LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Mäertchen bis Mäerzeg, Mierzeg (Bd. 3, Sp. 115b bis 116b)
 
Mäertchen I M.: Dim. zu Maart (s. d.) — bes.: a. «Oktavmarkt auf dem Knuedler» — s. Oktavmäertchen; b. «kleiner Marktplatz».
 
Mäertchen II M.: «Martinsfeuer und Martinsumzug in Vianden» — dafür auch: Miirtchen.
 
Mäerten, Mäertes männlicher Vorname: «Martin» — s. Martin (Fest am 11. November); Patron der Pferde; Schutzpatron der Schneider; Termintag, an dem die fällige Pacht und sonstige Abgaben entrichtet werden mußten, daher der Spruch: de M., dät Bauere fäerten — oder: de Méchel (s. d.) an de M., don d'Bauere fäerten.
 
Mäertert, Mä(e)tet ON.: «Mertert» — Dorf und Gemeinde Mertert, Kanton Grevenmacher — 374 — Spottreim: déi Mäerterter Qui-Quaken, mat dene bräden Aaschbaken, mat dene kromme Suelen, der Däiwel soll se huelen — Mäerte-Féiss a Paräisser Schoun (heißt es an der Mosel: große Füße wie die Einwohner von Mertert und Pariser — zierliche — Schuhe) — dazu: Mäerterter M.: «Einwohner von Mertert» — déi Mäetëtë (spöttisch auf die Aussprache der Einwohner von Mertert bezogen, die das «r» nicht hörbar aussprechen).
 
Mäertes- -dag M.: «Martinstag» — Termintag (Echt.): M. gët den Notär, an d'Holz voan de Schaffbaier fir d'allerischt bezoalt — Wetterregel: wann d'Inte M. om Äis stin, da musse(n) s'ëm Krëschtdag am Dreck stoen; [Bd. 3, S. 116] -feier N.: «St. Martinsfeuer» (Folkl.: bis zum Ende des 19. Jahrhunderts in Echternach, wo die Jugend der verschiedenen Stadtviertel um die schönste Burg wetteiferte; heute noch in Vianden, wo ebenfalls jedes Stadtviertel ein eigenes Feuer abbrennt. Heischelied, beim Einsammeln von Holz und Stroh für das Burgbrennen: heit Most, morge Wäin / déi Bire musse gesuede säin / déi Kierze musse gebrannt säin / heit gët äis eppes ze steieren / fir Sankt Mäerten ze feieren — beim Umzug: ho, ho, ho / der Jud, der liegt im Stroh / das Stroh fänkt an zu brennen / der Jud fänkt an zu rennen / ho, ho, ho / der Jud der liegt im Stroh — haarig, haarig, haarig ist die Katz / und wenn die Katz nicht haarig ist, dann fänkt sie keine Mäus — lustig, lustig, lustig ist die Welt / und wenn die Welt nicht lustig ist / dann hat sie auch kein Geld); -gemeng F.: «Jahrgeding am Martinstag» (veraltet); -guttnuecht F.: «Vorabend des St. Martinstages» — s. Mäertesnuecht; -kiirmes F.: «Kirmes am St. Martinstage, Kirchweihfest an manchen Orten»; -mécken Pl. — in der Ra.: M., déi pécken (das Zahlen der Pacht am Martinstag brachte oft Sorgen); -nuecht F.: «Nacht zum Martinstag» (lärmvolle Belustigungen mit Essen, wozu eine Gans geschlachtet wurde) — en as eppes wéi en Mäertesnoacht (redet viel), zemol wann e gedronk hoat (C).
 
Mäerz, Mierz, Miez (lok: Meerz) M.: «März» — Wetter- u. Bauernregeln: am M. Schnéi, deet dem Bauer wéi — Schnéi am M., geet dem Bauer un d'Häerz — am M. komme Schaueren, déi Deeg laang daueren — wéi de M. d'Waasser (d'Gruewe, d'Kolle, d'Wise) fënt, sou léisst en et (se) — Stëbs am M. as en Daler (e Sieschter Kroune) wäert — de M. soll néng Summerdeeg bréngen — Raa.: de M. hëlt déi Krank (déi Al, d'Leit) mam Stäerz (der März ist besonders gefährlich für Kranke und alte Leute) — e geet wéi an de M. (er ist verliebt, der März ist die Brunftzeit der Katzen — R III 13).
 
Mäerz(e)- -apel M.: «Apfelsorte»; -béier M.: «Märzenbier»; -blimmchen F.: «Sternhyazinthe» (Scilla bifolia); -blumm F.: 1) «Seidelbast» — s. Holzmännchen; 2) «Narzisse» — s. Gankelblumm; 3) «Windröschen» — s. Annëmon; -flecken Plur. tant.: «Sommersprossen» — s. Späächelen; -giescht F. u. M.: «Sommergerste»; -grueft F.: «das Hacken, das Graben im März» — in der Ra.: M. gët sele gelueft; -hëlzchen N.: «Seidelbast» — s. Mäerzblumm sub 1); -hénkel N.: 1) «Märzenkücken»; 2) (übtr.) a. «Kind, das schlecht gedeiht»; b. «schwächliches Mädchen»; -kueder M.: «verliebter (alter) Geck» (Anspielung auf die Brunftzeit der Katzen im März) — du ale M.; -läischter F.: «Misteldrossel» — s. Läischter sub a.; -liicht N.: «Neumond im März» — ech hun en ewell a siwe Mäerzliichter nët méi gesinn (schon sehr lange nicht mehr) — dat Framënsch huet sech ewell a siwe Mäerzliichter nët méi gekämmt a gewäsch; -loft F.: «rauhe, trockene Luft im März» — d'M. mécht d'Wäsch ganz wäiss (Märzluft bleicht); -luucht F.: «rauhe Märzluft» — d'M. hëlt se (scil.: déi al Leit, déi Krank) — Ra.: wie sech hitt virun der M. an der Abrëllssonn, dee bleift ewéi eng Nonn (behält eine weiße Haut); -märel F.: «Amsel» — s. Märel; -rous F.: «Hyazinthe» — dafür auch: Ouschterblumm (s. d.); -schauer F.: «Märzschauer» (Regen, oft mit Schnee oder Hagel vermischt); -schnéi M.: «Schnee im März» — Bauern-, Winzerregel: M. deet der Fruucht an de Riewestäck wéi — M. deet Fruucht a Wäikeller wéi; -stäerchen M.: «Sternhyazinthe» (Scilla bifolia) — cf. -blimmchen; -stëbs M.: «Märzstaub» — Bauernregel: M. as Gold (en Dukot) wäert — M. a Märeenche (s. d.) brénge grousse Segen; -stéck N.: «wunderliche, altmodisch gekleidete Frau»; -vioul, -veioul F.: «Goldlack» — s. Metzvioul; -wand M.: «rauher Wind im März» — de M. hëlt se (scil.: déi Krank, déi al Leit) mat fort — s. sub Mäerz und -luucht; -wääss, -weess M.: 1) «Sommerweizen»; 2) (lok.: Grevenmacher, Hinkel) «Buchweizen».
 
Mäerzeg, Mierzeg ON.: «Mertzig» — Dorf und Gemeinde Mertzig, Kanton [Bd. 3, S. 117] Diekirch — 176 — spaßh.: M. (für: merci) läit bei Fälen (s. d.).

 

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