LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Lottchen bis Louch (Bd. 3, Sp. 61b bis 62b)
 
Lottchen 1) (lok. Lott) a. weiblicher Vorname «Charlotte» s. Lotti; b. «Pferde- und Kuhname»; 2) N.: a. «junges, leichtsinniges Frauenzimmer» — Ra.: voll wéi L. (sehr betrunken); b. (pej.): «deutsches Mädchen»; 3) N. s. Hauwekapp sub 1).
 
Lotterfaass, Latterfaass (Nösl.), Lotterdëppchen (lok. Consthum), Latterhar N. s. Kächer I sub 1).
 
Lott(e)ri (Ton 3) F.: «Lotterie» — mam Bestueden as et wéi an enger L., 't setzt ee mat Freeden an, ma meescht verspillt een den Asaz — hues d'an der L. gewonn? (zu jem. der besonders freigebig war) — 't mengt een, si hätten an der L. gewonn, sou geheien [Bd. 3, S. 62] se d'Geld dorëmmer — mengs de, ech hätt méng Been an der L. gewonn? (zu jem. der um verschiedene Handreichungen bittet, zu denen oft dieselben Gänge unnützerweise wiederholt werden müssen) — 't as eng L. (eine sehr unsichere Sache).
 
Lotterisbilljee M.: «Lotterielos».
 
Lotteri(s)lous N.: «Lotterielos».
 
Lottert ON.: «Lottert» — belgische Provinz Luxemburg — B 30.
 
Lotti weiblicher Vorname, Kurzform für Charlotte (s. d.) — cf. Lottchen.
 
Lottréngen (Ton 1) N.: «Lothringen» — auch: Lo(u)tréngen, Lorraine (wie frz., Ton 1).
 
Lottrénger (Ton 1), Loutrénger M.: «Lothringer, Einwohner Lothringens» — d'L. hun hiren Dag och an der Oktav (s. d.) — haut kommen d'L. (heute pilgern die L.).
 
lottréngesch Adj.: «lothringisch» — en huet e lottréngescht Meedche bestued (lothringisches Mädchen geheiratet) — auch substantivisch (als geographisches Gebiet) — am Lottréngeschen do iwwer (in Lothringen) — mir ware bis an d'Lottréngescht en Tur maachen.
 
Lou I F. s. Lau I.
 
Lou II (Nösl., Osten Lu) F.: 1) «Eichenrinde» — d'Rëmp (Rinde des Eichenstammes, s. Romp), d'Kaalwer (s. d. I sub 1) an d'Jénke(n) (letzteres veraltet) — nicht ausgewachsene Eichensprossen = Kaalwer I sub 2) sin dräi Zorte L. — d'L. as nach nët schlësseg (läßt sich noch nicht schälen) — d'L. geet nët (es besteht kein Absatz für Lohe, auch lok.: die Eichenrinde löst sich noch nicht) — d'L. gët geschlass — s. schläissen; 2) «Gerberlohe» — d'L. as gur (richtig [gar] zum Bereiten des Leders).
 
Lou- / lou- -baach F.: «Bachname» (z. B. unterhalb Grevenmacher); -bau M.: «Gerbereigebäude»; -bënner M.: «Arbeiter, der die Eichenlohe zu Biirden (s. Loubiird) bindet»; -bett N.: «Wagenbett zum Lohtransport» (Tafelwagen) — s. Louwon; -bidden F.: «Gerbereibütte»; -biird F.: «Eichenrindenbürde», (als Handelsware zu 52 Pfund, davon 2 Pfund für die «Seile»); -faarweg Adj.: «lohfarben, braun»; -faassel (Nösl. — meist das Simpl. Fassel) F.: «Lohgrube» (zum nassen Aufbewahren des Leders während der Gewinnung); -gäreg Adj.: «lohgar» (?); -haus N. s. Loubau; -heck F.: «Lohhecke»; -holz N.: «abgerindete Eichenstämmchen»; -kallef N. s. Kaalwer I; -kaul F.: «Lohgrube»; -kiirwer M.: «grüner Käfer» (bes. in den Lohhecken des Gutlands); -klëppel M.: 1) «abgeschältes Eichenstämmchen»; 2) a. «ungeschlachter Mensch» — Schnellsprechübung: so zéngmol noenän: L., Louklapp; b. «Spitzname für die (grobschrötigen) Öslinger» — s. sub éisslecker; -kuch (Pl. -kuchen) M.: «Lohkuchen» (früher als Heizmaterial verwendet; die ausgelaugte Lohe [Eichenrinde] wurde den Interessenten im Herbst zugeführt, der Lohhaufen im Winter ständig angefeuchtet, was den Verfall der Lohe beschleunigte; im Frühjahr wurden dann die Loukuche getrëppelt; zu diesem Zweck wurde eine runde oder viereckige Form Loureemchen [s. d.] aus Eisen gebraucht, die etwa vier cm hoch war; diese Form wurde nun mit dem feuchten Mulm der Lohe bis über den Rand hinaus gefüllt und vom Loutrëppeler [s. d.] festgetreten, um ein Zusammenkleben zu erreichen; er hielt sich dabei an einer Stütze an einem eigens dazu in der Mauer angebrachten Eisenring, oder auch nur an einem Stuhl fest. In der letzten Zeit wurde die Herstellung von Kindern vorgenommen. Der festgestampfte L. wurde dann aus der Form herausgenommen, danach in einem Gestell, das die Luftzirkulation ermöglichte, getrocknet); -millen F.: «Lohmühle»; -miller M.: «Lohmüller»; -reemchen F.: «Rahmen zum Herstellen von Lohkuchen» — s. Loukuch; -schapp M.: «Lohschuppen»; -schläisser M.: «Arbeiter, der die Eichenstämme entrindet» — s. schläissen; -schläisser, -schlëssel M.: «Gerät, womit die Eichenrinde, Lohe, gelöst oder abgeschält wird»; -schwoazen (lok. Echt.) M.: «grobe Lohe»; -sprenkel M.: «entrindeter Eichenast»; -trëppeler M.: «Lohkuchenformer»; -won M.: «Wagen ohne Leitern und Rungen».
 
Louch M. s. Luch. [Bd. 3, S. 63]

 

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