LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Kuerfreideg bis Quëtschbloder (Bd. 2, Sp. 481b bis 482b)
 
Kuerfreideg u. Komp. s. sub Kar IV.
 
Kuerfreiter M.: «Gefreiter» (Ga, veraltet).
 
Kuerzen (lok. Echt.) M.: «Branntwein» — en huet dees K. gesoff — cf. kuurz.
 
kues (Ton 1) Interj.: «schau mal».
 
Kues I s. Kaascht (Bd. II S. 260 b).
 
Kues II, Kuescht (lok. Koast, Kaascht) M.: «Markbaum» (knorrige, alleinstehende Eiche, Buche oder Birnbaum, der als Merkzeichen dient oder eine Grenze bezeichnet) — lok. Echt. de Flikoast (Eiche, höchster Punkt in einem Wald).
 
Kueschtendéier(chen) (lok. Bettborn Kuessendéier, lok. Useldingen Kueseldéier) s. Kiewerlek (Bd. II S. 350 a). [Bd. 2, S. 482]
 
kuesen (Mosel kosen) trans. V.: «wählen, schmecken» — Wäi k. — dazu die Zussetz: Wäikues s. d.
 
Kuesläferchen M.: «Kleiber» (Sitta europaea).
 
Quëspel M.: «Bürste mit langem Stiel» (zum Tünchen) — dafür auch Quaast s. d.
 
quet, quedeg Adj.: «sonderbar, böse».
 
Quetsch I (Osl. Quëtsch, Reckingen, Manternach Quatsch) F.: 1) «Zwetsche» (Prunus domestica) — gebake Quetschen (gedörrte Zwetschen) — dätsch (dä) wéi eng Q. (hundsmüde) — blo wéi eng Q. (betrunken) — e war ewech wéi eng Q. (fiel in Ohnmacht) — Quetschen och! (mitnichten, daraus wird nichts) — d'Quetschen hëllefen nëmmen dann (als Abführmittel), wann än eng ongrued Zuel ësst; 2) «Rausch» — en hat eng al Q.; 3) «geschwollene Wange» — e läft mat enger Q. dorëmmer; 4) «alte Frau».
 
Quetsch II M. u. F.: 1) «Zwetschenbranntwein» — gët mer e Q. — dafür auch eng Quetschen — s. Quetschendrëpp.
 
Quetsche(n)- -bam M.: «Zwetschenbaum»; -biereg M.: Name einer Anhöhe bei Hamm; -bongert M.: «mit Zwetschenbäumen bepflanzter Obstgarten»; -brannt(e)wäin M.: «Zwetschenbranntwein»; -bräi M.: «Zwetschenmus»; -déif M.: spaßh. für Männerhut, dessen Form zwischen dem runden harten Filzhut und dem Zylinderhut einzureihen ist; der Hut war eine Zeitlang die Kopfbedeckung der Pfarrer einer bestimmten Richtung; er hat angeblich seinen Namen daher erhalten, daß früher die Häärchesbaueren (s. d.) ihren Eßvorrat darunter trugen, oder es ließen sich gestohlene Zwetschen darin verbergen; -drëpp F.: «Gläschen Zwetschenbranntwein». -dulli (lok. Wecker) — s. -gebääss; -flued M.: «Zwetschenfladen»; -gebääss, -gebäscht N.: «Zwetschenmus»; s. -bräi, -kraut, und die beiden ff.; -gedëmps N.: wie das vor. -huurt F.: «Zwetschendörre»; -kär M.: 1) «Zwetschenkern»; 2) «Steißknochen beim Menschen» — s. -stän; -kessel M.: «Kupferkessel zum Kochen von Zwetschenmus»; -kraut (Nösl. -krockt) — s. Quetschegebääss; -kompott F.: «Zwetschenkompott»; -kuch M.: «Zwetschentorte» — s. -taart; -schnaps s. -branntwäin; -stän s. -kär; -taart F. s. -kuch; -täsch F.: «Narrentasche» — Zwetsche, deren Mißwachs verursacht wird durch den Schlauchpilz (Exoascus Pruni), welcher die jungen Früchte befällt und sie in ein längliches, etwas höckeriges Säckchen verwandelt — s. Baaschtert sub 2, Len(s)jen; -tut F. s. -täsch; -waasser N.: «Zwetschenaufguß» (als Purgiermittel benutzt).
 
Quëtsch F.: 1) «kleine, veraltete Fabrik oder Werkstatt»; 2) «Ziehharmonika»; 3) «geizige Person».
 
Quëtschbeidel M.: «Geizhals».
 
Quëtschbloder F.: «durch Quetschung entstandene Blutblase».

 

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