LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Luest bis Lur (Bd. 3, Sp. 65b bis 67a)
 
Luest N.: «langsamer Mensch, schwer von Begriff» (Mann oder Frau) — wat bas du e L. — eis Schnauer as e Luest; 3) «locker, schlaff» — stréck déng Stréckele méi l. (deine Schuhsenkel etwas lockerer) — l. gesaltz(t) (wenig gesalzen)[Bd. 3, S. 66] d'Brout as zevill l. gebak (nicht ganz durchgebacken) — l. gebaken Är (weichgebackene Eier — cf. Ä sub 1) — e lues gekacht(en) Ä (s. d.), auch: e luest Ä — übtr. en as nëmme l. gebak (nicht ganz weise) — cf. baken sub 1).
 
Lueshät, -heet F.: «Langsamkeit» — d'L. as schons e Stéck vun der Faulhät.
 
luewen (Echt. lowen) trans. Verb.: 1) «loben» — Raa.: jiddwer Kréimer lueft séng Wuer — all Aarbecht lueft sech selwer — fir gelueft ze gin, muss ee stierwen — wien sech nët selwer lueft, gët nët gelueft — iron. auf sich selbst bezogen: 't muss een sech alt selwer l. — 't as nët fir mech ze l., mä... (häufiger Satzanfang) — dat do l. ech mer (das gefällt mir) — wat mécht en? — e gät dem Noper séng Kanner l. (um nicht zu arbeiten, geht er schwatzen) — mer lueft zum dacksten nëmme fir gelueft ze gin — s. Kand sub 1, Geck sub 1) — Abl. Geluefs N.: «Lobhudelei» — dat G. geet mer nët; 2) (lok. Echt.) «erfreuen» — déi Wittfräche lueft nach des Liewen zou (bekommt noch Freude, Lust am Leben — C).
 
lueweswäert Adj.: «lobenswert».
 
Luftikus M.: «Luftikus, leichtsinniger Mensch».
 
Lui (Ton 1) 1) a. männlicher Vorname «Louis, Ludwig» — erscheint auch als: Lëll, Loll, Lu, Lull, Lulu, Luuchen (Dim.) — cf. Leo; b. «Pferdename»; c. «Zuhälter» — s. Lucki sub 2); 2) männlicher Vorname «Eligius» — erscheint auch als Logens, Lijhi; 3) männlicher Vorname «Aloysius» — erscheint auch als Leisi.
 
Luiëbrouder (lok. Echt., Pl. -bréider) M.: «Angehöriger der Schmiede- und Schlosserzunft, die St. Eligius als Schutzpatron hatte».
 
Luiëndag M.: «Festtag des hl. Eligius» (1. Dezember — seit 1924 wieder jährlich begangenes Fest der Schmiede des ganzen Landes am Eligiustag, jeweils in einer anderen Ortschaft des Landes gefeiert. — Bis etwa zum Kriege [1914] wurde sein Fest am 1. Dezember in Echternach feierlich begangen, mit einer Messe am Morgen, einem Umzug bei den Wirten u. einem gemeinschaftlichen Essen am Abend). — L., wéi Mutzen hiren Iesel erkaalt war (sprichwörtl. Ra. in Echt.).
 
Louis s. Lui sub 1).
 
Louis d'or (wie frz.) M.: «französische Goldmünze».
 
Louise (wie frz., doch Ton 1) weiblicher Vorname «Luise» — erscheint auch als Luiss, Lusi.
 
Lukas 1) männlicher Vorname «Lukas» — erscheint auch als Lauks, Laukes, Licki, Licksen, Luks — 't as L. am leschte Kapitel (das Ende ist nahe); 2) M.: «Kraftspiel auf der Kirmes» (Schlagvorrichtung) — hau ihm L. (hochdeutsch gesprochen) — de L. schloën, fachen.
 
Lukett F.: «Luke».
 
Luks s. Lukas, Lauk(e)s.
 
Luks- -dag M.: «Festtag des hl. Lukas» (Patron der Ärzte und Maler — 18. Oktober) — vu Méchelsdag bis L. war d'Gewan op (war die Weide frei). -mass F.: «Messe am Festtag des hl. Lukas» — Wetterregel: L.., Wanter gewass. -summer M.: «Spätsommer» — Wetterregel: de L. huet déi selwecht Kraaft wéi eng al Giedel.
 
Lullgen ON.: «Lullingen» — s. Lëllgen.
 
Lumière (wie frz., doch Ton 1) — in der Ra. 't as keng L. (er ist keine Leuchte).
 
Lumpazius, Lumbazius M.: «Vagabund, Landstreicher» — cf. Lombazius.
 
Lunch, Lënsch (Neol.) M.: «Mittagessen» — engl. lunch.
 
Lunette (wie frz., doch Ton 1) F.: 1) «kleines Fenster, das den Stall erhellt» — cf. Lukett, Héngerliicht; 2) «Fernglas»; 3) (iron.) «Brille».
 
lungeren (Lux.-Stadt longeren) intr. Verb.: «lungern, faulenzen, müßig umhergehen» — Abl. Gelungers N. — dazu die Zussetz. Lungerbatti M.: «Lungerer».
 
Lunnes s. Léin I.
 
Loupe (wie frz.) Lupp I F.: «Lupe» — en huet d'Saach ënner d'L. geholl (sie genau untersucht).
 
Loupe II (wie frz.) F.: 1) «Wolfsgeschwulst, Balggeschwulst» (Ga); 2) «Maserung im Holz»; 3) «großer Klumpen glühendes Eisen, das aus dem Frischfeuer zum erstenmal unter den Hammer kommt».
 
Lup(p)éng, Lup(p)ing, Lupp M. und F.: «Lupine» (Futterpflanze, auch als Gründüngung) — giele L.
 
Lup(p)in F. (meist Pl. Lup(p)innen): «Lupine» (Zierpflanze).
 
Lupp M. s. Lapp F. sub 2).
 
luppen I intr. Verb.: «laufen, es eilig haben, sich auf den Weg machen» — da loosse mer l. (uns auf den Weg machen) — looss d'Maschin l. (setz die Maschine in Gang) — da looss de [Bd. 3, S. 67] Jong l. (wenn er deiner nicht wert ist, zu einem Mädchen) — da loosse mer en dës Kéier nach l. (er möge noch einmal ungeschoren, ungestraft davon kommen) — hie léisst d'Geld l. (gibt viel Geld aus) — ech hun deem et l. gelooss (habe ihn mir vorgenommen, ausgescholten) — wat as e geluppt! (wie ist er abgehauen).
 
luppen II, lüppen trans. Verb.: 1) «hintergehen» — ech hun em eng geluppt (ihn angeschmiert); 2) «durch Zauber umbringen» (C).
 
Luppert M.: in der Ra.: de L. kréien (fortgejagt werden).
 
Luppes M.: 1) «Tier von übergroßer Körperfülle» — e L. vun engem Fësch, engem Hues; 2) «schwerfälliger, plumper Mensch» — cf. Fluppes.
 
luppësseg Adj.: «plump, übergroß».
 
Lupus M.: «Hautkrankheit, fressende Flechte» — dafür auch Wollef (s. d.)— cf. Loupe II sub 1).
 
Lur I F.: «Gesumme».

 

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