LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Schaarf- bis Schachspiller (Bd. 4, Sp. 97b bis 98a)
 
Schaarf- -riichter M.: «Scharfrichter» — eng Kuck ewéi e Sch. — dafür auch: Schaarfriichteschkuck F.; -schéissen N.: «Scharfschießen» (Mil.).
 
Schaarli 1)männlicher Vorname zu Scharel (s. d.); 2) M.: «volkstümliche Bez. (Charly) für die ehemalige Schmalspureisenbahn Luxemburg-Echternach, nach dem Vornamen des damaligen Bautenministers Charles de Waha» — dazu: Schaarlis-gare F.: «Bahnhof dieser Eisenbahnlinie in Luxemburg und Echternach» — cf. Jhangeli.
 
Schaart (Pl. Schaarten, Schaarden, lok. [z. B. Wiltz, Mosel]: Schoart) M. und F.: 1) «Scharte» — d'Messer as voller Schaarten; 2) «auffällige Narbe» — et gesäit een haut nach de Sch. um Been.
 
Schaarz M. und F.: 1) «grobe Wolldecke» — cf. Päerdsdecken; 2) † «Kleidungsstück: alltägliches Umschlagtuch» (lok.) — cf. Kartubel.
 
Schaaschtech, -tich (Pl. Schaaschtecher, -teger — phV.: Schueschteg, Schuerschtech, Schoarschtech, Ospern: Schaschtich, Vianden: Schueschtelich, Echt.: Schoost(e)lich, Kischpelt: Schoostert, Esch-Sauer, Wiltz, Diekirch, Gilsdorf: Schoostich, Bondorf: Schooschtech, Rosport: Schoustich, Süden und Südwesten: Schoaschtech, Schoaschten, Schuesecht, Schuessecht, Nösl.: Schuoosselt, Schoosselt, Wösl.: Schuäässelt, Schuesselt, Hosingen: Schuesselt) M.: 1) «Schornstein, auch: Rauchfang u. Räucherschacht» — Ra.: deem as de Sch. op de Kapp getrollt (er ist nicht bei Sinnen) — dat kanns d'an de Sch. schreiwen (in den Kamin schreiben) — d'Geld muss em zum Sch. erarenen (wenn jem. mehr Ausgaben macht, als ihm Einkünfte zugemutet werden) — klamm an de Sch! (gib etwas zum Besten!) — de Sch. dämpt (es ist jem. zu Hause) — dat deet de Sch. dämpen (das macht Mut) — drohend: wann s de dech nët anescht opféiers, dann dämpt de Sch. nët méi hei fir dech — cf. Haascht, Kamäin, Schminni; 2) «Nase» — botz de Sch.!
 
Schaaschtech- -botzer(t) M.: «Schornsteinfeger» — dafür lok.: Schoosselter, Schuesselter M. — cf. Kamäinebotzert; -deckel M.: «Schornsteinaufsatz»; -feër (lok.: -fär) M. — s. -botzer(t); -männchen M.: 1)s. d. Vor.; 2) «Schornsteinaufsatz». [Bd. 4, S. 98] -säl N.: «Seil zum Reinigen des Schornsteins»; -schmuelef F.: «Rauchschwalbe» (Hirundo rustica) — gelegtl. für: «Mauersegler» (Apus apus).
 
Schaassel, Schasel F.: «Kreiselschnur» (beim Spiel mit dem Préchelsdapp — s. d.).
 
Schabaudi (lok. z. B. Dickweiler: Schambaudi) M.: 1) «Kobold» — du krappege S. — cf. Butzemännchen sub 2); 2) «maskierte Person» (C).
 
Schabaudiskapp M.: «grober, geschnitzter Holzkopf, angeblich von einem Mann namens Schabaudi in Hollerich angefertigt».
 
Schabell (phV.: Schambell, Schawell — Ton: 2) F.: «Schemel» — cf. Jhambell — frz. escabelle.
 
Schab(b)ernak M.: «Schabernack, mutwilliger Streich» — engem allerhand Sch. spillen — Sch. dreiwen — engem all Tort a Sch. undongen (C).
 
Schabernéckel M. — s. Saunéckel.
 
Schab(b)es, Schabesdag M.: «Sabbat der Juden».
 
Schabes- -daach, -deckel M.: «Judenhut für Feiertage»; -messer N.: «großes Messer zum Schächten».
 
Schabesmod (lok.: Wormeldingen) F.: «Aufwartefrau».
 
Schabloun F.: «Schablone» — no der Sch. (ohne persönliche Initiative) — no der aler Sch. schaffen (in altgewohnter Weise).
 
Schabol M.: «Betrug» (Ga).
 
Schaboll F.: «großes Medaillon, Brosche oder Zierknopf».
 
schabollen trans. Verb.: «beschummeln» (Ga).
 
Schabolz (lok.) F.: «Schwätzerin».
 
Schabrak (lok.: Schawrak, -ach) F.: 1) «Schabracke»; 2) a. «altes, abgenutztes Ding» — eng al Sch. (Wb.06); b. «alte Frau».
 
Schach M.: «Schachspiel» — dazu: Schachbriet N.; -club M.; -meeschter M.; -meeschterschaft F.; -spill N.; -spiller M.;

 

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