LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Schrapp bis Schräinernol (Bd. 4, Sp. 182b bis 183b)
 
Schrapp F.: 1) «Schabeisen, Kratzeisen» — cf. Rapp, Schapp; 2) «habgieriger Mensch» — cf. Schrappert.
 
schrappen (lok.: schrëppen, schroapen) trans. Verb.: 1) «schaben» — dafür auch: schappen — d'Mull sch. (Brotmulde auskratzen); 2) (Nösl.: schrapen) «auf unehrliche Weise oder auch geizig sparend zusammenbringen» — rappen a sch. — wann en aus geschrappt huet, muss en an de Gins — Zussetz.: beienee-, zesummeschrappen; 3) (auch: schrapen) «Ausdruck beim Knöchelspiel»: Schrappches oder Schrappen (die geworfenen Spielknöchel schnell zusammenraffen u. nochmals werfen — cf. Kaul sub 2).
 
Schrappert, Schrappjhang M.: «habgieriger Mensch».
 
Schratt (Pl. Schrëtt) I M. — s. Schrack.
 
Schratt II M.: «Kapaun» — cf. Kapaun.
 
Schrattaasch (lok. Schrotaasch, Schrodaasch, Vianden: Schrodoosch) M.: 1) «Huhn ohne Schwanz» — e Gesicht wéi e Sch. — e Kapp wi e Schrodoosch (lok. Vianden, gesagt, wenn der Frisör zu viele Haare weggeschnitten hat — Engelmann — cf. Schodoosch); 2) «Schimpfwort für unfähigen Menschen».
 
Schrauf I (Pl. Schrauwen, Dim. Schraifchen, Dim. Pl. Schraiwercher — regional: Schrau, Pl. Schrauen) F.: 1) «Schraube» (gelegtl. wird der Ausdruck für Schraube und Schraubenmutter verwechselt) — eng koffer Sch. rascht nët — eng hëlze Sch. — eng Sch. mat enger Mudder — eng Sch. ouni Enn — eng Sch. mam Schneideise schneiden — d'Sch. huet nët dat richtegt Gewënn fir d'Mudder — d'Mudder passt nët op d'Sch. — d'Sch. as geckeg, as lass — eppes mat [Bd. 4, S. 183] Schrauwen umaachen — ech muss de Päerd Schrauwen andréie loossen (cf. schäerfen, stéilen) — übtr.: deen huet eng Sch. lass, eng Sch. zevill, ze mann (er ist absonderlich) — d'Schrauwe si mer lassgefuer (ich habe die Geduld verloren und ihn streng zurechtgewiesen); 2) «Bremsvorrichtung am Wagen» — Zussetz.: Fligel-, Holz-, Kelter-, Lénks-, Mudder-, Schëffs-, Stellschrauf;
 
Schrauf- -stack M.: «Schraubstock» — een an de Sch. huelen; -zwéng F.: «Schraubenzwinge» — cf. Zerjhant;
 
Schrauwe(n)- -gank M.: 1) «Gewinde» — cf. Gewënn; 2) «Satz, Serie Schrauben»; -kapp M.: «Kopf der Schraube»; -mudder F.: «Schraubenmutter»; -plou M.: 1) «Karrenpflug» (wo der Grindel vorne durch eine Schraube niedergehalten wird, der Gedäbberplou besaß diese Vorrichtung meist nicht); 2) «doppelter Nuthobel» (Ga) — cf. Spalplou; -roll F.: «Drehscheibe mit einer Rolle» (Ga); -schlëssel M.: «Schraubenschlüssel» cf. Englänner sub 2)a.; -stol M.: «Triebstahl» (Ga); -zéier M.: «Schraubenzieher» — dafür auch: Tournevis (wie frz.).
 
Schrauf II (Ga auch: Schnauf) F.: «Ecchymose» — ech schloen dech, datt et Schrauwe gët (Striemen).
 
schrauwen, schrauen (Konjug., Nösl. Konj. Prät.: ich schrauft) tr./intr. V.: 1) «schrauben» — du muss et méi fest sch.; 2) «beengen» (von Kleidern gesagt — cf. serréieren) — d'Box schrauft him an den Hënner — Zussetz.: a-, bäi-, lass-, op-, ver-, u-, zouschrauwen.
 
schräffen trans. Verb.: 1) «schröpfen, zur Ader lassen» — dafür auch: blidden; 2) übtr.: «betrügen».
 
Schräff- -eisen N.: «Schröpfeisen, -messer»; -fra F.: «Frau, die das Schröpfen vornahm»; -kapp M.: «Schröpfkopf» — cf. Kopp sub 1)b.; -messer N.: «Schröpfmesser» — cf. -eisen.
 
Schräin (phV. cf. Ltb. 67 — Wein) M.: «Truhe, Schrein» (früher zum Aufbewahren von Leinen, Kleidern, Brot) — im Abzählreim: néng, zéng, d'Dëppe steet am Schréng — Zussetz.: Kiche-, Kleder, Léngeschräin.
 
Schräiner (Ösling und Untermosel: Schrénger, lok. Wiltz, Diekirch, Luxemburg-Stadt: Schreiner, Vianden: Schréiner) M.: «Schreiner» — Zussetz.: Bau-, Konscht-, Miwwelschräiner;
 
Schräiner-/Schräinesch- -aarbecht F.: «Schreiner-, Tischlerarbeit» (im Ggs. zu Fabrikware) — 't as (eng) massiv Sch.; -atelier M. — s. -wierkstat; -bläi M.: «ein breiter, platter Stift, der dazu dient, Striche auf Bretter u. Dielen zu ziehen» — s. Bläiwäiss sub 2); -fanger Pl. M.: «dünne, lange Finger»; -gehëlz N.: «Nutzholz»; -geschir N.: «Handwerkszeug des Schreiners»; -hänn Pl. F.: «Schreinerhände» — s. -fanger — cf. Jousepshand; -holz N. — s. -gehëlz; -läim M.: «Schreinerleim» — cf. Laum; -miwwel M.: «Möbel aus der Schreinerwerkstatt» (im Ggs. zu Fabrikmöbeln); -nol M.: «Schreinernagel» — cf. Klautchen;

 

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