LWB Luxemburger Wörterbuch
 
quet, quedeg bis Quier, Quir (Bd. 2, Sp. 482a bis 483a)
 
quet, quedeg Adj.: «sonderbar, böse».
 
Quetsch I (Osl. Quëtsch, Reckingen, Manternach Quatsch) F.: 1) «Zwetsche» (Prunus domestica) — gebake Quetschen (gedörrte Zwetschen) — dätsch (dä) wéi eng Q. (hundsmüde) — blo wéi eng Q. (betrunken) — e war ewech wéi eng Q. (fiel in Ohnmacht) — Quetschen och! (mitnichten, daraus wird nichts) — d'Quetschen hëllefen nëmmen dann (als Abführmittel), wann än eng ongrued Zuel ësst; 2) «Rausch» — en hat eng al Q.; 3) «geschwollene Wange» — e läft mat enger Q. dorëmmer; 4) «alte Frau».
 
Quetsch II M. u. F.: 1) «Zwetschenbranntwein» — gët mer e Q. — dafür auch eng Quetschen — s. Quetschendrëpp.
 
Quetsche(n)- -bam M.: «Zwetschenbaum»; -biereg M.: Name einer Anhöhe bei Hamm; -bongert M.: «mit Zwetschenbäumen bepflanzter Obstgarten»; -brannt(e)wäin M.: «Zwetschenbranntwein»; -bräi M.: «Zwetschenmus»; -déif M.: spaßh. für Männerhut, dessen Form zwischen dem runden harten Filzhut und dem Zylinderhut einzureihen ist; der Hut war eine Zeitlang die Kopfbedeckung der Pfarrer einer bestimmten Richtung; er hat angeblich seinen Namen daher erhalten, daß früher die Häärchesbaueren (s. d.) ihren Eßvorrat darunter trugen, oder es ließen sich gestohlene Zwetschen darin verbergen; -drëpp F.: «Gläschen Zwetschenbranntwein». -dulli (lok. Wecker) — s. -gebääss; -flued M.: «Zwetschenfladen»; -gebääss, -gebäscht N.: «Zwetschenmus»; s. -bräi, -kraut, und die beiden ff.; -gedëmps N.: wie das vor. -huurt F.: «Zwetschendörre»; -kär M.: 1) «Zwetschenkern»; 2) «Steißknochen beim Menschen» — s. -stän; -kessel M.: «Kupferkessel zum Kochen von Zwetschenmus»; -kraut (Nösl. -krockt) — s. Quetschegebääss; -kompott F.: «Zwetschenkompott»; -kuch M.: «Zwetschentorte» — s. -taart; -schnaps s. -branntwäin; -stän s. -kär; -taart F. s. -kuch; -täsch F.: «Narrentasche» — Zwetsche, deren Mißwachs verursacht wird durch den Schlauchpilz (Exoascus Pruni), welcher die jungen Früchte befällt und sie in ein längliches, etwas höckeriges Säckchen verwandelt — s. Baaschtert sub 2, Len(s)jen; -tut F. s. -täsch; -waasser N.: «Zwetschenaufguß» (als Purgiermittel benutzt).
 
Quëtsch F.: 1) «kleine, veraltete Fabrik oder Werkstatt»; 2) «Ziehharmonika»; 3) «geizige Person».
 
Quëtschbeidel M.: «Geizhals».
 
Quëtschbloder F.: «durch Quetschung entstandene Blutblase».
 
quëtscheg Adj.: «geizig».
 
quëtschen trans./refl. V.: 1) «quetschen, klemmen» — en huet sech de Fanger an der Dir gequëtscht — en huet ä gequëtscht (huet sech gequëtscht — hat heimlich einen Bauchwind streichen lassen); 2) «seine Ausgaben aufs äußerste einschränken» (aus Geiz oder Not) — wat déi vill gequëtscht a gegeiert an sech um Mond ofgespuert hun — sech q. (ärmlich leben); 3) «anpumpen, Geld abpressen» — en huet déi Al hannert d'Dir gequëtscht (hat sie heimlich angepumpt) — se hun em d'Blutt ënnert de Neel eraus gequëtscht; 4) «eine Karte ablegen» (im Whistspiel, bei sog.: kleng Misère).
 
Quetscher(t) s. Quetschebam.
 
Quëtschert M.: «Geizhals» — cf. Quëtsch sub 3.
 
Kugel (Kuγəl, Dim. Kigelchen, Echt. Kuugel, Simmern, Limpach Kuwel, Vianden Kul, Dim. Kiilchen, Nösl. Kujel) F.: 1) «kugelförmiger Gegenstand, runder Körper» — d'K. stoussen (im Sport) — si huet eng K. verschléckt (ist schwanger) — Zussetz. Kälekugel, dafür meist Käleklatz s. d., Billardskugel; 2) «Gewehrkugel» — eng bleie K. — d'Kugelen treffen nët all, soss wëllt der Däiwel Zaldot gin — en as nët emol eng K. (d'K.) wäärt, fir en ze erschéissen; 3) (lok. Born, Trintingen) «Spielküglein»; 4) «Kapuze» (veraltet) in der Ra. engem K. a Kap (Var. Kaf) verspriechen s. Kap II A sub 5 — dafür lok. K. a Kapp (z. B. [Bd. 2, S. 483] verspillen) — cf. den Familiennamen Kugeler.
 
kugelen (kuwelen) intr./refl. V.: 1) «Kugelform annehmen» — den Deeg kugelt — seng Aë koume gekugelt (er rollte die Augen); 2) refl. «sich rollend überschlagen» — übtr. se hun sech gekugelt (vu Laachen) — 't war fir sech ze k. (so komisch war die Sache) — s. brullen II; 3) «sich abrackern, schwer arbeiten».
 
Kugelgar N.: «Kugelgarn» (zum Fischfang u. als Pferdenetz gebraucht, mit Bleikugeln beschwert).
 
Quibes s. Knibes.
 
Quidde(n)- s. u. Quitt.
 
Quier, Quir F.: «Quere» — meist figürlich gebraucht — en as mer an d'Q. komm (durchkreuzte meine Tätigkeit) — wann alt näischt eis an d'Q. këmmt (wenn nichts dazwischen kommt).

 

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