LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Loudermënsch bis Lu, Luuchen (Bd. 3, Sp. 63a bis 64b)
 
-mënsch N.: «schlechtes Weib»; -véi N.: «Schimpf- und manchmal Kosename» — sou e knaschtegt L. — du klengt L. do (etwa zu einem Kind); -vollek Kollekt.: «Gesindel»; -zatz F.: «gemeines Weib».
 
loud(e)reg Adj.: 1) «schwierig, unangenehm» — eng l. Aarbecht — eng l. Affär (eine verfluchte Geschichte); 2) «arg, heftig» (Ösl.) — e loudregt Wéi, e loudrige Wi (ein arges Weh).
 
Louderei F.: 1) «schwierige Sache, Unannehmlichkeit»; 2) «Ungebührlichkeit, dummer Streich».
 
louderen intr. Verb.: «einen unsittlichen Lebenswandel führen» — cf. verlouderen.
 
Loun I (Esch-Sauer) M.: «ein in das Eis gehauenes Loch zum Wasserschöpfen» — cf. Lau II.
 
Loun II (Pl. Léin, Echt. Lunn, Pl. Linn, Nösl. Lung, Pl. Ling, Linn) M.: 1) «Arbeitslohn, Entgelt» — d'Léin gi méi kleng an d'Mailer vun de Kanner méi grouss — Zussetz.: Do-, Fanner-, Fouer-, Hidder-, Lieser-, Lit-, Maacher-, Méierloun (s. d.); 2) «Belohnung, Strafe» — dee kritt nach säi L. (seine Strafe) — cf. merci.
 
lounen (Nösl. lungen, Echt. lunnen) Verb.: 1) trans.: «mieten, pachten» — se hun en Haus, en Appartement, e Garage, e Gaart gelount — e Kniecht l. (dafür auch dangen — s. d.) — hien hat fir e gelount (er diente gegen Entgelt für ihn beim Kontingent (s. d.)) — ech hu méng Féiss nët gelount (wenn jemand im Gedränge einem auf die Füße tritt — cf. Lotteri) — mir hun äis en Auto gelount (Auto gemietet) — en huet alles gelount, wat en akert (alle Ländereien gepachtet, die er beackert) — 't as nëmme gelount (nur gemietet, nicht Eigentum, auch: das werde ich dir später heimzahlen) — im Heischelied in Clerf: gët äis Faastebungen, mirr hann e Gaart musse lungen — Nösl. ich lungt et nët fir dä Präis (würde es nicht für diesen Preis pachten) — Abl. (Nösl.) Gelungs N.: datt G. doocht näist, de ganze Profitt geet dran — Part. Adj. gelount — déi gelount(e) Stécker si meeschtens hongreg (s. d. sub 4); 2) intr.: a. «danken, einen Gruß erwidern» — woufir hues d'em nët gelount? (hast du seinen Gruß nicht erwidert?) — Antwort: ma well et e Judas as, ech hätt em mam Däiwel nët gelount; b. «heimleuchten» — ech hat deem emol richteg gelount; 3) refl.: «sich lohnen, rentieren» — dat lount sech nët (ist nicht der Mühe wert).
 
Lounes, Lunnes weiblicher Vorname, Kurzform für «Helene» (bes. in den Moseldörfern) — s. Hëlen, Léin I.
 
lous I (Echt. luss, Nösl. lus) Adj.: «taub» (Getreidekorn, Nuß) — d' wëll Kar (d'Wëllt Nösl.) liwwert nët (das Heidekorn ist nicht ertragreich), 't as hallef lus (Nösl.).
 
lous II (Osten lus(s)) «schlau, gerieben» — en as dem Däiwel ze l. — looss dee goën, en as der ze l. — Ra. wann een nët staark as, muss een alt l. sin — en as nët ganz l. (ist dumm) — cf. Fuuss sub 3) — dazu die Abl.: Loushät, -heet F.: «Klugheit, Schläue» — du bas voller L. (auch iron.).
 
lous III (Nösl. lo:s) Adj.: 1) «locker, schlaff, lose» — cf. lass; 2) «ungeschützt, entblößt» — mir leien esou l. (unsere Wohnung ist allen Winden ausgesetzt).
 
Lous I (Echt. Luss, Osten Lus) N.: «Los», und zwar a. «Los zur Entscheidung bei Erbteilungen, Spielen, früher auch zur Feststellung der Militärdienstpflichtigen beim Kontingent (s. d.)» — si hun d'L. gezunn (um sich zu einigen) — en as d'L. bei d'Zaldoten zéie gaang; b. «Lotterielos» — en huet d'grouss(t) L. gewonn (auch übtr. hat glücklich geheiratet).
 
Lous II F. u. N.: «bestimmter Teil einer zu versteigernden oder zu verpachtenden Masse» — en huet zwou Lousen Holz gestät — gät et am Ganzen odder a Lousen? (wird es ungeteilt oder in Losen versteigert?) — d'Stécker [Bd. 3, S. 64] goufen a Louse verpacht — d'Uebst vun de Stroossebäm as a Louse verkaaft gin.
 
Lous- / lous- -deeg Pl. «Lostage» — die L. sind die zwölf Tage vom 26. Dezember bis 6. Januar; sie sind nach dem Volksglauben die Tage der Schicksalsbefragung — ihren Wetterverhältnissen entsprechen die der folgenden zwölf Monate — dat Holz, wat an där Zäit gehaë gët, kritt ni de Wurem, a wann et e Birebam wir; -holz N.: «Gratisholzabgabe» (verschiedener Gemeinden); -l(i)edeg s. lassliedeg — substantiv.: Lousledegen M.: «Unverheirateter im Stammhause»; -ziedel M.: «Zettel mit der Bezeichnung der Güter, die bei Teilungen die verschiedenen Lose bilden».
 
Lousen (Osten und Norden Lusen) M.: «Kluger, Schlauer» (auch iron.) — 't as dem L. säin Ädem — 't as där (ganz) Louser kän.
 
lousen (Osten und Norden lusen) Verb.: 1) trans.: «Erlös haben» — nach keng zwéi Grosche geloust a schon e Stéckelche versoff(t), sou maachen sech d'Geschäfter (klagte der Händler) — s. léisen sub 3); 2) intr.: «Schaden nehmen» — en huet eppes vun der Keelt geloust; 3) intr.: «losen, das Los werfen».
 
Louséng I F.: «Erlös» — eng schéi L., zwielef Frang, fir déi Zäit, sot d'Fra vum Zockerbuttéck.
 
Louséng II F.: «Losung» (vom Wild zurückgelassene Exkremente — Jägerspr.).
 
Lout, Lut (Echt. Lutt) M.: 1) «Lötblei»; 2) «Lot, Senkblei» — déi Mauer as nët am L. — dafür auch Bläi (s. d. sub 2); 3) «Lotgewicht» (halbe Unze, 16,66 Gramm) — dazu das Dim. Läitchen M.: «ein klein wenig».
 
Lout(s)- -band N.: «schwarz-seidenes oder baumwollenes Band» (das nach dem Gewichtslot verkauft wird) (Ga); -bläi M.: «Lotblei» — s. Bläi sub 2; -tubak M.: «Tabak, der nach dem Gewichtslot verkauft wird».
 
lowen trans. Verb.: «die überflüssigen Triebe und Blätter der Reben wegbrechen» — cf. blueden, lorren.
 
loyal Adj. wie hd.
 
Loyer (wie frz., doch Ton 1) M.: «Mietzins» — d'Loyeë gi gehéicht.
 
Loz F.: «Schmutz am Saum eines Kleides» — s. Kléck und Laz sub 1).
 
Lu, Loup (wie frz.) M.: «Halbmaske».
 
Lu, Luuchen (lu:çən) s. Lui sub 1).

 

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