch im Luxemburgischen nicht bezeugt, doch konnte J. H. SCHMITZ ihn noch vereinzelt in der Hocheifel nachweisen (Sitten und Bräuche des Eifeler Volkes, 1856, S. 4); -dag (auch Krëschdag) M.: «Weihnachten» — grénge K., wäissen Ouschterdag — vir K. e Spond, no K. e Spëndchen (Spruch der Spinnerinnen mit Bezug auf das Arbeitspensum[Bd. 2, S. 468] Spond = das Gesponnene — Dim. Spëndchen); -deeg (auch Krëschdeeg) Pl. M.: die beiden gesetzlichen Feiertage am 25. und 26. Dezember; -e-glaf M.: «christlicher Glaube»; -e-léift F.: «Christenliebe»; -e-mënsch M.: «Christ» — meist in negat. Wendungen — 't as kä K.; -e-méi F.: «äußerste Mühe» — wat eng K.; -gläweg Adj.: «christgläubig»; -jong M.: s. Këndel; -kand N.: 1) «Christkind» — dafür meist das Dim. Krëschtkëndchen s. d.; 2) «einfältiger Mensch»; -katoulesch Adj.: «christkatholisch» — spaßh. nu bleif awer k. (z. B. bei einem Handel: verlange nicht zu viel) — gëf uecht, et as nët ganz k. (von einem Pferd, das ausschlägt oder beißt); -këndchen, -kënnchen N.: 1) «Christkindchen» — bei d'K. goen (zur Krippe gehen) — wat huet d'K. bruecht?; 2) «Weihnachtsgeschenk» — hues de däi K. scho kritt?; -këndel M. s. Këndel; -mass F.: «Weihnachtsmesse»; -metten Pl. tant.: «Christmetten, Gottesdienst in der Weihnachtsnacht» — neuerdings wieder um Mitternacht statt in den frühen Morgenstunden; -mount M.: «Dezember»; -nuecht N.: Nacht vor dem Weihnachtstag — sie ist die Nacht der Wunder und Vorzeichen — nach dem Volksglauben wird in dieser Nacht das Wasser zu Wein, die Haustiere reden, doch versteht nur ein Sonntagskind ihre Sprache. Aschen aus dem Krëschtbrand (s. d.), in die Felder gestreut, verhüten Mäusefraß; vernimmt man im Wald oder Feld ein dumpfes Poltern, so steht ein fruchtbares Jahr bevor. Andrerseits verkünden zwölf mit Salz bestreute Zwiebelschalen das Wetter für die bevorstehenden zwölf Monate. Die in dieser Nacht Geborenen werden glücklich und finden einen Schatz; -owend M.: «Weihnachtsabend» — wee K. mëscht, dee mëscht am Joer eng Kou oder e Rand eraus; -rous F. s. Krëschtblumm;

 

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