LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Lännereien bis lecken (Bd. 3, Sp. 30b bis 32a)
 
Lännereien Plur. tant.: «Grundbesitz, Komplex von Ackerland» — d'L. si scho verkaaft.
 
Läpp I (Pl. Läppen, Läpper) M.: 1) «Zipfel des Hemdes» — den hënneschte, de viischte L. — ech hu missen en neie L. un d'Hiem setzen — d'Box erof, de L. erop (sagt der Vater zu dem Sohne, wenn es Hiebe gibt) — en huet de L. eraushänken (s. dazu zapen) — beim Umzug der hl. Dreikönige heißt es spöttisch im Reim: den hënneschten huet de L. verbrannt — Kinderreim: de L. an d'Hand, op d'Mëscht gerannt — wann ech opstinn, da schäissen ärer zwielef an d'Läpper (sagte ein Raufbold bei einem ausbrechenden Wirtshausstreit) — übtr. se sin um hënneschte L. (am Ende) — en hoat kä ganze L. méi (Echt. er ist sehr arm) — cf. sub ënnen; 2) «Hemd» — e koum do am neie L. — Anekdote von zwei Bettelleuten: lee dech era wéi s de bas, mäi L. as och zrass; 3) «Rockschoß» — en hänkt sénger Mamm ëmmer um L. (un de Läppen) — mer hun deen do bestänneg um L. (er ist, wird nicht selbständig) — en huet de L. an d'Hand geholl (er ist schnell weggelaufen) — Kinderreim: Jhang, huel de L. an d'Hand a sprang! — e léisst d'Läppen al hänken (ist sehr niedergeschlagen) — se hun der laanscht d'Läpper kritt (sie sind verhauen worden, auch: haben einen Verlust erlitten) — en huet em d'Läppen an d'Luucht gehuewen (hat ihm die Leviten gelesen) — Scherzrätsel: wouhi kéiert sech de Koschter, wann en d'Klack(e) laut? — Antwort: zum L.; 4) «Lappen» — Ra. zwou Mécke mat engem L. schloën.
 
Läpp II (Echt. Leep) M.: «schlammige, zähe Masse» — d'Kar stécht am L. (der Karren steckt im Dreck, ist verfahren) — 't as elauter L. a Bullibräi (Dreck und Schlamm, nach einer Überschwemmung oder nach heftigem Gewitterregen).
 
Läppchen (Dim. zu Lapp) M.: «kleiner Lappen» — Spottreim aus Handwerkerlied auf den unehrlichen Schneider, der beim Zuschneiden ab und zu kleine Tuchstücke für seinen Privatgebrauch unter den Tisch fallen läßt: hei e L., do e L., gët am Enn eng Kannerkäppchen — den deiere L. (dreieckiges Spitzenstück am geräucherten Kinnbacken der Schweine) — Zussetz.: [Bd. 3, S. 31] Ouer,- Piss-, Schmier-, Wäschläppchen (s. d.).
 
läppeg Adj.: «schlammig - zäh».
 
Läppentäsch F.: «Hintertasche im Männerrock».
 
Läppentinnes (lok. Wasserbillig) M.: «kleiner Kerl, dessen Läpp zu lang ist und herauslugt».
 
läpperen, läbberen refl. Verb.: «allmählich zustande kommen» — déi Saach läppert sech — dat läppert sech zesummen (wird dank kleiner Gewinne zu einer ansehnlichen Summe).
 
läppesch Adj.: «läppisch».
 
Läppschass, Läppschësser M.: 1) «Bettscheißergesicht (Ga), Feigling»; 2) «unreifer Mensch»; 3) «eingebildeter, empfindsamer Mensch» — eng Joffer Läppschass.
 
Läppschister (lok. Leckschister) M.: «Melasse» — s. Mëlass.
 
läpseg Adj.: 1) «nach Hefe schmeckend» (vom Wein — Tockert); 2) «einen Erdgeschmack habend» (vom Viez und Wein — C); 3) «schal, abgestanden».
 
läpsen I intr. Verb.: 1) «nach Hefe schmecken»; 2) «nach Erde schmecken» — de Viz läpst (wenn die Birnen längere Zeit auf der Erde lagerten) — de Wäi läpst (Ehnen: läppscht — der Wein hat einen Erdgeschmack, besonders aus roter Lehmerde).
 
läpsen II intr. Verb.: «nippen» — en huet nëmme geläpst an näischt giess — dazu die Abl.: Geläps N.: «Leckerei, kleine Häppchen, Brocken» — 't as nëmme Geläps un engem Poulet.
 
Läpsert I M.: «Erdgeschmack» — de Wäin huet e L.
 
Läpsert II M.: «Abstinenzler».
 
Lärem M.: «Lärm» — in der Ra.: blanne L. (Alarm ohne ernste Ursache).
 
Lär(r)es M.: 1) «ungeschlachter, dummer Mensch»; 2) «Lebemann» — cf. Larifari.
 
läschen trans. Verb.: a. «löschen» (Feuer) — d'Feier as geläscht gin — wat iech näischt ugeet, braucht der nët ze l. — Spw. vill Hänn läsche vill Bränn s. Brand sub 2) — dazu Läsches N.: «Löschen» — Ra. wann al Scheiere brennen, as kä L. méi (da mag der Däiwel l. — gegen die Verliebtheit alter Menschen gibt es kein Gegenmittel) — bei dem Brand wor kä L. méi (bei dieser Feuersbrunst war das Löschen vergeblich); b. «stillen» (Durst) — (spaßh.) wat l. d'Pompjeën? — Antwort: den Duuscht — ech wor esou duuschtereg, ech krut den Duuscht bal nët (nët bal) geläscht.
 
Läsch- -biischt, Lëschbiischt F.: «Löschbürste der Schmiede» — s. das Folg.; -spéiss (Ga Leschspess) M.: «Löschspieß» (eiserne Rute der Schmiede, um das Feuer in der Esse zu schüren und die Schlacken herauszunehmen) — s. Lässpéis — cf. sbbg. Laaschspës, KRAUSS, Wb. der nsbbg. Handwerkersprachen sub Lösch; -trach M.: «Löschtrog»; -waasser N.: «Löschwasser»; -wësch M.: «Löschwedel der Schmiede» (um die Kohlen in der Esse mit Wasser zu besprengen und die Glut zu steigern).
 
lästeg (Süden läschteg) Adj.: 1) «lästig, widerlich» — eng l. Saach — e lästege Mënsch; 2) «überdrüssig» — ech war sénger esou l.
 
Lästegkät, -keet F.: «Beschwerlichkeit, lästige Sache».
 
lästeren intr./trans. Verb.: 1) «necken, quälen» (ohne böse Absicht) — da läster d'Kand dach nët esou; 2) «jem. schlechtmachen, über ihn herfallen» — wat hu se deen erëm gelästert.
 
Läsur F.: «angestoßene Stelle am Porzellan».
 
Lätem, Leetem ON.: «Leithum» — Gem. Weiswampach — Kant. Clerf - 13.
 
Lätbändchen M. s. sub läden.
 
Lätnol M. s. Lädernol.
 
Lait de Poule (wie frz.) M.: «Hühnermilch» (Ga — Eigelb in warmem Zuckerwasser mit einem Schuß Cognac).
 
Laitue (wie frz. Ton 1) F.: «Lattich» (Gartensalat).
 
Lebbdag, Lebbdidag, Lebbdido, Lebbchesdag, Lebbchesdodag M.: «Lebtag» — fir all säi L. (sein Leben lang) — ménger L. nët (niemals) — huet än esou eppes sénger L. erlieft? — dafür auch Zelebbchesdoën (ze Lebbches Doën).
 
lebendeg (Ton 2) Adj.: 1) «lebend» — e lebendegen Däiwel — en as lebendeges Leifs verbrannt; 2) «lebhaft» — dat Kand as esou l.; 3) «wirksam» — fir mech as kä lebendege Rot (D).
 
Léck (Nösl. Lick) ON.: «Lüttich» — en as zu L. am Déngscht.
 
Leck F.: 1) «Zunge» (Kinderspr.) — da weis mer emol déng L. — alles fir déi glott L.; 2) (verächtl.) «das Küssen» — (di) L. an (di) Zeck, Këss an Zëss — fir d'éischt war et di Këss an di Leck an du di Rapp an di Klapp — s. Këss III (Pack schlägt sich, Pack [Bd. 3, S. 32] verträgt sich); 3) «Süßigkeit» (zum Lecken).
 
lecken (Osten leken) trans. Verb.: 1) «lecken» — de Schmant l. — du kënns jo dru fir ze l. (zu einem Kind mit einer Hautabschürfung) — 't as fir sech d'Fangeren derno ze l. (so gut schmeckt es, auch übtr.) — d'Honn an d'Kaze lecken hir Wonnen — d'Kaz leckt sech — mer sin nët op d'Hochzäit geruff gin, mir woren nëmme gutt fir d'Telleren ze lecken — komm nuren erëm, da kriss de d'Broutschéiss ze l. (abweisend) — hie kënnt do wéi geleckt (so sauber, geschniegelt und gebügelt) — an deem Haus as et ewéi geleckt (sehr sauber) — in vielen derben abweisenden Ausdrücken: leck mech (mer) am Aasch — leck dem Honn hannen — leck mech, wou d'Kaz keng Hoër huet — leck der Kaz de Biesem, de Biiss — leck mech kräizweis — leck mech, du weess jo wou — leck den Aaschen-Titi — s. sub duuschtereg, Kaz, Krakau — dazu die Abl.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

© 2010 - Projekt LexicoLux des Laboratoire de linguistique et de littératures luxembourgeoises der Universität Luxemburg, in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier
Hinweis zum problematischen Wortgut