LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Schnar-, Schnuergääss bis Schnauzvull (Bd. 4, Sp. 164a bis 165a)
 
Schnar-, Schnuergääss (lok. auch kurz: Schnarr, Schnorr) F.: «Schnarre» (Kinderspielzeug, das beim Drehen einen schnarrenden Ton erzeugt)a. (Nösl.: Schnuarrkatz, Schnurrkatz, Ösl. Schnuerkaz) verschiedene Formen: «aus einer hohlen Haselnuß, einem Steinobstkern mit einem Stäbchen oder einer Kartoffel gefertigt, die an einem Faden zum Drehen gebracht werden»; b. «längliches, dünnes Brettchen mit zwei oder vier Löchern, dadurch Bindfäden; die Bindfäden werden durch kreisende, drehende Bewegung gespannt, wickeln sich dann durch Ziehen auf und ab und bringen einen schnarrenden Ton hervor»; c. «Brettchen mit einem Loch an einem Ende, das an einer Schnur durch die Luft geschwungen wird» — cf. Rousemillchen; d. (nur Schnarr) «dazu wird ein Blatt zwischen die aufgerichteten Daumen genommen und durch Blasen ein schnarrender Ton erzeugt» — cf. Fip.
 
schnarren intr. Verb.: «unwirsch reden» — cf. schnorren.
 
Schnass F.: «Schnauze» (Ga) — cf. Schnëss.
 
Schnasskadulli, Schnëss- (Ton: 3) M.: «Schwätzer» — cf. Schnëssert.
 
Schnatt, Schnëtt (Pl. beider: Schnëtt) M.: «Schnitt» — im bes.: «Schnittwunde, Einschnitt» — hien huet sech mam Messer geschnidden, de Schnatt goung bis op d'Schank — den Dokter huet zwee (déiwer) Schnëtt misse maachen — cf. Schnatz I.
 
Schnattech N. — lok. Var. zu Schnappech (s. d.).
 
Schnatz I (Pl. Schnëtz, Schnätz) M.: 1) «Schnitte» — e Sch. Botter, Fett, Margarin — Zusset.: Äppel-, Bireschnatz; 2) (lok. z. B. Nösl.) — s. Schnatt, Schnëtt — Zussetz.: Karschnatz.
 
Schnatz II M.: 1) «Rotz» (Pferdekrankheit) — cf. Rotz sub 2); 2) (lok. Echt.: F.) «Nasenschleim» — Abl.: Geschnatz N. (lok.: Echt.) — seines Gerotz a Geschnatz gët ä méid.
 
schnatzeg, -ig Adj.: «rotzkrank» — rotzeg (katzeg) a sch. — Abl.: geschnatzeg, -ig Adj./Adv.: «mager, blaß».
 
Schnatzekëscht F.: «Spucknapf» — cf. Späizkëscht.
 
Schnatzert (lok.: Echt.) M. —s. Rotzert.
 
Schnau F. — s. Schnauf II.
 
Schnauer I (Pl. Schnaueren, lok.: Schnur, Pl. lok. Vianden: Schneër) F.: 1) «Schwiegertochter» — hätten se gutt eng Sch.! (im Männerhaushalt) — en Sch. as kee (kän ägent, ni en ägent) Meedchen (nicht dasselbe wie eine eigene Tochter) — bei där (scil.: Fra) do wëllt ech och nët Sch. sin! — dafür auch lok: Schwéierduechter — cf. Ädem II sub 2), Blëtz sub 2); 2) «kleines, weit abgelegenes Ackerstück, kleiner, abgelegener Weinberg».
 
Schnauer II (lok.: Wiltz) F.: «Schnur, Bindfaden» — s. Schnouer.
 
Schnauf I (Dim. Schnaifchen) F.: 1) «Schnupftabak» — de Buedem wor dréchen ewéi Sch. — sou reng, sou dir wéi Sch (so trocken, mürbe) — dat Holz brennt ewech ewéi Sch.; 2) «Prise Schnupftabak» — hei kriss d'eng Sch., da kënns d'un d'Néischten — cf. schnauwen.
 
Schnauf II F.: «Reisigbündel (Buchenzweige) in der Bauchbidden» (Wb. 06) — cf. Schna I, Schnau.
 
Schnauf- / schnauf- -béchs F.: 1) «Schnupftabakdose» — cf. Roppop; 2) «starker Schnupfer»; -biiss F.: «Schnupftabakdose»; -dëppen N.: «irdenes Gefäß zum Aufbewahren des Schnupftabaks»; -dir, -dréchen Adj.: «staubtrocken»; -nues F.: «Tabakschnupfer»; -péitchen M. — in der lok. Ra.: en as ageriicht wéi de Sch. am Tubak (er hat alles, was er braucht); -tubak M.: «Schnupftabak»; -tut F. — s. -nues.
 
Schnaup I (lok. Echt.: Schnoup, lok. Remich: Schnäip) F.: 1) «Kahn-, Nachenspitze» [Bd. 4, S. 165]dafür auch: de Kapp, Kop — beim Fuere mam Aacher muss een d'Sch. viru sech hun an ëmmer vir der Nues — am Dräidroter (Dreispitz) sin dräi Schnaupen; 2) «Tülle» (Ausguß) — d'Sch. vum Biz — cf. Schnéiz, Zull, Blechbunnes, Kelter.
 
Schnaup II F. — s. Scharläipchen.
 
schnaupeg (lok. Echt.: schnoupig) Adj./Adv.: 1) «schnippisch, vorlaut»; 2) «barsch» — tjëft, wat bas du sch. de Muergen! 3) (lok.: schnaipeg) «leicht und schnell, schleunig» — op der Glëtscht (Eisbahn) geet et sch. — dat do as sch. gaang — cf. schnauweg, schnaiweg.
 
schnaupen intr. Verb.: 1) «schnauben» (Wb.06); 2) «barsch reden» — dat do as nët geschnaupt! — cf. uranzen; 3)in der Ra.: 't as mer de Muergen nët geschnaupt (ich bin schlechter Laune) — Zussetz.: be-, uschnaupen.
 
schnauweg, -ig I, schnaiweg, -ig Adj./Adv.: 1) «schnell, eilig» — 't as sch. gaang — wouhin esou sch.? — Echt.: 't gät mi schnaiwig voan Hand, wann heen der hëlleft — cf. schnaupeg sub 3) — dazu: Schnauweg-, Schnaiwegkät, -keet F. — a sénger Sch. hat e vergiess säi Pak matzehuelen — cf. Hooss; 2) «findig».
 
schnauweg, -ig II Adj.: «mit Schnupftabak besudelt».
 
schnauwen trans./intr. Verb.: 1) «schnupfen» — e schnauft de ganzen Dag — e geet dorëmmer sch. amplaz ze schaffen; 2) «schnuppern»; 3) «schnauben» — cf. schnaupen; 4) in der Ra.: et geschnauft hun «Glück haben» — deen huet et elo grad geschnauft — ech hat et (grad) geschnauft (den richtigen Moment erwischt) — cf. féngeren sub 2); 5) a. «schnell vonstattengehen» — Jongen, elo schnauft et! b. «schnell fahren» — e koum ëm den Eck geschnauft wéi en Donnerwieder — cf. jhauwen.
 
Schnauwert M.: 1)s. Schnaufnues — dazu: Schnauwesch F.; 2) «Spürnase» — cf. schnauwen sub 4).
 
Schnauz M.: «Schnauzbart».
 
Schnauzbaart M.: «Schnauzbart».
 
Schnauzvull M.: «vorlauter Bursche».

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

© 2010 - Projekt LexicoLux des Laboratoire de linguistique et de littératures luxembourgeoises der Universität Luxemburg, in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier
Hinweis zum problematischen Wortgut