LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Mielmued bis mierwonnesch (Bd. 3, Sp. 148a bis 149a)
 
-mued M.: «Mehlwurm» — auch: -déierchen, -wurem; -päipel M. — s. -matt; -rutt F.: 1) «Mehlsteinbohle» (Ga); 2) übtr. — s. -wurem sub 2); -sak M.: 1) «Sack von besonderer Stärke und Dichte, zum Einfüllen und Transport des Mehls» — dee kéiert sech wéi e M. (ändert leicht seine Meinung) — en as ëmgedricht wéi e M. (vollends gebessert) — ähnlich: dee léisst sech dréien wéi e M. (die Innenseite des geleerten Mehlsacks wird nach außen gekehrt, damit das noch anhaftende Mehl abfällt, der Sack somit zur Aufnahme des neuen Mehls gereinigt ist) — en as ëmgeschloen ewéi e M. (plump hingefallen) — faul, onbehollef, plomp, schwéier wéi e M. — en danzt wéi e M. — spöttisch: dat elo (scil.: Meedchen) as an e M. gefall (hat sich zu stark gepudert); 2) (lok.: Meelsak) «Nachtschmetterling»; -schëpp F.: «Mehlschaufel»; -siff(t) M. und N.: «Mehlsieb»; -speis F.: «Mehlspeise»; -stëbs M.: «Mehlstaub»; -tut F.: «starke Papierdüte»; -uechteg Adj. — s. mieleg; -wurem M.: 1) «Mehlwurm»; 2) «Spottname für Bäcker»; -zocker M.: «Staubzucker» (fein gemahlener Zucker); -zopp F.: «Mehlsuppe».
 
mieleg (Osten: melig) Adj.: «mehlig» — m. Grompren (Kartoffeln, die beim Kochen auseinanderfallen) — mielegen (mielechen) Zocker.
 
mielzeg Adj.: «mehlig» — m. Äppel.
 
Mier I ON.: «Meir» — frz. Meix-le-Tige — belgische Provinz Luxemburg — dafür auch: Däitsch-Mier, Däitsch-Meesch (s. d.).
 
Mier II (Mosel und Sauer: Meer, Nösl.: Miäär) N.: «Meer» — ech déit e M. ausdrénken (solch großen Durst habe ich) — d'Rout M. (das Rote M.) — dohannen iwwrem grousse M. (im bekannten Lied: Heemwéi von Lentz) — mir gin (fueren) op (un) d'M. an d'Vakanz (in Ferien an das Meer) — si hun eng Villa um M., si wunnen um M. (am Meer — cf. Plage) — e Schëff um M. (auf dem Meer) — en trëtt op, wéi wann e Schëffer om M. hätt (tritt großtuerisch auf) — déif am M. (im Meer) — mir sin iwwer d'M. gefuer — en as iwwer d'M. gaang (nach Amerika ausgewandert) — wann d'M. nët esou grouss wir, wiren der ewell vill zu Fouss erëm komm (auf Auswanderer bezogen) — Verwünschung: léigs d'am (Roude) M.
 
Mier-/mier- -af M.: «Tölpel» — dee M. deen et een as — cf. Séiaf; -bad (meist Pl. -bieder, -beeder) N. und M.: «Seebad, Meerbad»; -boun F.: a. «Feldbohne» (Phaseolus) — dafür auch: Päerdsboun (s. d.); b. Begriff erweitert zu «Gemüsebohne» (als Stangenbohne und Schnittbohne — cf. Boun); -fësch M.: «Seefisch» (im Ggs. zu Süßwasserfisch); -hong N.: «Truthahn, Truthenne» — dafür auch: Schnuddelhong — wëllt M.: «große Trappe» (Otis tarda); -int F. unterschieden als: brong M. F.: «Samtente» (Melanitta fusca); schwaarz M. F.: «Trauerente» (Melanitta nigra); -kallef N.: «Tölpel» — s. -af, Moundkallef; -kaz F.: «eigensinniges Mädchen»; -loft F.: «Meerluft»; -réidech M.: «Meerrettich» (oft statt Senf gebraucht) — dafür in Echt.: Gaardemoschtert — Ra.: wat notzt de M. wa kä Rëndflääsch derbäi ass? — gerappte M. as gesond (Zubereitung — lokal —: eine Literflasche wird zu einem Viertel mit gerapptem (geriebenem) M. und zu drei Vierteln mit Weißwein gefüllt; nach einigen Tagen drëppchesweis genommen, hilft es gegen Gicht und Magenschwäche); dazu: Dokter M. M. a.: «Arzt, der geringe Kenntnisse besitzt und meist Hausmittel verschreibt»; b. (spaßh.): «Wichtigtuer, Alleswisser»; -réidech(e)skréimer M.: (abfällig) «kleinlicher, armseliger Mensch» — cf. Zussetz. sub Kréimer. -réidech(e)srapp F.: «Reibe zum Zubereiten des Meerrettichs»; -salz N.: «Meersalz»; -schaum M.: «Meerschaum»; [Bd. 3, S. 149] -schaumskapp M.: «Pfeifenkopf aus Meerschaum»; -schaumsmondspëtz(t) F.: «Zigaretten-, Zigarren-, Pfeifenmundstück aus Meerschaum»; -schaumspäif F.: «Pfeife aus Meerschaum»; -schmuelef F.: «Küstenseeschwalbe» — unterschieden nach: kleng M. F.: «Zwergseeschwalbe» (Sterna albifrons); schwaarz M. F.: «Trauerseeschwalbe» (Chlidonias nigra); -schwéngchen N.: 1) «Meerschweinchen» (Cavia cobaya — wird vielfach mit Hauskaninchen gehalten zur Abwehr von Kaninchenkrankheiten oder Ungeziefer in den Kaninchenställen); 2) «Assel» — dafür auch: wëllt Schwäin (s. d.); -stär M.: «Stör» (vom Fang eines Störs in der Sauer wird im 18. Jahrhundert berichtet; ferner von zwei Fängen im 19. Jahrhundert: 1836 zwischen Sierck und Rettel in der Mosel, 2,50 Meter lang und hundert Kilogramm schwer; 1852 zu Mœrsdorf (Sauer), 1,32 m lang, 32 Kilogramm schwer, wo der spätere Fëscher-Wëllem (Wilhelm Hein) aus Ehnen als Knabe mithalf und von diesem Fang als von einem Mierstéier sprach); -waasser N.: «Meerwasser»; -wonner N.: «Meerwunder»; -wonnesch Adj./Adv.: «unsagbar, erstaunlich» — lo mengt hie m., wat e geleescht hätt;

 

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