LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Kromm-op-de-Réck bis Branntwäinskrou (Bd. 2, Sp. 472b bis 474a)
 
Kromm-op-de-Réck F.: «Heißhandspiel» — auf die ausgestreckte Hand einer Person, deren Augen verbunden sind, wird von den übrigen Spielern reihum geklopft, bis sie erraten hat, wer sie berührt hat. Dann tritt dieser Spieler an ihre Stelle — frz. jeu de la main chaude.
 
Krommen M.: «(der) Krumme».
 
krommenalesch s. krëmenalesch.
 
Krommholz N.: 1) «Art Gehänge, in das die Holzhauer die Kromm (s. d.) stecken, wenn sie in den Wald gehen»; 2) lok. für Bigelek s. d.
 
Kromperendanz, Gromperendanz M.: alter Kirmestanz.
 
Krong F.: s. Kréngel sub 5.
 
Krongel s. Kréngel.
 
krongeleg s. kréngeleg. [Bd. 2, S. 473]
 
Krongen ON.: «Crusnes» (frz. Grenzortschaft) — dafür auch Oïden, frz. Udange.
 
Kronkenell (lok. Simmern) s. Klonkenell.
 
kroopseg Adj. in der Ra.: k. Fangeren (a. lange, klebrige Finger — b. diebische Finger) — cf. kropeg.
 
Krop I (Pl. Kreep, Dim. Kreepchen — lok. Echt. Krupp, Grupp, Pl. Kripp, Gripp) M.: 1) «großer, eiserner Haken zum Aufhängen» — hänk däi Mantel un de K. — Zussetz: Flääsch-, Häkrop s. d. — für letzteres auch Kroun s. d. sub 8; 2) «Schürhaken» — dafür auch Feierkrop s. d.; 3) «Haken zum Herabziehen des dürren Holzes oder zum Kratzen der Bäume» — dafür auch Bëschkrop; 4) s. Extirpateur (lok. Mondorf); 5) «Fähnchen der Noten»; 6) «Apostroph»; 7) Pl. spaßh. «Finger» — cf. Klätsch sub 2, Klo II sub 2, Hämmelsbichelchen sub 2, Patt, Pratz; 8) in der Ra. (Jägerspr.): den Hues huet e K. gemaach (der Hase hat einen Haken geschlagen); 9) «Nachharke, Gartenharke» (Insenborn, Wiltz).
 
Krop (Pl. Kreep; Echt. Kroap) II M.: «Steinbarsch» (C) — dieser Fisch gilt als Arzt der anderen Fische: haben die Fischer beim ersten Wurf nur solche ins Garn bekommen, dann arbeiten sie ferner umsonst.
 
kropeg (Osten kropig) Adj.: 1) «hakenförmig»; 2) «steif vor Kälte, vom Alter» — ech hun d'Fangere k. — für letzteres auch kropeleg s. d. sub 2); 3) (lok. Echt.) «verwachsen».
 
Kropeisen N. (Schifflingen): «Nachharke, Gartenharke».
 
Kropkëss s. Këss I — botz de Stall mat der K.
 
kropeleg Adj.: 1) «kritzelig, schwer leserlich» — en huet eng k. Schrëft — dafür auch krozeleg s. d.; 2) s. kropeg sub 2; 3) «ungeschickt» — e kropelegt Framënsch (das sich bei der Arbeit ungeschickt benimmt).
 
kropelen trans. V.: «kritzeln» — wat hues de dee Bréif gekropelt! — dazu: Gekropels N.
 
Kropeler M., Kropelesch F.: «jemand, der unleserlich schreibt».
 
Kropemann (Dim. -männchen) M.: als Wassergeist gedachter Kinderschreck, der angeblich die kleinen Kinder in die Schöpfbrunnen oder Wasserläufe mit einem Krop (s. d. I) hineinzieht (Warnung vor dem Wasser) — de K. as am Pëtz, wann s de dra kucks, dann hëlt en dech! — bleif mer ewech vun dem Waasser, do sëtzt de K. dran!
 
kropen trans. V.: 1) «mit einem Krop (s. d. I sub 3) ziehen»; 2) «nachharken»; 3) refl. a. «sich aneignen» — en huet sech nawell e schéint gekroopt (ein schönes Mädchen zur Frau geangelt)b. «über den Durst trinken» — en hat sech eng kleng gekroopt; 4) «schlagen» — ech hun em eng gekroopt (habe ihm eine Ohrfeige versetzt) — du krops der nach eng; 5) «vornehmen» — ech wäärt mer dee schons k. (werde ihn mir zur Aussprache oder zum Tadeln vornehmen) — Abl. Gekroops.
 
Croquante (wie frz., doch Ton 1) F.: «Gebäck aus gebranntem Zucker und feingemahlenen Mandeln».
 
Croque-mort (wie frz., doch Ton 1, Pl. Croque-moren) M.: «Leichenträger».
 
Croquet (wie frz., doch Ton 1) M.: Art Rasenspiel (bei dem Holzkugeln mit einem Holzschläger nach bestimmten Regeln durch eine Reihe eiserner Bogen getrieben werden).
 
Croquette (wie frz., doch Ton 1, Pl. Croquetten) F.: «in Öl oder Fett gebackene Puffer» (aus Fleisch, Reis, Kartoffelbrei, Fisch u. ä.).
 
Croquis (wie frz., doch Ton 1) M.: «Skizze» — dafür gelgtl. Skitz s. d.. — dazu das trans. V.: krockéieren: «skizzieren».
 
Cross(-country) (wie engl.) M.: «Wettlauf über Land unter erschwerenden Bedingungen».
 
Crosse (wie frz.) F.: 1) «bischöflicher Krummstab» — dafür meist Staf s. d.; 2) «halbrunder Griff an Stock oder Schirm» — s. Krätsch I sub 3; 3) «Hutschmuck aus Reiherfedern»; 4) «Schlagstock der Golfspieler».
 
krossen intr. V.: 1) «an einem Crosscountry (s. d.) teilnehmen»; 2) allg.: «einen Wettlauf mitmachen»; 3) «schnell laufen» (Pennälerspr.).
 
Krotongsuelech M.: «Krotonöl» (Öl aus Croton tiglium — starkes Abführmittel).
 
Krott F.: 1) «Kröte, Aas» (Schimpfwort) — en K. soll dich hollen (zu unartigen Kindern — Echt); 2) «kleines, ungezogenes Kind» — wéi as et dann do, dir Krotten?; 3) verächtl. «altes Weib» — si as K. an Hex zugläich; 4) Pl. «Geld» — s. Kret sub 2; 5) «Hunger» — K. maachen (Hunger leiden) — Baggera a K. leiden — se leide léiwer K., wéi datt se schaffe géingen (sie darben lieber, als daß sie arbeiten gingen); [Bd. 2, S. 474] 6) «Streit» — si hu K. matenän.
 
krott Adj.: «schlecht» — en huet es k. (es geht ihm schlecht).
 
krotteg Adj. s. krappeg.
 
Krottert M.: 1) «Knirps» (Ga); 2) «aufbrausender kleiner Mensch» (Wb 06).
 
krotzen intr. V.: «schmälen, immer auszusetzen haben» — cf. grotzelen.
 
Krou (cf. ph. Ltb. 48 — Echt., Nösl. Krouch — Pl. Kréi, Nösl. Kréich — Dim. Kréichen, Nösl. Krichen) M.: 1) «Krug» — dazu die Zussetz. Branntwäinskrou (s. Branntwäinskluck) — im Fragespiel vom Hausgesinde trägt der Hausherr diesen Übernamen: wou as de Mann aus desem Haus/ dee Branntwäinskrou? / en as um Pawee/ hie schäärft säi Plou . . .; 2) «Dummkopf, Tölpel» — du domme K.! — sou en ale K., dee gät nach bei d'Medercher!

 

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