LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Schlifer bis Schlobäissel (Bd. 4, Sp. 149a bis 150a)
 
Schlifer (lok.: Bous) F.: «Eisbahn» — dazu: schliferens. schläichen sub 2).
 
Schliffchen M.: «geriebener Bursche» — esou e roude Sch.
 
Schliibiiss (lok.) F.: «Knallbüchse aus Holunder».
 
Schliicht- (s. Schliecht) -aulF. — s. -komp, Aul; -beilen N.: «Schlichtaxt» (Zimmermannspr.); -biischt F.: 1) a. «Schlichtbürste» (zum Streichen der Schlichte beim Weben); b. «Bürste zum Streichen der Pappe» (Tapezierer); 2) «goldenes Frauenhaar» (Polytrichum commune); -dëppen N. — s. -komp; -eisen N.: «Schlichteisen» (Handwerkszeug des Schusters, womit das Leder dünn und geschmeidig gemacht wird); -feil F.: «Schlichtfeile» (Flachfeile); -hoff M.: «Spottname für Weber»; -huwwel M.: «Schlichthobel, Rauhbank» — cf. Huwwel; -kamp M.: «Schlichtkamm» — dafür auch: Riicht-, Blatkamp; -komp M.: «Kleistertopf mit Schlichte» — de Sch. an d'Waarp geheien (sich ins Unvermeidliche fügen, die Sache aufgeben) — dafür auch: -aul, -dëppen; -miel N.: «sehr feines Mehl» (Wb. 06); -rumm F.: «Schlichtrahmen» (Bereitblock des Gerbers).
 
Schliichteschësser M.: 1) «Spottname für Weber» — Ra.: e Sch. as en Duchverschësser; 2) «Schwächling» — cf. Dënn-, Linnschësser.
 
Schlinz F. und M.: «kleine Schlisse» — eng kleng Sch.
 
Schlinger (lok.: Küntzig) — s. Schlénger sub 1).
 
schlingeren (lok.: Vianden) — s. schléngeren.
 
schlink (lok.) — s. schlank.
 
schlip(p), schlap(p)s. schlip(p)- schlap(p).
 
Schlippchen (Pl. Schlippercher) M. und F.: «kleiner Schluck (Trunk)» — en hëlt där Schlippercher vill den Dag duurch — im Volkslied: Zu Arel op der Knippchen: si huele gär eng Sch., eng drénkt där aner zou — cf. Schlupp — in der Ammen- und Kinderspr.: «Muttermilch» — huel nach e(ng) Sch.
 
Schlippi (Ammenspr.) M. und F.: «Kindernahrung: nur Milch oder Milch mit eingeweichtem Brot» — dann huel däi (déng) Sch. schéin, an da gi mer an d'Nana; — hien huet zevill gär Sch. gemaacht (zu gerne getrunken, gezecht).
 
schlip(p)schlap(p) Interj. (lautmalend) — e koum (der) schlip(p)derschlap(p) dohier — im Ratespiel: schlip(p), schlap(p) Liedersak, wéivill Haren huet de Bock? — cf. Schlieder sub 4).
 
Schliri M.: 1) «schlechtes Getränk» (Kaffee, Wein) — cf. Schluutjen; 2) «dummer, eingebildeter Mensch» — adjektiv. gebr.: du bas sch. — cf. Schlur(r)i.
 
schliren intr. Verb.: 1)s. schlierpsen; 2) «kreischen» (von der Bandsäge gesagt) — Abl.: Geschliirz N.
 
Schlitt (Pl. Schlitter, Westen, Luxemburg-Stadt: Schlit, Pl. Schliden) M.: 1) «Schlitten» (Eisschlitten) — de grousse Sch. (Schneeschlitten) — de Sch. as erduurch, d'Stroosse sin erëm ze fueren — mam Sch. fueren — d'Kanner hun sech hire Sch. soss alt selwer gemaacht aus e puer Brieder; 2) «die Schleife» (Fahrzeug ohne Räder zum Fortschaffen von Steinen, Egge, Pflug usw.) — d'Päerd virun de Sch. spanen — cf. Schläf sub 2)a.; 3) «Schlittenähnliches» (z. B. für Bügeleisen, an der Schreibmaschine) — en ale Sch. (spaßh. für [altes] Fahrrad, Auto) — cf. Plou — Zussetz.: Kanner-, Päerds-, Plou-, Rodel-, Schnéischlitt.
 
Schlittschong M.: «Schlittschuh» — cf. Äisschong.
 
Schlitz I F.: «unordentliche, leichtsinnige Frau».
 
Schlitz II (lok.: Bodange, belg. Prov. Luxemburg) F.: «dünne Schnitte» (z. B. Brot, Schinken) — cf. Schläiss sub 1)b.
 
Schlitz III M.: «Schlitz» — e Sch. (Schlitzer) haë fir eng Leitung ënner Botz ze leën — cf. Schlëtz.
 
Schliw(w)er F.: «Eisbahn» — s. Schläich I.
 
schliw(w)erens. schläichen sub 2).
 
Schlo (Westösl.: Slo·ç) I F.: «Schlage, Werkzeug zum Schlagen» — im bes.: 1) «schwerer Eisenhammer» (lok.: mit kleinem Auge und federndem Stiel zum Zerkleinern von dicken Steinen usw.); 2) a. «Zimmermannsschlegel [Bd. 4, S. 150] aus Holz»; b. «Reifensetzer» (Küferei) — d'Setz (Treibholz) an d'Sch.; 3) «Zurichthammer» — dafür meist: Zouschléier, Zouschléieschhummer; 4) «Mistschlage» — cf. Mëschtebaatsch, -schlo; 5) «Vogelfalle aus Holunder» (Engelmann) — cf. Ha, Schléiel, Mär(re)lek.
 
Schlo II F.: «Lage loser Reiser im Wald» — cf. Schlag sub 6), Schla, Schluecht II.
 
Schlo- / schlo- -bam M.: «Stallbaum» (mit zwei Ketten an der Decke befestigter Baumstamm zum Trennen der Pferde im Stall); -bäissel M.: «Spaltmeißel»;

 

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