LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Schlëssel- / schlëssel- bis Schliichtfeil (Bd. 4, Sp. 148a bis 149a)
 
Schlëssel- / schlëssel- -bän N.: «Schlüsselbein»; -blumm F.: 1) «Schlüsselblume» (Primula sp.) — dafür auch: Guckucksblumm, Dillemännchen; 2) «Knabenkraut» (Orchis sp. — bes. das kleine oder gemeine Knabenkraut — Orchis morio) — dafür auch: Kéisblimmchen; 3) blo Sch., wëll Sch. «Lungenkraut» (Pulmonaria sp.) — dafür auch: wëll Guckucksblumm, Longekraut; -fäerdeg Adj.: «schlüsselfertig»; -geld N.: «Schlüsselgeld» (bei Hausauktionen: für den Ausrufer bei der Aushändigung des Schlüssels bestimmte Summe) — cf. Schlëssel sub 1); -(s)gewalt F.: «Schlüsselgewalt» — Echt.: säi hoat all Sch. am ganzen Haus; -klonkel, -kludder F.: «Schlüsselbund»; -loachkickert (lok.: Echt.) M.: «Schlüssellochgucker»; -rank M.: «Schlüsselring»; -rouer M.: «Schlüsselschaft».
 
Schlëtz, Schlitz M.: 1) «Schlitz, Spalt» — e Sch. an enger Bréifkëscht; 2) «Kleiderschlitz» — cf. Splack, Spléck.
 
schlëtzen intr. Verb.: «leicht fasern» (bes. von Seidengeweben).
 
Schlibber F.: «Eisbahn» — cf. Schläich I.
 
schlibberen intr. Verb.: 1)s. schläichen sub 2); 2)s. schlabberen — Abl.: Geschlibbers N.
 
schlibbervolls. schlubbervoll.
 
Schlidder F. 1)s. Schlibber; 2)s. Schlieder.
 
schlidderens. schlibberen.
 
Schliecht, Schliicht F.: «Schlichte» (Kleister zum Glätten der Webfäden, hergestellt aus Wasser und Heidekornmehl) — dafür auch: Schmääss, Schmeess.
 
schliecht(eg), schliicht (lok. Echt.: schleecht, Mosel: schliet) Adj./Adv.: «ebenmäßig und glatt, schlicht» — sch. a riicht (ganz gerade) — d'Grompre si sch. a glat — d'Stäck an den neie Wangerte si schliet gezugen (gerade gezogen) — laang a schliechteg Kornischongen.
 
schliechten, schliichten trans. Verb.: 1) a. «glätten, schlichten» (Handwerkerspr.); b. «mit Schlichte bestreichen»; 2) «(die Haare) glatt kämmen» — d'Hor sch., da loossen se sech liicht trëtzen (flechten).
 
Schlieder (lok. Grevenmacher: Schlidder) F.: 1) a. «Hopfenstange»; b. «magere, aufgeschossene Frau»; 2) «Ofenwischer» (Bäckerei — aus grünem Ginster oder feuchter Lappen, diente dazu die heiße Asche zusammenzufegen); 3) «Schmutzkruste an Kleidern» — Wetterregel (Mosel): wann d'Muttergottes (s. d.) mat enger Sch. iwer de Berreg geet, kënnt se mat enger Sch. erëm — cf. Kléck sub 1), Klack II; 4)im Ratespiel: Sch., Sch., Schlueder, wéivill Haren huet de Bock? — s. Berlénk.
 
schliedereg Adj.: 1) «sehr mager»; 2)s. schladdereg.
 
schliederens. schladderen, täisselen sub 1).
 
schliederwäiss (selten) Adj. — s. schluetwäiss.
 
schlierpsen, schlierzen (lok. Ehnen: schlërrëpsen) intr. Verb.: 1) «schlürfen» (z. B. beim Proben des Weines); 2) «einen Sprachfehler haben» ('s' und 'r' von der Norm abwechselnd [Bd. 4, S. 149] aussprechen); 3) «gurren» (von jungen Tauben) — Abl.: Geschlierps, Geschliirz, Schliirzen N. — sénges G. hun ech d'Ouere voll — dazu: Schlierpsert M. — cf. schierpsen.
 
Schlierz (lok.: Olingen) F.: «Eisbahn» — cf. Schläich I — dazu: schlierzens. schläichen sub 2).
 
Schlifer (lok.: Bous) F.: «Eisbahn» — dazu: schliferens. schläichen sub 2).
 
Schliffchen M.: «geriebener Bursche» — esou e roude Sch.
 
Schliibiiss (lok.) F.: «Knallbüchse aus Holunder».
 
Schliicht- (s. Schliecht) -aulF. — s. -komp, Aul; -beilen N.: «Schlichtaxt» (Zimmermannspr.); -biischt F.: 1) a. «Schlichtbürste» (zum Streichen der Schlichte beim Weben); b. «Bürste zum Streichen der Pappe» (Tapezierer); 2) «goldenes Frauenhaar» (Polytrichum commune); -dëppen N. — s. -komp; -eisen N.: «Schlichteisen» (Handwerkszeug des Schusters, womit das Leder dünn und geschmeidig gemacht wird); -feil F.: «Schlichtfeile» (Flachfeile);

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

© 2010 - Projekt LexicoLux des Laboratoire de linguistique et de littératures luxembourgeoises der Universität Luxemburg, in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier
Hinweis zum problematischen Wortgut