LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Schlorri bis Schluechtmesser (Bd. 4, Sp. 152b bis 153b)
 
Schlorri M. — s. Schnorri.
 
Schloss (Pl. Schlëss) M. (lok.: F.): 1) a. «Zugregulierung im Ofenrohr, am Ofen, im Kochherd» — maach de Sch. zou, den Uewen zitt zevill! b.s. Faass-schloss; 2) «Scheidenöffnung» (Vagina) — de Sch. war ze enk, si hu missen opschneiden — d'Kand souz ze déif am Sch.; 3) (Neol.): «Schluß, Folgerung» (nicht für Schluß, Ende) — mer sin zum Sch. komm — cf. Schluss, Enn.
 
Schloss- -brot M.: «Bratfleisch aus der Beckengegend»; -kuerf M.: «verschließbarer Korb» — cf. Cadenas, Schlass-, Schléisskuerf; -stéck N.: «Fleisch aus der Beckengegend»; -stän, -steen M.: «Schlußstein im Gewölbe» — dafür auch: Kappstän.
 
Schloterfaass (lok. z. B.: Berdorf, Esch-Alz.) N.: «Köcher» — cf. Kächer I.
 
Schlouch (lok.: Echt.) F.: «Wolle in besonderer Form aufgespult» (C).
 
Schlou(e)cht M. — s. Schluecht I.
 
Schlouss (lok. Echt.: Schluss, Pl. Schlusen, Vianden, Untersauer: Schluuss) M. (lok.: F.): «kurzer, [Bd. 4, S. 153] heftiger Regen» — cf. Schluet, Schauer.
 
schloussen (phV. s. das Vor.) intr. Verb.: «kurz und heftig regnen».
 
Schlout F.: «Unebenheit am Stein» (C) — hacht (haut) d'Schlouten erof (voam Steen)! — d'Schloute gi mat Käilen oafgestuss (die Unebenheiten werden mit Keilen abgestoßen).
 
Schlubber I F.: «Eisbahn» (lok.) — cf. Schläich I.
 
Schlubber II M.: «Gallerte» — cf. Geschlabbers sub schlabberen, Jhelli, Zadder.
 
schlubberen intr. Verb.: 1)s. schlabberen — dafür auch: schlibberen; 2)s. schläichen, Schlubber I; 3) «beim Essen schlürfen» — Abl.: Geschlubbers N.
 
schlubbervoll Adj./Adv.: «randvoll» — übertreibend: 't war méi wéi sch. — dafür auch: schlibber-, schludder-, schluppe-, struppe-, schlaach-, schlääch-, strach-, gestrache-, geschleecht-voll.
 
Schlucker(t) M.: «Schlucker» — en aarmen, deierleche Sch.
 
schlucksens. schlacksen — si hu gegeckst a geschluckst — cf. juxen.
 
Schlucksert M. — s. Schlacksert.
 
Schludder I F.: «Eisbahn» — cf. Schläich I.
 
Schludder II F.: 1)s. Schludderträip; 2) «dünner Kaffee» — cf. Schlabberjucks.
 
schludder-/Schludder- -fett Adj./Adv.: «schwabbelig fett» — dat Framënsch as richteg sch.; -träip F.: «Wurst (mit starkem Rauchgeschmack) aus frischen, gesalzenen und gepfefferten übereinander gezogenen (Dick-)Därmen, lok. auch mit kleingeschnittenem Magen und Herz» — Sch. as Träip mat Träip gefëllt, Träip iwwer Träip (gezunn) — cf. Andiljen; -volls. schlubbervoll — cf. kluddervoll; -wurscht F. — s. -träip.
 
schluddereg, -igs. schladdereg.
 
schludderens. schläichen sub 2).
 
Schluecht I F.: 1) «Schwade Gras beim Mähen»; 2) «Heuschwade, Reihe zusammengescharrten Heues» (welches dann auf Haufen kommt oder in die Scheune gebracht wird) — dafür auch lok.: Schla, Schlag, Schlau, Schlo, Schlouecht (Kopstal), Schloucht, (Kayl), Schwoucht (Olingen), Schlodd (Remich, Ehnen), Schload (Wiltz), Schlued, Schued, Schoud, Schwued, Schwoud (Ehlingen), Schwod (Fentingen), Schwad (Körich, Christnach, Tetingen), dann auch: Gank (s. d. sub 9), Ho, Hoa, Schlaang (Longsdorf), Stëss (Luxemburg-Stadt), Lo (Wiltz) — d'Hä läit op Schluechten.
 
Schluecht II (phV. s. sub schluechten) F.: «Schlacht» (Krieg) — wat wor dat eng Sch.! (z. B. Schneeballschlacht).
 
Schluecht- (phV. s. sub schluechten) -bänk F.: «Schlachtbank»; -dag M.: «Tag der Haussschlachtung»; -fest N.: «Schlachtfest» — dafür auch: Fetträip; -haus N.: «Schlachthaus» — e schafft am Sch.; -holz (lok.) N. — s. Héissenholz; -mann M.: «Schlächter für Hausschlachtungen» — dafür auch: Schluechtert; -määschter, -meeschter M.: «Schlachtmeister»; -messer N.: «Schlachtmesser» — en as mam Sch. op en duergaang;

 

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