LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Krich bis Kriipseschéier (Bd. 2, Sp. 469a bis 470b)
 
Krich (Pl. Kricher, Norden u. Osten Kréich) M.: 1) «Krieg» — de K. siwenzeg (auch de siwenzecher K. — der Krieg von 1870/71) — de véierzengter K. (der Krieg von 1914/18) — de leschte K. (der Krieg von 1940/45) — de K. bleift nët op ä Mann leien (wenn jemand nicht mitmachen will) — de K. ass aus — am K. (in Kriegszeiten); 2) «Kriegsspiel der Kinder» — Beispiel: der Platz eines jeden Mitspielers ist durch einen Stein bezeichnet, und alle zusammen bilden einen Kreis, bis auf einen Spieler, der im Zentrum steht und Krich ruft. Daraufhin muß jeder seinen Platz wechseln, wobei der in der Mitte stehende Spieler versucht einen Platz zu erobern. Wer leer ausgeht, muß sich ins Zentrum stellen und Krich rufen usw. — mer spille K.; 3) «Streit» — se hu K. matenän — auch: se sin am K. matenän; 4) «Art Kartenspiel»; 5) spaßh. für «Ehe» — mer kënne geschwënn den 30järege K. feieren.
 
Krichs- -brout N.: «Kriegsbrot»; -fouss M.: «Kriegsfuß» in der Ra. se stin op K. (sie stehen in gespanntem Verhältnis zueinander); -gefaangenen M.: «Kriegsgefangener»; -geriicht N.: «Kriegsgericht»; -invalid M.: «Kriegsinvalide»; -komerod M.: 1) «Kriegskamerad»; 2) «Kamerad, der lange Zeit in denselben Diensten gestanden hat»; 3) «alter Freund»; -schued M.: 1) «Kriegschaden»; 2) «Kriegsschadenamt»; -zäit F.: «Kriegszeit» — dafür häufig Pl. Krichszäiten.
 
krichen (Osten kréichen, Norden kréijen) intr. V.: 1) «Krieg führen» — beim Uewen as gutt k.; 2) «über Krieg reden» — se souze beienän ze k.; 3) «diskutieren» — dazu die Abl.: Gekrichs N.: «ständiges Streiten» — 't as dees G. elo grad genuch.
 
Krichhinchen (Pl. Krickehenercher, Krickehienercher — lok. Kautenbach u. auch sonst im Ösling) M.: 1) «Pechnelke» (Viscaria vulgaris); 2) «Kartäusernelke» (Dianthus Carthusianorum) — s. Grasblumm, Hunneblumm.
 
kricksen intr. V.: 1) «wiehern» (vom Pferd) — übtr. dee krickst haart, wann en op senger Mëscht as (spricht laut, wenn er zu Gesinnungsgenossen redet, sonst bleibt er stumm); 2) «laut aufschreien, auflachen» (bes. von Mädchen) — dazu die Abl.: Gekricks N.: «ständiges Lachen» — G. a Gelaachs.
 
Kricksert M.: «Juchzer».
 
Krid(d)el I M.: «Bohnenbohrkäfer» (Bruchus pisi) — s. Kréchel sub 2.
 
Krid(d)el II M. u. F.: «Hühnerkorb, Käfig, um Geflügel zum Markt zu bringen».
 
Krid(d)el III M.: «wählerischer, anspruchsvoller, auch kleinlicher, pedantischer Mensch».
 
krid(d)eleg Adj.: 1) «wählerisch, anspruchsvoll, kleinlich» — en as k. [Bd. 2, S. 470] am Ëmgank — se hun e kriddeleche Patron (einen anspruchsvollen Chef); 2) «schwierig, heikel» — eng k. Aarbecht (eine Arbeit, die Können und Erfahrung bedingt) — e kriddeleche Fall (ein heikler Fall) — s. kniw(w)eleg, tëstlech.
 
Krid(d)el-/krid(d)del- -kraitchen N.: 1) «Schampflanze» (Mimosa pudica); 2) «überempfindlicher Mensch» — en as e K. (-réiermech-nët-un); -schass M. s. Krid(d)el III; -schasseg Adj. s. krid(d)eleg sub 1.
 
Criée (Ton 1) M.: «gerichtlicher Ausruf, Ankündigung einer Versteigerung» — e Gaart an de C. setzen — frz. Criée F.
 
Kriechtchen: Dim. zu Kruecht s. d.
 
Kriewerlek M.: «Käfer» — (z. B. lok. Waldbillig) — cf. Kiewerlek.
 
Krigi s. Criquet.
 
Kriipchen M.: «Schwächling, leicht empfindlicher Mensch» — dafür auch Kripi, Kripéi s. d.
 
Kriips M.: 1) «Flußkrebs» (Pl. Kriipsen, aber auch Kriips) — an der Baach wore fréier vill Kriips(en) — en as rout gin wéi e K.; 2) «Krebskrankheit»; 3) «Fallkloben» (in der Schwelle eingelassener Eisenkloben, der dazu dient, die Torflügel festzuhalten); 4) «Adamsapfel, Schlund, Kehle» — ä mam K. huelen (beim Kragen nehmen); 5) «Sternbild des Tierkreises»; 6) in der Ra.: en aarme K. (ein armer, bedauernswerter Mensch) — Zussetz.: Wisekriips (s. d.).
 
Kriipse(n)- -a (-au) N.: «Krebsstein» (lapis cancrorum) — es handelt sich um rundliche Konkremente, die sich im Magen des Flußkrebses bilden und zum Heilen von Augenkrankheiten verwandt werden (Volksmedizin). -gaart M.: «Kirchhof» — e gät an de K. (wird sterben); -gank M.: «Krebsgang» — e gät de K. (es geht rückwärts mit ihm); -gäärchen N.: 1) «Netz zum Krebsfang»; 2) «Kopfschleier der Frauen»; -gäärtchen M.: Name eines Stadtteils in Luxemburg (Wb 06) — der Name geht wahrscheinlich zurück auf einen Garten, der zu einer von einer Familie Krips (kri:ps) in Luxemburg-Clausen betriebenen Mühle mit Gastwirtschaft und Badeanstalt gehörte. Das Anwesen lag auf dem dreieckigen Platz, der heute von der Brauerei Mousel, der Alzette und den Büros der Brauerei gebildet wird (KOLTZ, Baugeschichte der Stadt und Festung Luxemburg III 160, 191, 217); -grënnchen, -grëndchen M.: Ortsbezeichnung und Straße in Luxemburg-Stadt; -iessen N.: «Krebsessen»; -maul F.: «Gebärmuttermund»; -patt F.: «Krebsschere»; -schéier F.: wie das vor.;

 

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