LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Kuchepan bis Queechelchen (Bd. 2, Sp. 478a bis 480a)
 
-pan F.: «Kuchenpfanne».
 
kuchen intr. V.: «zusammenkleben» — du kanns nach nët gruewen, de Buedem kucht nach zevill.
 
Kuck F.: «Blick» — deen huet eng schamper (däischter, elle) K. — en huet eng K. gemaach wéi en Dëppe voll Däiwelen wéi en eis gesouch — 't as nëmme fir d'K., nët fir de Kaf (es handelt sich nur um ein Schaustück, das nicht zum Verkauf bestimmt ist).
 
kuckelen, kutschelen trans. V. «sich über die Küken setzen und sie warm halten» (von der Bruthenne) — d'Kluck kuckelt d'Schippelcher (z. B. Ötringen, Flaxweiler).
 
Kuckel(i), Kuckelchen s. Guckeli, Guckelchen.
 
kucken (Nösl. Ind. u. Konj. Prät. ich kuckt) V.: «schauen» 1) absl./ intr.: e kuckt sou aläärt (so munter) — da kuck emol zergutztert (sieh mal gründlich nach) — kuck emol (schau mal — zur Erregung der Aufmerksamkeit) — jo, jo, mer kucken emol (Abfertigung) — dee wäärt k. (wird sich wundern) — en huet schiel gekuckt (unfreundlich) — kuck nët derno (kümmere dich nicht darum) — e kuckt dran wéi wann en all Schätzeng verluer hätt (so hilflos) — e kuckt do eraus wéi eng Laus aus engem Knäpplach (so keck) — e kuckt mat deem rietsen A an déi schlanks Täsch (er schielt) — e kuckt riicht fort (von einem Betrunkenen) — dee kuckt nët méi hannert sech (ist abgefertigt) — du kucks an déi aner Woch (an d'honnert — du bist nicht bei der Sache) — ech kann de Leiden nach fräi an d'Ae k. (habe mir nichts vorzuwerfen); — Folkl.: kuck an d'Luucht/ 't gët Fruucht/ kuck an d'Lanter/ 't gët Wanter, so ruft der Hahn dem Bauern zu — aus einem Wiegenlied: däi Schutzengel waacht mat dir/ an den Himmel kuckt no dir/ aus den dausend, dausend Stären/ déi hun all d'brav Këndche gären; 2) trans./refl.: kuck der dee Mann emol un (so stark, so klug ist er) — kuck, was de do gestiicht hues — kuck, dass de aus der Wee kënns (sorge dafür) — e kuckt sech d'Aen aus dem Kapp; Abl.: Gekucks N.: «andauerndes Schauen» — cf. auch be-, dra-, ëm-, op-, u-, verkucken.
 
kuckeriku Interj.: «Nachahmung des Hahnenrufes» (auch um die Aufmerksamkeit auf sich lenken).
 
Kuckeriku(n) M.: Bezeichnung des Hahns in der Ammensprache — s. Gickeriki — dazu der Kinderreim: K./ meng Seechen as un/ Kuckerikallef/ meng Seechen as hallef/ Kuckerimaus/meng Seechen as aus (MERSCH, Kinderreime Nr. 22).
 
kuckeruniku: Ruf des Hahns in dem Kinderreim: kuckeruniku - u - u! mäin Häärchen huet gelu - u - u!
 
kuck elei, kuck gesei, kuck hei! Interj.: «da sieh mal einer an!»
 
Kuckes M.: «Anschauen» — das des K. nët emol wäärt.
 
kuckeswäärt Adj.: «sehenswürdig».
 
Kuckuck s. Guckuck — Kinderspiel: ein Kind ist der Kuckuck, die übrigen andere Vögel. Von diesen versteckt jedes ein Nest in eine Hecke und legt Steinchen hinein, die die Eier vorstellen. Nun sucht der Kuckuck die Hecke [Bd. 2, S. 479] ab. Hat er ein Nest gefunden, ruft er Kuckuck! und tut als ob er die Eier austränke. Sind alle Nester gefunden, wird dasjenige Kind Kuckuck, dessen Nest zuerst entdeckt wurde. (HUMMER, Luxbg. Kinderspiele Nr. 90).
 
Kud(d)elen Pl. tant. «Schmutzkruste am Hinterteil des Viehs» — s. Knätzel sub 3.
 
Kuddelfleck M.: «Kuttelfleck» — ein Luxemburger Nationalgericht aus gar gekochten, panierten und in Fett oder Öl gebratenen Kutteln oder Rindermagen — s. Flitschkee, Hauf sub 4a.
 
Kuddelfleckshari M. Übername des Gastwirts Henri Schamburger, dessen Gaststätte sich im vorigen Jh. im Haus «am Tiirchen» am Fischmarkt in Luxemburg-Stadt befand und dessen Spezialität die Zubereitung von Kuddelfleck war.
 
Kud(d)elmud(d)el (Kurrimur, Kurremures, Kurremusch, Kujhelmujhel, Kaudermauder) M.: 1) «wirres Durcheinander» — 't as e K. an deem Haus, 't as guer kä Geschéck do; 2) «verdächtiger Handel» (bes. Viehhandel); Abl.: Gekuddelmuddels N.
 
Kuddelpak M.: «Gesindel» — s. Päckelchespak.
 
Kuddler M.: «Pfuscher, der durch seinen Leichtsinn, seinen Mangel an Sorgfalt alles verdirbt».
 
Kueb (Pl. Kueben, Dim. Kiebchen; Westen Kuëb, Nösl. Kuapp, Echt. Kob) M.: 1) «Krähe» — Arten: gemenge K. (Rabenkrähe — Corvus corone) — groe K. (Nebelkrähe — Corvus cornix) — Hierschtkueb, Wanterkueb, Schnikuapp (Nösl.) (Saatkrähe — Corvus frugilegus) — Metzer Kueb, klenge Kueb, Stäkueb, Kiirchekueb (Dohle — Corvus monedula) — en as schwaarz wéi e K. — en as häs wéi e K. (heiser) — dälen wéi d'Piissinger mat de Kueben (s. sub dälen) — 't as eppes wéi e wäisse K. (etwas sehr Seltenes) — hues de scho gesin e jonge K. en ale fidderen? — vom Krächzen der Krähen sagt man: se jäizen, quaken, quäken — im Spätherbst, wenn Regen und Kälte einsetzen, geben die Kueben ein knarrendes Geräusch von sich: se schaddelen, schnadderen quäksen — das Geschrei wird gedeutet: naass, naass, naass! dann heißt es von ihnen: se hun d'Zéiwe kal oder se hun d'Zänn wéi — Kinderreim: do ënnen, do uewen/ do danzen déi Kueben/do kommen dräi Weiber/mat hire Backscheider (Var. Bamscheider)/ déi wëllen de Kueben/ dat Danze verdreiwen (MERSCH, Luxemburger Kinderreime Nr. 276 cf. 274,275) — Kueb, Kueb/Däin Haus brennt! (Dicks); 2) «Dummkopf» — ech sin hei K. (bin der Dumme, bin zugrunde gerichtet) — auch als Schimpfwort — du domme K.; 3) «Kleriker, Klerikaler» (Schimpfwort); 4) «Spottname der Einwohner von Gilsdorf und Münschecker» — déi Gilsdrëffer Kueben.
 
Kuebe(n)- -ascht N.: 1) «Krähennest»; 2) «Schirmmütze»; 3) iron. «Damenhut». -au (lok. Echt.) M.: «runder Schuhnagel»; -bierg M.: Anhöhe bei Weimerskirch; -bur ON.: «Kobenbour» — Gem. Consdorf, Kant. Echternach — 271; -juegd F.: «Krähenjagd»; -kar N.: 1) s. Hongerkar; 2) s. Buaker; 3) s. Kouwääss (z. B. Weiler zum Turm); -kichelchen (Pl. -kichelcher) M.: «Same der Brechnuß» (Frucht eines ostindischen Baumes. Der Same, der in seinem Aussehen einem Hühneroder Krähenauge gleicht, enthält starke Gifte, wie Strychnin und Brucin); -néckel M.: Schimpfwort (lok. Echternach mit Bezug auf einen früheren Direktor des Knabenpensionats, der auf die Kobejoacht ging).
 
Kue(r)berei F.: «Dummheit» — cf. Kuerbelerei.
 
Quecksëlwer N.: «Quecksilber» — dat Meedchen huet Q. an den Oderen (sie kann sich nicht ruhig verhalten, so lebhaft ist sie).
 
Kueder (Dim. Kiederchen, Nösl. Koter, Echt. Koader, Koater) M.: 1) «Kater» (männliche Katze) — en as verléift wéi e K. — du kriss de K. ze halen (du bekommst noch Schwierigkeiten); 2) «alter, liebestoller Mensch»; 3) «Katzenjammer»; dazu die Zussetz. Kichekueder s. d., Boxekueder (statt -gueder s. d.).
 
Kueder- -aën Pl.: 1) «Augen der Katze»; 2) «Rückstrahler»; -bounen (bes. an der Sauer: Koaderbunnen) Pl. tant.: «dicke Gartenbohnen»; -jann (Nform Guederjann) M.: 1) «Guardian» (Klostervorsteher der Franziskaner und Kapuziner) — Kinderreim: et sëtzt eng Nënnchen am Schlägenhais-chen/ si mengt si wär verbuergen/ do këmmt de Pater K./ a wënscht er gudde Muergen (MERSCH, Kinderreime Nr. 378); 2) «liebestoller [Bd. 2, S. 480] Altzer» — Kinderreim: du kriss kä Mann/ du kriss en ale K. (MERSCH, Nr. 220); -juecht F.: «Liebesabenteuer» (wenn verschiedene Liebhaber hinter einem Frauenzimmer her sind).
 
kuedereg Adj.: «brünstig» — wat e kuederegt jongt Vollek!
 
Queechelchen (lok. Vianden) — s. Kawäächelchen.

 

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