LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Scharnéck(el) bis Schassla (Bd. 4, Sp. 108a bis 109a)
 
Scharnéck(el) M.: «Alant» (Inula sp. — bes. für Inula conyza = Dürrwurz — bei Dicks auch: Saunéckel — s. d.).
 
Scharnéier F. — s. Jharnéier.
 
Scharosi, Charosi † — im Kinderspiel (Bohnenspiel mit Grübchen — s. Ksp. S. 27): Dixi, Dosi, Sch.; Dixi, Dosi, gratias.
 
Scharotzel (lok. Redingen: Scharotzler) M.: «Kornwurm» (C) — cf. Wibbel, Scharbock, Karbock — cf. frz. charançon.
 
Scharp, Schärp (lok. Vianden) F. — s. Klabber.
 
scharpen, schärpen (lok.: Vianden) — s. klabberen.
 
Charpentier (wie frz., Ton: 2, Pl. Charpetieën), Scharpantjen (Pl. Scharpantercher) M.: «Zimmermann» — dafür meist: Zammermann.
 
ScharpiF.: «Scharpie» — Sch. rappen.
 
Scharréiereisen N.: «Krönelhammer» — cf. Grëndel II.
 
scharréieren trans. Verb.: «mit dem Meißel stricheln, Hausteine auffrischen» — cf. grëndelen II.
 
Scharrett, Charette (wie frz., Ton: 1) F.: 1) a. «Kinderwagen» (meist zum Sitzen) — cf. Poussette; b. «Rollstuhl für Gehbehinderte»; c. «Art zweirädrige Kutsche»; 2) «wackliger, altersschwacher Karren»; 3) «Frauenzimmer» — wat eng (al, déck) Sch.!
 
Scharribarri, Schärribärri, Scharriwarri M.: 1) «Art Kesseltreiben» (Volksjustiz — wie frz. charivari) — engem de Sch. schloen (im Volkslied, Mensterlidd: datt et niewelt a kraacht — wenn ein Witwer oder eine Witwe eine zweite Heirat eingeht oder beabsichtigt, oder wenn eine den Dörflern mißliebige Heirat bevorsteht, besonders dann, wenn eine Witwe einen viel zu jungen Burschen heiratet, wenn der Freier den Dorfburschen beim Schießen kein Trinkgeld gibt, auch wegen anderer, den Dorfbewohnern nicht genehmen Geschehnisse, schlagen die Burschen vor deren Wohnung oder sonst einer mißliebigen Person Lärm, wozu meistens altes Blechgeschirr gebraucht wird, werfen Schrott, Blech in den Hausflur); 2) «Katzenmusik» — dat do as jo de rengste Sch., deen se do geblosen hun.
 
Scharrtjen M.: «Pferdetreiber im Bergwerk» (lok. Rümelingen — cf. Schärrtjen).
 
Schartéik (abfällig — Ton: 2) F.: 1) «altes Buch, vergilbtes Dokument» — cf. Wollspënner (C); 2) a. «alte (eingebildete) Frau»; b. «Dirne»; 3) «Aas» (Wb.06).
 
Schartz M.: «Mutterkorn».
 
Scharunjen F.: «liederliche Frau» — cf. Karunjen sub 2), Schartéik sub 2)a. und 3) — frz. charogne.
 
scharwenzelen (lok.: schla-) intr. Verb.: «scharwenzeln» — en as esou ëm mech erëm (ge-)scharwenzelt — cf. jekelen — substantiv.: Scharwenzelcher [Bd. 4, S. 109] maachen — cf. Schärféis(s)ercher maachen, blimmelen sub 1).
 
Schasewitt (lok.: Wiltz) — s. Schasslawitt.
 
schasis. schass III, sub 2).
 
Schass I F. — s. Schäss.
 
Schass II M.: «Schiß, Scheiße» — Raa.: et passt derbäi wéi de Sch. bei de Fuurz — si souzen zesummen ewéi d'Mécken um Sch. — een aus dem Sch. erauszéien (Elend) — e läit am Sch. — Zussetz.: Baang-, Be-, Flou-, Krapp-, Mécke-, Vulleschass.
 
schass III Adv./Interj.: 1) «scheiße» — en as laanscht gaang an huet nët sch. gesot (kein Wort gesagt) — dorobber huet hien nët sch. gesot — unwillig: och sch.! 2) Adj.: «verrückt» — en as total sch. — bas du sch.? — lok.: en as schasi — cf. schassgeckeg.
 
Schass- / schass- (cf. Schäiss-) -baang Adj./Adv.: 1) «sehr ängstlich» — en as (et as em) sch.; 2) — et as mer sch. (ich muß austreten); -dari M.: «Narr, Geck» — auch als Adj. «närrisch» — bas de sch.? -derassWortspiel von Dicks: sch., seet de Fransous (nach dem frz. Spw.: bon chien chasse de race — Wortspiel mit: Schass); -dreck M.: 1) «Menschenkot»; 2) «ein Nichts, eine Kleinigkeit» — fir all Sch. bei den Dokter lafen — si maache fir all Sch. e Fakelzuch — cf. Schäissdreck; -egal Adv.: «ganz einerlei» — et as mer sch.; -geck M.: «unausstehlicher Sonderling»; -geck(eg) Adj.: «total verrückt» — deen as scho méi wéi sch. — dafür auch: -mippi, -tibbi oder einfach schass (s. d. sub III, 2); -giel Adj.: «schuttgelb»; -mippi Adj. — s. -geck(eg); -mirlitti (lok.: Wiltz) Adj.: — s. -geck(eg); -rout Adj.: «sehr rot» — cf. sub rout; -tibbi Adj. — s. -geck(eg).
 
schasseg Adj.: 1) «käsebleich» (Ga) — sch. erausgesinn; 2) «schuttgelb» — d'Ridoë si mer ze sch. — cf. schassgiel.
 
Schassi M.: «Rahmengestell» — de Sch. vum Auto as verrascht — frz. châssis.
 
Chasse-clou (wie frz., Ton auf clou) M.: «Stiftversenker» (Handwerkerspr.) — cf. Versenkbuer.
 
Schassla (Ton: 1) M.: «Gutedeltraube» — frz. chasselas.

 

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