LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Mäntelchen bis Mätsch (Bd. 3, Sp. 119b bis 121a)
 
Mäntelchen M.: 1) Dim. von Mantel (s. d.) — de M. iwer eppes hänken (etwas zu vertuschen, zu entschuldigen suchen) — en hänkt de M. nom Wand; 2) «Attribut eines kirchlichen Würdenträgers» — en huet de M. kritt (er wurde zum Kanonikus ernannt); 3) (lok.: Oberkerschen) «Chormantel»; 4) «Klatschmohn» — dafür auch: Mantelblumm, Rouseblumm, Feierblumm; 5) «Kondom».
 
Mänz(el)cher Pl. (Mosel) 1) a. «Hautlappen der Ziege unter dem Kinn» — [Bd. 3, S. 120] dafür auch: Kläckelchen (s. d. sub 3), Mämmchen (s. d. sub 2); b. (spaßh.) übtr.: «Warzen unter dem Kinn»; 2) «Nebenzitzen am Euter der Kuh, der Ziege».
 
Mäppi M.: 1) (Pennälerspr. lok.) «Schülerin, Studentin» (die mit einer Mappe zur Schule geht); 2) «Zuhälter».
 
Mär, Mäer, Mäier (lok. Syrtal: Mar) I M.: «Bürgermeister» — Ra.: Här a M. (Herr und Meister) — en as M. gin (s. Buurgermeeschter sub 1) — frz. maire; 2) veraltet: «Amtmann» — Ortsneckerei auf die Einwohner von Wormeldingen: déi Wormer Mären (in Wormeldingen saßen vier Herrschafts-Amtmänner für vier Herrschaften).
 
Mär II M.: «dickes Holz, das auf die Kelter gelegt wird» (Mosellanus).
 
Märei (Ton: 2) F.: 1) «Bürgermeisteramt» — cf. Gemeng sub 1 und 4) — se gin haut op der M. bestuet; 2) «Rathaus»; 3) «Gemeindebezirk» — 't gouf an der ganzer M. ausgeschellt — d'ganz M. huet dervu geschwat — d'Gréitchen as dat schéinst a siwe Märeien — si kennen hien a sechs Märeien am Ëmkrees — frz. mairie.
 
Mär(r)éi (Ton: 1) Nebenform zu: Maria (s. d.) — Ausruf: O M.! — s. Märri(chen).
 
Märel I (Lux.-Stadt: Mierel, Vianden: Määrdel) F.: «Amsel» (Turdus merula) — dafür auch: schwaarz M. (Bet. auf der ersten Silbe von Märel), Drecksm., Stackm., Mäerzm., Drecksvull, lok. Monnerich: Trauervillchen — brong M. (weibliche Amsel).
 
Märel II (Lux.-Stadt: Mierel) ON.: «Merl» — Vorort der Stadt Luxemburg — 422 — auf seine vorwitzige Frage: wien as do; wien (wat) as dat? erhält das Kind die abschlägige Antwort: de Männche vu M. oder: dee Klenge vu M. oder: hues du de Männche vu M. nët kannt? — Zus.: a weess de wéi deen et gemaacht huet? deen huet sech sénger Saache bekëmmert — Ra.: Äddi, ech gin op Mierel (laß mich in Ruhe, ich mache nun meine Arbeit) — Zussetz.: Neimärel (s. d.).
 
Märel III, Märrel, Mërrel M. — s. Mär(re)lek sub 3)a.
 
Märeler I M.: «Einwohner von Merl».
 
Märeler- -baach Bachname: «Merlerbach»; -wisen Fln.: «Wiesenbann von Merl».
 
Märeler II, Määrler (lok.: Märlick) M.: 1) «Brotschnitte mit Rundung»; 2) «großes Stück» — cf. Mär(re)lek sub 2), Määss III, Redel.
 
mären trans. Verb.: «Bäume zum Abholzen kennzeichnen» — ech muss nach Bäm m. — cf. uschloen.
 
Märholz N.: «Feldahorn» — s. Maasselter.
 
Märjännis. Marjänn(i).
 
mär(r)déidegs. mäerdéideg.
 
Mär(r)jegewalt (lok.: Redingen, Bettborn) F.: «(mit) größte(r) Anstrengung, äußerste(r), heftige(r) Gewalt» — en huet eng M. gejaut — 't huet eng M. gekrasch.
 
Mär(r)jendalls. Mariendall.
 
Mär(re)lek M.: 1) a. «Axt mit beilförmiger Schneide und hammerartigem Gegenstück» (Zimmermannsaxt); b. «alte, stumpfe Axt»; c. (lok.: Echt.) «dicker Holzhammer»; 2) a. «große, unförmige Brotschnitte»; b. «großes, unförmiges Stück Holz»; 3) a. «schwächlicher, kleiner Mensch»; b. «kleiner, schwächlicher Knabe» — du sot dee M. jo wuel: maach virun an da méchs de ewéi ech der son — cf. Mär II, Märel III, Märeler II.
 
Märrechen weiblicher Vorname zu: Maria (s. d.).
 
märren (Ösl., selten) intr. Verb.: «lange machen, beschäftigen» — dat soll ës nët m. — cf. Rh.Wb. mären II S. 856 V. Band.
 
Märri(chen) weiblicher Vorname, Nebenform zu: «Maria» — in spaßh. Ausruf der Verwunderung: o Märri, mäi Läif! — Zus.: a méng siwe Säiten.
 
Märschel-expär (lok., Ton: 1) M.: «Tierarzt» — frz. maréchal-expert.
 
Mäs, Mees (Pl. Mäsercher, Mesercher, Dim. Määs-chen, Mees-chen) F.: 1) «Meise» (Parus) — Arten: Blomäs (Blaumeise), dafür auch: Himmelmäs, kleng Schielmäs; Gromäs (Sumpfmeise, auch für: Weidenmeise); kleng Schielmäs, Dännemäs (Tannenmeise); Schielmäs (Kohlmeise), dafür auch: gemeng M., Beiemäs, grouss M., Kuelmäs (Kohlmeise); kaupeg M., Hauwemäs (Haubenmeise); Schwanzmäs (Schwanzmeise), dafür auch: Laangschwänzchen, Kréichen, Strëtz; 2) übtr.: «Bezeichnung für eine heute nicht mehr bekannte Münze» — in der Ra.: (beim Kartenspiel): gëf op, Kéi, Päerd a blo Mäsen (C) — s. opgin sub 5).
 
Mäsebuerg, Mäsebureg, Meesburg, Mäsebréch ON.: «Meysemburg» — [Bd. 3, S. 121] Dorf der Gemeinde Fels, Kanton Mersch — 266.
 
Mäsendrot M.: «Drahtart».
 
Mäscht F.: «Mast» — an der M. leien — s. Ma(a)scht I.
 
mäschten trans./refl. Verb.: «mästen» — mir sin am Gaang e puer Schwäin ze mäschten — de Bauer huet äis e Schwäi mat gemäscht — en as esou fett ewéi e gemäscht(ent) Schwäin — dee gesäit aus wéi wann e gemäscht géif — wat hues du dech gemäscht! — Ra.: gudde Kascht a kuurze Weedgank, dat mäscht.
 
Mätt, Mätt(é)i, Mättes(chen), Mättchen, Mätti(s), Mätz männlicher Vorname: «Mathias» und «Matthäus» — s. Mates — du domme Mätti (Dummkopf) — Ra. (lok.: Echt.): ich säi Mättéi (ich bin verloren — s. Matteisdag) — schiele Mättéi (Ton: 1 — die Sonne, die nur schwach durch Nebeldunst scheint).
 
Mätti M.: 1) a. «Quark» (aus Milch, lok. aus Buttermilch hergestellt) — cf. Futtchen; b. «zähes Fleisch, zäher Bissen» — dat as en zéie M., doudsécher vun enger aler Kou; 2) «Bauch, Magen» — en huet sech de M. gelueden (viel gegessen) — en huet de M. voll (er ist betrunken); 3) «unförmiger Gegenstand» — wat as dat e M., wéi solle mer dee viru kréien! — für 2 und 3 auch: Batti, Mäicher sub 4).
 
Mättien Pl.: «Art Frühkartoffeln mit blauer Schale».
 
Mättigogo (Pl. Mättigogoen — lok.: lothringische Grenze) M.: «Schnecke».
 
Mätti-schlupp-aus M.: «gieriger Trinker».
 
Maîtresse (wie frz., Ton: 1 oder 2) F.: «Mätresse».
 
Mätsch I M. — s. Matsch.
 
Mätsch II (englisch: match — Neol.) M.: 1) «Wettkampf» (Sport und Spiel) — mir hun nëmmen ee M. am ganze Chapionnat verluer — mir hun nach dräi Mätscher ze spillen; 2) übtr.: «Lebenskampf» — 't muss een alt säi M. maachen (man muß sich durchschlagen).

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

© 2010 - Projekt LexicoLux des Laboratoire de linguistique et de littératures luxembourgeoises der Universität Luxemburg, in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier
Hinweis zum problematischen Wortgut